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Coburger Convent
Brandanschlag: Der VW Bus war ein Schlaflager!
In diesem VW Bus schliefen während des Pfingstkongresses in Coburg zwei Mitglieder des CC. Am Montagabend ging das Auto in Flammen auf.
In diesem VW Bus schliefen während des Pfingstkongresses in Coburg zwei Mitglieder des CC. Am Montagabend ging das Auto in Flammen auf. // Polizeiinspektion Coburg
Coburg – Am Montagabend ging in Coburg ein Auto in Flammen auf. Es entstand zwar nur Sachschaden – doch es hätte alles viel dramatischer ausgehen können. Stunden später endete der diesjährige Pfingstkongress mit viel Sonne und Bier beim Marktfest.

Der Himmel war am Dienstag strahlend blau, und mit etwas mehr als 20 Grad Celsius lag die Temperatur in einem wohlig angenehmen Bereich. Perfektes Wetter also für das Marktfest, mit dem der Pfingstkongress des Coburger Convents (CC) traditionell zu Ende geht.

Mit dem traditionellen Marktfest ging der Pfingstkongress 2023 des Coburger Convents am Dienstag zu Ende.
Mit dem traditionellen Marktfest ging der Pfingstkongress 2023 des Coburger Convents am Dienstag zu Ende. // Oliver Schmidt

Was die Stimmung anbelangte, konnte von „eitel Sonnenschein“ allerdings nicht die Rede sein. Das lag vor allem an einem Vorfall vom Montagabend, der sich aber erst am Dienstag so langsam überall herumsprach: Kurz vor dem Fackelzug war auf dem Friedhofsparkplatz am Glockenberg ein Auto in Flammen aufgegangen. Das Auto, das trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr komplett ausbrannte, gehörte einem Mitglied des CC.

Brandbeschleuniger entdeckt

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. So könne ein technischer Defekt ausgeschlossen werden, wie es heißt. Außerdem konnten im Zuge der Spurensicherung Reste eines Brandbeschleunigers festgestellt werden.

Brandstiftung in Coburg: Auto eines CC-Teilnehmers brennt

Brandstiftung in Coburg: Auto eines CC-Teilnehmers brennt

Nach Informationen des Coburger Tageblatts hätte bei dieser Brandstiftung aber noch sehr viel mehr passieren können als lediglich ein hoher Sachschaden. Denn sowohl der 22 Jahre alte Besitzer des Fahrzeugs als auch ein Freund von ihm haben während des Pfingstkongresses in dem Auto übernachtet. Gerüchte, wonach sich zumindest einer der beiden just am Montagabend schon früher zum Schlafen zurückziehen wollte, ließen sich zunächst aber nicht bestätigen. So oder so bleibt es ein Schock; die Gefährdung von Menschenleben wäre sehr wohl möglich gewesen.

CC-Sprecher verurteilt die Tat

Martin Vaupel, der Pressesprecher des Coburger Convents, verurteilte diese Tat. Dem Coburger Tageblatt sagte er: „Man kann demonstrieren, und man kann auch anderer Meinung sein – aber so etwas, das geht einfach nicht.“ Lobende Worte fand Vaupel hingegen für Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. Der hatte beim Festkommers eine Rede gehalten, in der er durchaus kritisch war, dem CC aber auch die Hand reichte für einen weiteren Dialog. „Die Rede war großartig“, sagte Vaupel, „ich habe dem OB auch sofort dazu gratuliert.“

Protest gegen den Fackelzug des Coburger Convents: „Omas gegen Rechts“  aus Bamberg
Beim Protest gegen den Fackelzug des Coburger Convents waren im Mai 2023 erstmals auch „Omas gegen Rechts“ in Coburg präsent – und zwar von der Regionalgruppe Bamberg. // Oliver Schmidt

Nach dem Festkommers hatte sich der Fackelzug, den Sauerteig für „aus der Zeit gefallen“ hält, in Richtung Marktplatz in Bewegung gesetzt. Am Ernstplatz warteten mit den „Omas gegen Rechts“ aus Bamberg auch schon die ersten Demonstrantinnen. Vor dem Alexandrinenbad wurde auf Instrumenten musiziert. Allerdings: Es wurde explizit „schlechte Musik“ gemacht, wie ein Sprecher erklärte. Man wolle „Krach machen“ gegen den Fackelzug. Das dazugehörige Motto war auch auf einem Bettlaken zu lesen, das den Teilnehmern des Fackelzugs entgegengehalten wurde: „Ihr seid noch peinlicher als wir!“

Anspielung auf Affäre

Am Spitaltor wiederum wurde von Demonstrantinnen und Demonstranten unter anderem eine Parole skandiert, die bis vor wenigen Tagen wohl niemand verstanden hätte: „Wir – wir – wir lesen eure E-Mails!“ Das war natürlich eine Anspielung auf die Affäre um die geleakten E-Mails des CC-Kongressbeauftragten Hans Georg Schollmeyer. Übrigens: Schollmeyer hatte deshalb zwar unmittelbar vor dem Pfingstkongress seinen Rücktritt erklärt, war aber für die Dauer des Pfingstkongresses erst einmal noch kommissarisch im Amt geblieben. Deshalb lief er auch wieder beim Fackelzug vorneweg. Als der Fackelzug und auch die Feierstunde gegen Mitternacht zu Ende waren, gab es aber noch etwas Kurioses zu beobachten. Denn rund 150 Demonstranten hatten sich spontan in die Herrngasse begeben. Ungeachtet dessen wurde aber über Lautsprecher verkündet: „Die Feierstunde ist beendet. Der Abmarsch der Chargierten über die Herrngasse!“

Zugang zum Bier war blockiert

Doch für die Chargierten, die unter anderem auch die jeweilige Fahne ihrer Verbindung dabei haben, war kein Durchkommen in der Herrngasse! Dann eilten auch noch zahlreiche Polizeikräfte herbei. Sie wollten verhindern, dass die Demonstranten auf den Marktplatz vordringen. Das wiederum hatte zur Folge, dass es ausgerechnet vor dem Gasthaus „Goldenes Kreuz“ zu einer Blockbildung kam: Auf der einen Seite standen die Demonstranten, auf der anderen die Polizei. Somit war für längere Zeit nicht nur für die Chargierten kein Durchkommen mehr möglich: Viele CC-Mitglieder, die jetzt einfach nur gerne wieder Bier trinken wollten, kamen nicht mehr zum „Goldenen Kreuz“. Und das „Kreuz“ dürfte nun einmal das beliebteste Lokal unter den CC-Mitgliedern sein – vor allem, seit die „Loreley“ an Pfingsten nicht mehr öffnet...

Mehr Straftaten

Grundsätzlich fällt die Bilanz der Polizei fürs Pfingstwochenende „durchwachsen“ aus, wie es heißt. Die Demonstrationen seien zwar alle friedlich verlaufen. Doch insgesamt habe man eine Zunahme der Straftaten verzeichnen müssen. Außer der Brandstiftung am Glockenberg gab es noch weitere Sachbeschädigungen an Autos. Beim Fackelzug wurde ein CC-Teilnehmer mit einem Ei beworfen. Mützendiebstähle gab es sechs, von denen drei bereits aufgeklärt werden konnten. Zwei CC-Mitglieder wurden bei körperlichen Attacken von CC-Gegnern leicht verletzt.

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