Plötzlich wirkt die Eingangshalle zum Coburger Bahnhof so beengt. Überall Bauzäune und Absperrband. Die Sitzbänke in der Mitte sind nicht erreichbar. Gerüste stemmen ein Netz, das den Eingangsbereich vor möglichen, herabfallenden Deckenteilen schützt. Die markanten, leuchtenden Bäume neben den Sitzbänken, haben ihr Laub verloren, nur die Lüster hängen noch herab und spenden Licht. Die Läden sind alle erreichbar, doch die Orientierung fällt etwas schwer.
Der Hintergrund: Ursprünglich kursierte in Coburg die Annahme, dass Verunreinigungen an der Decke zu sehen waren und die Deutsche Bahn daraufhin anrückte, um diese zu entfernen. Doch die Konstruktion aus Gerüsten und Netz deuteten auf weitreichendere Maßnahmen als nur Schmutzentfernung hin.
Coburger Bahnhof: Decke muss ausgebessert werden
Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt die Deutsche Bahn nun: „[Bei der Decke] handelt es sich um eine Spezialkonstruktion, die einer regelmäßigen Überprüfung unterliegt. Altersbedingt muss nun ausgebessert werden. Die umfangreiche Sanierung wurden vor Kurzem angestoßen, die Arbeiten werden von Spezialisten durchgeführt.“
Die Rabitzdecke, die in dieser Form seit der Eröffnung des Gebäudes 1923 besteht, würde demnach saniert werden müssen. Mit der Sanierung des neuen Bahnsteigs sechs habe diese Maßnahme nichts zu tun.
Wozu die Bahn auf Anfrage keine Aussage treffen kann: Ob die Empfangshalle im Rahmen der Sanierungsarbeiten irgendwann kurz- oder langfristig nicht begehbar sein wird. Zudem sei bis zum Ende der Maßnahmen keine Nennung der Kosten möglich.
Empfangshalle Bahnhof Coburg: Sanierung zuletzt 2021
Die Empfangshalle wurde zuletzt 2020 und 2021 modernisiert. Das trug auch dazu bei, dass der Coburger Bahnhof 2022 zum Bahnhof des Jahres gekürt wurde. Die Allianz pro Schiene begründete die Wahl damals unter anderem so: „Der Bahnhof Coburg ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Er bietet eine tolle Aufenthaltsqualität und hat die Bedürfnisse der Reisenden immer im Fokus.“
Die Mischung aus historischen Elementen und zeitgemäßem Design würde eine einzigartige Atmosphäre schaffen, die auch Vorbild für andere Bahnhöfe in Deutschland sein könne. Wie lange die Bauarbeiten dauern, kann die Bahn auf Anfrage noch nicht sagen. Bis dahin: Augen zu und durch die Empfangshalle.














