In der Coburger Innenstadt ist im Oktober vergangenen Jahres mehr als nur ein Leerstand verschwunden. Im Steinweg 14 wird seit nunmehr sieben Monaten ein neues Ladenkonzept getestet. Im „Showroom 14“ sollen die Vorteile des Online-Shoppings mit dem analogen Einkaufserlebnis in der Coburger Innenstadt kombiniert werden.
Technischer Dreh- und Angelpunkt ist eine Softwareplattform, die von den drei „Showroom“-Machern Kerstin Haas, Jochen Flohrschütz und Andreas Kücker entwickelt wurde. Über diese Plattform werden Kleidungsstücke, die zuvor im Laden probiert werden können, direkt beim jeweiligen Hersteller bestellt und dann nach Hause geliefert.
Was sind die Vorteile des Konzepts?
Zwei wesentliche Vorteile dieses Konzepts: Weil von jedem Kleidungsstück nur ein Exemplar vorrätig sein muss, entstehen keinerlei Lagerkosten. Und: Die Gefahr, dass etwas online Bestelltes nicht gefällt und wieder zurückgeschickt werden muss, entfällt.
Anette Vogel, die den „Showroom 14“ über die städtische Projektgruppe „Die Stadtmacher“ begleitet und unterstützt, zieht jetzt ein durchaus positives Zwischenfazit. Ja, mehr Frequenz sei immer möglich, doch grundsätzlich könne festgestellt werden: „Das Konzept funktioniert.“ Vogel betont auch ausdrücklich, dass sich der „Showroom 14“ nicht als Konkurrenz zu bestehenden Modegeschäften versteht, sondern als Ergänzung. Außerdem könne die besagte Softwareplattform auch gerne von anderen Händlern genutzt werden. Sie funktioniere auch nicht nur für Kleidungsstücke, sondern für jegliche Verkaufsartikel.
Hubert Aiwanger lobt Projekt in Coburg
Was auffällt: Außerhalb von Coburg ist das Interesse an dem neuen Ladenkonzept groß. So werde laut Anette Vogel in Rothenburg ob der Tauber und in Kempten bereits darüber nachgedacht, das Konzept zu kopieren.
Ein besonders dickes Lob gab es außerdem von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Aiwanger übermittelte folgende Worte: „Coburg ist bereit, Gewohntes zu hinterfragen und Neues zu erproben. Das ist entscheidend, um Städte zukunftsfähig und krisensicher weiterzuentwickeln und die Bürgerinnen und Bürger zu versorgen. Der Lösungsansatz , Showroom 14‘ ist vielversprechend und könnte beispielgebend sein für andere bayerische Städte und Gemeinden.“ Wichtig in diesem Zusammenhang: Zur Erprobung des neuen Ladenkonzepts sind auch Fördermittel geflossen aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“, den die Landesregierung aufgelegt hat.
Jochen Flohrschütz spricht von einer „Riesenchance für uns“, dass die Softwareplattform sozusagen „unter Realbedingungen“ getestet werden kann. Dennoch ist ein Ende der Testphase in Sicht: Noch bis in den Sommer hinein soll es den „Showroom 14“ geben, und Kerstin Haas kündigt für den Schlussspurt auch noch einmal neue Marken an.
Anette Vogel teilt derweil mit, dass das Ladenlokal im Steinweg 14 auch nach dem Ende als „Showroom 14“ weiterhin von den Stadtmachern angemietet bleibt. Denn: „Es soll ein Experimentierraum bleiben.“ Denkbar seien beispielsweise Concept- oder auch Pop-up-Stores. Über allem stehe die Idee, Menschen in die Innenstadt zu bekommen.
INFO Der „Showroom 14“ im Steinweg 14 in Coburg hat donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Infos auch unter showroom14.de
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