Beim Thema Auto haben die FDP und die Grünen sehr unterschiedliche Positionen. Das sieht man derzeit beim Streit auf Bundesebene rund um Verkehrsminister Volker Wissing (FDP), und das wurde am Donnerstag auch im Coburger Stadtrat deutlich – und zwar auf recht kuriose Weise.
Ein Parkplatz fürs Globe
Um was ging’s? Am Globe, der künftigen Interimsspielstätte des Landestheaters Coburg, soll auch noch ein Parkplatz gebaut werden. Mit 180 Stellplätzen.
„Das kann ja gar nicht funktionieren“, schimpfte Michael Zimmermann (FDP). 180 Stellplätze seien nämlich viel zu wenig. Schließlich werde dort ja auch geparkt, wenn es in der benachbarten Pakethalle Veranstaltungen gibt. Ein derart kleiner Parkplatz würde „das ganze Projekt gefährden“, weshalb er gegen diese Parkplatz-Pläne stimmen werde.
Grüne zählen Alternativen auf
Auch die Grünen stimmten dagegen – allerdings aus komplett anderen Gründen. Sie fragen sich, warum es am Globe überhaupt einen derart großen Parkplatz braucht. Grünen-Stadtrat Kevin Klüglein zählte auf: Zum Großparkplatz Anger seien es nur 900 Meter – von dort könne man in zehn Minuten zum Globe laufen.
Außerdem gebe es im nahen Umkreis noch das SÜC-Parkhaus (Uferstraße), das Brose-Parkhaus (Bamberger Straße) sowie die großen Parkplätze bei den Verbrauchermärkten in der Bamberger Straße. Angesichts von 1,8 Millionen Euro, die der Parkplatz am Globe kosten soll, fragte Kevin Klüglein: „Wie viel Geld will diese Stadt noch für Parkplätze ausgeben?“ Warum spreche man nicht mit Firmen und Nachbarn, um „modernere Lösungen“ zu finden?
75 Bäume vorgesehen
Baureferent Peter Cosack konterte die Klüglein-Kritik. Für eine Einrichtung wie das Globe müsse nun einmal eine bestimmte Anzahl von Parkplätzen nachgewiesen werden. Man habe aber auf Klima- und Umweltschutz geachtet, außerdem werde der Platz komplett eingegrünt. Vorgesehen seien nicht weniger als 75 Bäume auf und rund um den Parkplatz.
Nun meldete sich mit Hans-Heinrich Eidt aber wieder ein Vertreter der FDP zu Wort: Das Grundproblem sei, dass leider nur ein Parkplatz und nicht – wie ursprünglich geplant – ein Parkhaus gebaut wird.
Petra Schneider platzt der Kragen
An dieser Stelle platzte Petra Schneider (SPD) der Kragen: „Das ist eine unsägliche Diskussion!“ Der Stadtrat habe sich doch längst darauf geeinigt, dass kein Parkhaus, sondern ein Parkplatz gebaut wird. Anstatt dies jetzt wieder infrage zu stellen, sollte lieber Peter Cosack und dessen Team „Danke“ gesagt werden, dass die Planung zuletzt so schnell vorangetrieben wurde.
Der Bau des Parkplatzes wurde mit 31:5 Stimmen beschlossen. Die fünf Gegenstimmen kamen von FDP und Grünen.
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