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Weihnachtliches im Oktober
Frühstart: In Coburg blinken die ersten Weihnachtsbäume
Weihnachtsdeko von Butlers in der Coburger Innenstadt
Nussknacker James scheint wenig begeistert von seinem frühen Amtsantritt in diesem Jahr zu sein. // Foto: Hannah Niederfeld Paterson
Coburg – Der Wohn- und Dekoladen Butlers in der Innenstadt hat schon jetzt Weihnachtsbäume aufgestellt. Jahresfeste bieten Struktur und Sicherheit. Bringt uns die frühe Weihnachtsdeko aus der Balance?

Warum steht da ein pinker Nussknacker vor dem Wohn- und Dekoladen Butlers in der Fußgängerzone in Coburg? Daneben drei Plastiktannen. Aber es ist doch erst Oktober! Sehnen sich die Kunden wirklich schon im Oktober nach Weihnachtsbäumen und Nussknackern? 

„Unser Nussknacker James ist einfach ein Eyecatcher. Ich habe zwar schon kurz überlegt, ob ich ihn jetzt schon herausstelle, aber die Leute freuen sich darüber. Viele bleiben stehen und machen Fotos“, erzählt die Butlers-Filialleiterin Katharina Koon. 

„Wir freuen uns schon sehr auf die Weihnachtszeit!“

Halloween-Deko gebe es im Butlers nicht, denn das passe nicht zum Sortiment. Dafür umso mehr Weihnachtliches, wie Filialleitung Katharina Koon sagt: „Wir werden nach und nach das ganze untere Stockwerk weihnachtlich dekorieren. Wir freuen uns schon sehr auf die Weihnachtszeit!“

Weihnachtsdeko vor Butlers in Coburg
Weiß, pink und blinkend. Diese Tannen haben eine Mission: Sie wollen auffallen. // FOTOGALERIE Foto: Hannah Niederfeld Paterson
Weihnachtsdeko vor Butlers in Coburg
Die Bäume sind noch grün, aber die Tannen schon pink? Weihnachtsdeko darf anscheinend nicht nur zu früh auf der Matte stehen, sondern auch kitschig sein. // FOTOGALERIE Foto: Hannah Niederfeld Paterson

Verliert Weihnachten an Bedeutung?

Der Heimatpfleger der Stadt Coburg Christian Boseckert sieht die verfrühte Weihnachtsdekoration in Geschäften getrennt von dem, wie Menschen in den eigenen vier Wänden Weihnachten feiern: „Aufgrund der Kommerzialisierung kann man jetzt eben schon im Oktober Lebkuchen essen, ohne an Weihnachten zu denken. Dass jemand an einem kalten Herbsttag Tee und Lebkuchen isst, bedeutet aber nicht, dass damit Weihnachten an Wert verliert. Wenn es konkret an den Kern geht, dann sind die meisten Menschen, denke ich, noch immer sehr traditionsbewusst.“

Weihnachten gebe vielen Menschen Halt, sagt Heimatpfleger Christian Boseckert: „Wir leben mittlerweile in einer Welt, in der die Menschen viel mehr auf sich selbst gestellt sind. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Auf der anderen Seite werden die Welt und die Wirtschaft immer unsicherer. Da sucht man dann schon nach einem Anker“. Dieser Anker könne die Familie, die eigene Kultur oder Heimat sein. Denn all das sei beständig und bilde damit einen Kontrast zu einer sich schnell verändernden Welt.

Traditionen verändern sich ständig

„Traditionen und Bräuche sind ständig in Bewegung und verändern sich“, so Christian Boseckert. Vor 100 Jahren hätten Menschen noch anders Weihnachten gefeiert. Heute sei Weihnachten oft weniger stark mit Religion verbunden und es gebe Menschen, die aus praktischen Gründen nicht alle Traditionen um Weihnachten leben: „Es gibt heutzutage viele Menschen, die alleine leben. Und Alleinstehende stellen häufig keinen Weihnachtsbaum auf.“

Der Heimatpfleger Christian Boseckert ist sich sicher, dass Weihnachten zwar mit ein paar kleinen Veränderungen leben muss, doch verschwinden würde das Fest der Liebe und Besinnung so schnell nicht: „Wenn heute die Bundesrepublik sagen würde, wir streichen die Weihnachtsfeiertage, dann würde hier glaube ich, eine Revolution ausbrechen.“

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