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Arbeitsplätze in Gefahr
Schenker: Wie geht’s weiter am Standort Coburg?
DB Schenker in Coburg
Symbolträchtiges Foto von diesem Mittwoch: dunkle Wolken über DB Schenker im Coburger Stadtteil Creidlitz. // Oliver Schmidt
Coburg – Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn soll verkauft werden. Die Gewerkschaft befürchtet, dass 5.300 der insgesamt 15.000 Arbeitsplätze wegfallen. Auch in Coburg und Bamberg ist die Sorge groß.

Geht jetzt alles ganz schnell? Das Handelsblatt will erfahren haben, dass noch in dieser Woche der Verkauf von DB Schenker über die Bühne gehen soll.

Geht jeder dritte Arbeitsplatz verloren?

Bei der Logistiktochter der Deutschen Bahn sind derzeit rund 15.000 Menschen bundesweit beschäftigt. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass es unter einem neuen Eigentümer zu einem massiven Stellenabbau kommt. Konkret steht sogar die Zahl von 5.300 Arbeitsplätzen im Raum, die in Gefahr sein könnten – das wäre mehr als jeder dritte...

„Es wird auf jeden Fall Einschnitte geben“

Doch selbst, wenn diese Zahl zu hoch gegriffen sein sollte: „Es wird auf jeden Fall Einschnitte geben“, sagt Thomas Hampel von Verdi und fordert, die Interessen der Beschäftigten zu berücksichtigen. Dabei gehe es sowohl um den Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen als auch um die jeweiligen Rahmenbedingungen. So sorgt sich die Gewerkschaft Verdi allen voran um die langfristige Tariftreue des künftigen Eigentümers.

300 Beschäftigte in Coburg und Bamberg

Bei einem bundesweiten Aktionstag am Mittwoch sollte auch ein Zeichen gesetzt werden, dass möglichst viele der heutigen Schenker-Standorte erhalten bleiben. Zum Beispiel auch der in Coburg, dem der Bamberger Standort organisatorisch angegliedert ist.

Die Zahl der Beschäftigten bei Schenker in Coburg liegt bei rund 250, in Bamberg sind es etwa 50.

„Aktive Mittagspause“

Stellungnahmen zur aktuellen Situation in Coburg-Bamberg waren am Mittwoch allerdings nicht zu erhalten. Es gab auch keinerlei Informationen dazu, inwieweit sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Aktionstag beteiligt haben. Verdi hatte an allen Standorten in Deutschland zu einer „aktiven Mittagspause“ in der Zeit von 12 bis 12.15 Uhr aufgerufen. Zusätzlich fanden in Nürnberg, Lindau sowie in Neufahrn bei München größere Protestaktionen statt.

Appell an Bundesregierung

In Neufahrn appellierte der dortige Schenker-Betriebsratsvorsitzende Mario Lehmann direkt an die Bundesregierung: „Herr Scholz und Herr Lindner, schützen Sie unsere Jobs!“

Angebote von DSV und CVC

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass es zwei Bieter gibt, die DB Schenker gerne kaufen möchten: den dänischen Logistikkonzern DSV und den Finanzinvestor CVC.

Laut Handelsblatt sollen beide ein Angebot abgegeben haben, und zwar jeweils in Höhe von etwa 14 Milliarden Euro.

Lange Tradition in Coburg

Der heutige Standort von DB Schenker im Coburger Stadtteil kann auf eine lange, wechselvolle Geschichte zurückblicken. Am Anfang stand die Spedition Weichelt. 

Spedition Weichelt, Coburg
Mit der Spedition Weichelt fing einst alles an – heute gehört das Unternehmen zu DB Schenker. Am Sportplatz der TSG Creidlitz ist aber noch immer die alte, geradezu historische Bandenwerbung zu finden. // Oliver Schmidt

Diese Spedition Weichelt firmierte später in Rhenus-Weichelt um. Über Zwischenstationen wie Schenker Eurocargo wurde aus der Coburger Niederlassung schließlich DB Schenker.

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