Der Coburger Hofgarten ist eine herrliche grüne Oase. Doch rund um den Herzog-Alfred-Brunnen sieht es zurzeit erschreckend kahl aus: Sämtliche Buchsbäume wurden abgeholzt. Aber warum? „Weil sie abgestorben waren“, erklärt Martin Dorn, Gärtnermeister beim städtischen Grünflächenamt, auf Tageblatt-Nachfrage. Das Absterben hatte wiederum damit zu tun, dass die Büsche zuvor von kleinen fiesen Raupen befallen wurden. Diese Raupen haben eine extreme Vorliebe für Buchsbäume und heißen deshalb: Buchsbaumzünsler.
Buchsbaumzünsler sind kein neues Phänomen, aber einen so großen Schaden wie in diesem Jahr haben sie in Coburg noch nie angerichtet. „Das ist schon extrem“, sagt Martin Dorn, „offenbar gefällt ihnen das Klima.“ Hinzu komme, dass diese Art von Raupen seit einiger Zeit „bundesweit auf dem Vormarsch“ sei. Als Ausgangspunkt konnte der Südwesten Deutschlands ausgemacht werden. Von dort erfolge die Ausbreitung nach Norden in der Republik.
Warum die Raupen so tückisch sind
Es sind vor allem zwei Faktoren, die die Buchsbaumzünsler so tückisch machen. Erstens: Sie verbreiten sich schnell. Ein einziges Falter-Weibchen, das aus einer Raupe schlüpft, kann bis zu 150 neuer Eier legen, aus denen dann Raupen werden. Zweitens: Die Bekämpfung ist nicht einfach. Es gibt zwar das eine oder andere Pflanzenschutzmittel. Doch Martin Dorn betont, dass eine solche „chemische Keule“ keine Option fürs Grünflächenamt sei.
Stattdessen versuche man es mit – zum Teil radikalen – Rückschnitten. Außerdem setze man darauf, dass die Mechanismen der Natur helfen. So gelten insbesondere Spatzen, Kohlmeisen, Rotschwänze, Haussperlinge und Buchfinken als natürliche Feinde der Buchsbaumzünsler. Doch ein fester Bestandteil auf dem Speiseplan dieser Vogelarten sind die Raupen noch nicht. Betonung auf: „noch“. Martin Dorn glaubt nämlich daran, dass sich Spatzen & Co. an diese spezielle Raupenart als mögliches Essen gewöhnen werden. Denn: „Die Natur zerstört nicht selbst.“
Fiese kleine Raupe
Hintergrund Der Buchsbaumzünsler ist ein Schädling, der Buchsbäume befällt und diese vollständig zerstören kann. Wer nicht direkt die Raupen sieht, die bis zu fünf Zentimeter lang werden, erkennt einen möglichen Befall an abgefressenen Blättern, weißen Gespinsten und einer bräunlichen Färbung des Buchses.
In Mitteleuropa tritt der Buchsbaumzünsler zwischen März und Oktober mit zwei bis drei Generationen pro Jahr auf. Es kann helfen, den Buchsbaumzünsler mit einem Hochdruckreiniger zu bekämpfen – eine Garantie, der Plage damit Herr zu werden, ist das aber nicht. Viele weitere Infos gibt es auf der Internetseite buchsbaumzuensler.net
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