In diesem Text lesen Sie:
1. Der Brief an Edmund Stoiber
2. Wie der Coburger OB bei dem Projekt noch helfen konnte
3. Warum sich auch der Bürgermeister von Meeder freut
4. Worauf der Coburger Landrat jetzt gespannt ist
5, Worauf der Bürgermeister von Bad Rodach jetzt hofft
6. Was sich der Vorsitzende des Bürgervereins Beiersdorf jetzt wünscht
Oliver Lederer kann sich noch genau daran erinnern: 2003 war es, als der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber die Stadt Coburg besuchte. „Der Bürgerverein Beiersdorf übergab ihm bei dieser Gelegenheit einen Brief. Denn wir wollten ihn erneut auf die Notwendigkeit einer Verlegung der Staatsstraße 2205 hinweisen.“ Ein erstes Gespräch des Bürgervereins mit Stoiber hatte es nämlich bereits 1995 zu diesem Thema gegeben.
Brief an Edmund Stoiber
29 Jahre nach diesem Gespräch ist dieses Straßenprojekt nun endlich Wirklichkeit geworden. Ein Satz aus dem damaligen Brief hat erstaunlicherweise bis heute Gültigkeit: „Für den Freistaat Bayern bedeutet dieses kleine Stückchen Straße eine unwesentliche Rolle. Für die Stadt Coburg und ihren Ortsteil Beiersdorf jedoch bedeutet es wiedergewonnenen, lärmfreien und smogfreien Lebensraum.“
„Ja, die neue Trasse zwischen Coburg und Wiesenfeld ist uns für spitzenmäßig“, sagt Oliver Lederer, der inzwischen Vorsitzender des Bürgervereins Beiersdorf ist. Denn seit Mauerfall und Wiedervereinigung hatte der Verkehr auf der alten Trasse kontinuierlich zugenommen. Schließlich ist die Staatsstraße 2205 die wichtigste Achse zwischen Coburg und dem Raum Bad Rodach/Hildburghausen. Weil die alte Trasse mitten durch Neuses und Beiersdorf verläuft, wurde die Belastung für die dortigen Anwohner immer größer.
“Die 2205 entlastet unsere Stadtteile Neuses und Beiersdorf vom Durchgangsverkehr. Ich weiß, wie lange die Bürgerinnen und Bürger auf diesen Tag gewartet haben. Jetzt können sie endlich aufatmen.
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„Ich weiß, wie lange die Bürgerinnen und Bürger auf diesen Tag gewartet haben“, sagt Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) mit Blick auf die Verkehrsfreigabe am kommenden Freitag, 15. November. „Jetzt können sie endlich aufatmen.“
Sehen Sie hier ein Video: Unterwegs auf der neuen Umgehungsstraße
Fahrt auf der neuen Umgehungsstraße bei Coburg
Sauerteig war zwar noch ein kleiner Junge, als der Bürgerverein Beiersdorf bereits mit Edmund Stoiber über das Straßenprojekt sprach. Trotzdem konnte der im März 2020 ins Amt gewählte Oberbürgermeister noch entscheidende Mithilfe leisten. So schreibt Dominik Sauerteig in einer Stellungnahme: „Die Stadt Coburg hat die Planung stets aktiv begleitet, und es freut sehr mich, dass ich durch persönliche Gespräche mit Grundstückseigentümern dazu beitragen konnte, den endgültige Durchbruch für den Bau zu erzielen.“
Des einen Freud' des anderen Leid?
Beim Blick auf den Trassenverlauf muss allerdings eine Frage erlaubt sein: Ist des einen Freud des anderen Leid? Der Verkehr rollt jetzt zwar nicht mehr durch Neuses und Beiersdorf, aber dafür liegen die Ortschaften Kösfeld und vor allem Sulzdorf (beide Gemeinde Meeder) sehr nahe an der neuen Trasse.
„Nein, auch bei uns überwiegt die Freude“, stellt Bernd Höfer (CSU) klar. Wie der Bürgermeister von Meeder erklärt, hätten Sulzdorf und Kösfeld in den vergangenen Jahren sehr unter dem „Schwerlast- und Abkürzungsverkehr“ gelitten. Dasselbe gelte für den Coburger Stadtteil Glend.
Bislang sei viel Verkehr direkt durch die kleinen Ortschaften geflossen. Künftig sollte der sich auf die neue Trasse der Staatsstraße 2205 verlagern. Für die Anwohner in Sulzdorf, Kösfeld und Glend bedeutet das: Der Verkehr auf der neuen Trasse ist zwar nah – doch der Durchgangsverkehr auf den engen Ortsstraßen war noch näher.
Gemeinde Meeder hat Ortsstraßen saniert
Parallel zu den Arbeiten an der neuen Trasse für die Staatsstraße 2205 hat die Gemeinde Meder auch ihre eigenen Hausaufgaben erledigt. „Es war schon immer ein Versprechen, dass wir unsere Straßen zwischen Sulzdorf, Kösfeld und Wiesenfeld erneuern, sobald die Umgehung gebaut ist“, erklärt Bernd Höfer. Vorher wäre eine Sanierung kaum sinnvoll gewesen, weil die schweren Lkw, die nicht zuletzt die Milchwerke bei Wiesenfeld ansteuern, die Straßen gleich wieder ramponiert hätten. So aber ist nun ein Großteil der Straße bereits neu asphaltiert. Es fehlt nur noch ein kleines Teilstück bei Wiesenfeld.
“Die Bedeutung einer leistungsfähig ausgebauten Trasse der Staatsstraße 2205 ist für unsere Region enorm.
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Dass die „neue 2205“ mehr als nur „ein Stückchen Straße“ ist, wie es im damaligen Brief an Stoiber hieß, sieht auch der Coburger Landrat Sebastian Straubel (CSU) so: „Die Bedeutung einer leistungsfähig ausgebauten Trasse der Staatsstraße 2205 ist für unsere Region enorm.“ Denn: „Diese Straße verbindet nicht nur auf der Achse von Meeder bis nach Bad Rodach den westlichen Landkreis als einen starken Wirtschaftsraum mit dem Oberzentrum Coburg – auf ihr sind tagtäglich viele Pendler bis tief hinein in den Südthüringer Raum auf dem Weg zu ihren Arbeitsplätzen und wieder nach Hause unterwegs.“
Die Coburger Landkreispolitik habe deshalb lange für den Ausbau des Abschnitts zwischen Coburg und Wiesenfeld gekämpft, wie Straubel betont. Und: „Wir sind dem Freistaat Bayern dankbar, dass er die Notwendigkeit für den Ausbau anerkannt und bei uns eines der größten Staatsstraßen-Projekte der vergangenen Jahre für ganz Bayern umgesetzt hat.“
Sehen Sie hier ein weiteres Video: Unterwegs auf der neuen Umgehungsstraße
Neue Umgehungsstraße bei Coburg
Gespannt ist man im Landratsamt, wie sich nach der Freigabe die Verkehrsströme entwickeln werden. Straubel gibt zu bedenken: „Wir haben schließlich mit der CO 4, der CO 17 und der CO 23 drei Kreisstraßen, die entlang der Staatsstraße 2205 verlaufen und die in Zeiten der alten Trassenführung als Ausweichstrecke stark frequentiert waren.“
“Wir rücken dadurch näher an Coburg und an die Autobahn heran!
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Der Bad Rodacher Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) freut sich vor allem, dass es die Verkehrsströme zwischen Coburg und Bad Rodach künftig leichter haben. „Die Verkehrsfreigabe der neuen Staatsstraße 2205 ist für uns ein riesenfreudiges Ereignis“, sagt er. Speziell für den Tourismus- und Wirtschaftsstandort Bad Rodach sei dieses Straßenstück von „enormer Bedeutung“. Tobias Ehrlicher bringt es auf den Punkt: „Wir rücken dadurch näher an Coburg und an die Autobahn heran!“
Die Zeitersparnis schätzt der Bürgermeister – je nach Verkehrslage – auf „bestimmt fünf Minuten“. Gerade im Berufsverkehr sei es bislang oft zu Staus gekommen, vor allem rund um die Ampelkreuzung in Neuses.
Die neue Trasse sei deshalb nicht nur eine Erleichterung für die in Neuses und Beiersdorf wohnenden Menschen: „Sie öffnet auch der Stadt Bad Rodach neue Möglichkeiten!“ Allen voran denkt der Bürgermeister da an das 15 Hektar großes Gewerbegebiet in Bad Rodach, das der Stadt gehört und eigentlich für eine Expansion der Firma Haba gedacht war. Doch Haba rutschte in eine große Krise und konnte plötzlich nicht mehr expandieren. Für das Gewerbegebiet werden jetzt neue Nutzer gesucht. Durch das nähere „Heranrücken“ an Coburg und an die Autobahn sieht Tobias Ehrlicher nun „neue Chancen bei der Vermarktung“.
Zahlreiche Fotos von der neuen Umgehungsstraße sehen Sie hier:
Bringt die neue Umgehungsstraße also tatsächlich ausschließlich Vorteile? Nun, Oliver Lederer hat zumindest eine Sorge: „Es ist zu befürchten, dass die Bäckerei in der Beiersdorfer Ortsmitte mit Einbußen rechnen muss.“ Bislang hätten viele der durchfahrenden Autos mal kurz angehalten und etwas gekauft. Diese Kunden könnten bald wegfallen. Oliver Lederer treibt das auch deshalb um, weil es sich bei der Bäckerei um die letzte noch verbliebene Einkaufsmöglichkeit in Beiersdorf handelt.
Grundsätzlich würde sich Oliver Lederer wünschen, dass die Rodacher Straße im Bereich zwischen Bäckerei und „Schwarzer Bär“ bald verkehrsberuhigt wird. „Das würde die Beiersdorfer Ortsmitte aufwerten.“








































