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OB-Wahl in Kulmbach
FDP nominiert Thomas Nagel als eigenen OB-Kandidaten
Stadt- und Kreisrat Thomas Nagel soll OB-Kandidat werden
Thomas Nagel soll der OB-Kandidat für die Kulmbacher FDP werden. // Foto: Stephan Herbert Fuchs/Archiv
Kulmbach – Die Kulmbacher FDP hat am Mittwochabend einen eigenen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Kulmbach nominiert: Der wiedergewählte Kreisvorsitzende Thomas Nagel soll ins Rennen gehen.

Bei der FDP-Kreishauptversammlung am Mittwochabend in der Kulmbacher „Hagleite“ gab es eine entscheidende Weichenstellung: Demnach soll Thomas Nagel, frisch wiedergewählter Vorsitzender des Kreisverbands Kulmbach, auch der OB-Kandidat der Liberalen bei den Wahlen im kommenden März werden.

Den Antrag dazu hatte Lothar Huber gestellt, seines Zeichens stellvertretender Kreisvorsitzender und Sprecher des FDP-Ortsverbandes in Marktleugast. Er begründete den Vorstoß wie folgt: „Wir haben aktuell einen Oberbürgermeister, der es nicht kann. Wir brauchen aber künftig einen Oberbürgermeister, der weiß, wie es geht und der nicht spaltet, sondern verbindet. Thomas Nagel ist dafür der Richtige.“ Der Antrag wurde mit großem Beifall begleitet, die Kreishauptversammlung unterstützte den Vorstoß einstimmig. Diese Nominierung sei eine „echter Lichtblick für Kulmbach“.

Nagel will sich „mit guten Ideen“ einbringen

Thomas Nagel nahm den Auftrag an. „Es ehrt mich sehr“, sagte der Stadt- und Kreisrat. Er habe sich dazu bereits im Vorfeld mit seiner Familie beratschlagt. „Sie stehen hinter mir.“ Er wisse um die Verpflichtung, die solch eine Nominierung mit sich bringe. „Für meinen Teil kann ich sagen: Ich bringe 30 Jahre Medienerfahrung mit, 20 Jahre Parteizugehörigkeit und 17 Jahre Zugehörigkeit zum Kulmbacher Stadtrat.“

Die Kulmbacher FDP habe nach schwierigen Zeiten und einigen Austritten ein gutes Team am Start. „So eine Kandidatur ist keine One-Man-Show.“ Er selber wolle sich mit „guten Ideen sachlich und ohne Polemik einbringen“ und den Kulmbacher Bürgern ein Angebot machen.

Start-up-Büro, Studentencafé und effizientere Verwaltung

Seine Vorstellungen für Kulmbach stellte Nagel im Zuge seines Rechenschaftsberichts als (einstimmig wiedergewählter) Kreisvorsitzender vor. Unter anderem setze er sich als Vorsitzender des Kulmbacher Familienbeirats ein für einen Ansprechpartner für die Jugend, mehr Events für Jugendliche und einen neuen Skaterpark, "der nicht erst dann umgesetzt werden soll, wenn die Jugendlichen bereits erwachsen sind und ihre eigenen Kinder haben". Als Verwaltungsrat für die Kinderhorte liege ihm viel an der frühkindlichen Erziehung - und Kinderhorte wie Kindergärten bildeten die entscheidende Grundlage.

Mobilitätskonzept & Co: Das sind Nagels Pläne

Nagel und die FDP setzen sich zudem für bessere Mobilitätskonzepte in der Stadt ein, die Auto, Rad und Motorrad verbinden. "Ich rede nicht von sinnbefreiten Schutzstreifen, die irgendwo beginnen und irgendwo aufhören." Flexiblere Möglichkeiten könnten auch (mit privatem Kapital gesponserte) Ruftaxis, ein E-Bike-Verleih oder E-Roller bieten.

Das Thema mobile Videoüberwachung bleibe für die FDP ein wichtiges, "da wir Brennpunkte in der Stadt dringend beseitigen müssen, damit Vandalismus und Straftaten keine Chance haben", so Nagel. Gemeint sei unter anderem der Bereich um den Bahnhof. Erfreut zeigte sich der Kulmbacher, dass die FDP in Sachen Tourismus ihren Antrag durchgebracht habe, wonach auf der Plassenburg das Zinnfigurenmuseum als Kulmbacher Geschichtsmuseum bleibe. "Das freilich muss attraktiver werden."

Blick zur Kulmbacher Plassenburg

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Für Nagel steht fest: Kulmbach befinde sich an einem entscheidenden Wendepunkt. "Es geht darum, ob wir stärker die Chancen nutzen, um Kulmbach als Zukunftsstadt zu entwickeln." Vor Jahren hatte er einen Antrag gestellt mit der Bitte, ein "Förderprogramm Zukunftsstadt" zu entwickeln. "Kulmbach kann mehr - dieses Motto könnte heute nicht relevanter sein." Kulmbach verdiene eine strahlende "ZuKUnft". Es gehe dabei nicht vordergründig um die FDP. "Es geht mir um unsere Heimat, unser Kulmbach. Kulmbach braucht eine starke Wirtschaftsförderung und attraktive Gewerbegebiete für Neuansiedlung von Unternehmen."

Leerstände müssen beseitigt werden

Dazu gehöre die Herausforderung, Leerstände anzugehen. Leer stehende Gebäude sind laut Nagel nicht nur eine Belastung für das Stadtbild, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung. "Wir brauchen Konzepte, die Investoren anziehen und gleichzeitig unsere Innenstadt wiederbeleben. Unternehmen brauchen Räume, in denen sie wachsen können." So schaffen man nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern auch eine lebendige Gemeinschaft. "Wir müssen die Eigentümer davon überzeugen, dass eine genutzte Ladenfläche besser ist, als eine leere."

Ein Leerstand, der laut Nagel längst behoben gehört: das Kaufplatz-Areal.  "Das muss im Sinne der Lebensqualität Kulmbachs unbedingt weiterentwickelt werden als zentraler Platz für die Bürger, mit einer gelungenen Integration des Mains und der dringenden Berücksichtigung der Interessen unserer jungen Leute als Innenstadtmagnet."

Ein nächster Schritt auf Nagels Liste: die Umgestaltung der Verwaltung. Kulmbach müsse zu einem "erstklassigen Dienstleister" werden für Bürger wie und Unternehmen. Dies beinhalte "eine klare Reduzierung der Personalkosten bei gleichzeitiger Förderung der Effizienz". Verwaltung sei kein bürokratischer Apparat, sondern ein Partner, der aktiv zur Lebensqualität beitrage.

Mutiger denken will der FPD-Politiker in Sachen Junggründer. "Wir sollten Kulmbach zu einer Start-Up-City machen. Dazu braucht es günstige Räume mit privaten Investoren." Denkbar sei ein One-Stop-Shop für Gründungen. "Alle Genehmigungen, Anmeldungen und Beratungen an einem Ort, digitalisiert, schnell und unbürokratisch in 48 Stunden - das könnte unser Motto sein."

Uni-Campus in die Stadt holen

Und dann ist da noch der Uni-Campus. Bereits 400 Studierende leben in Kulmbach. "Doch wir müssen die Sichtbarkeit unserer Universität stärken. Lasst uns ein attraktives Umfeld schaffen, das Unternehmen und Talente anzieht! Ein kreatives und innovatives Kulmbach wird die Zentrale für junge Menschen, die sich hier entfalten möchten." Eine Uni mitten in der Stadt, Studieren mitten in der Fußgängerzone - dazu brauche es Spielräume, unter anderem das immer wieder ins Gespräch gebrachte Studenten-Café."

Veränderungen im Kreisvorstand

Bei den anderen Wahlen im Kreisvorstand wurden entsprechende Entscheidungen getroffen, unter anderem auch wegen der genannten Parteiaustritte von Ulrich Gödde und Michael Otte vor einigen Wochen (beide hatten eine Stellvertreterrolle inne). Neu zu wählen waren neben Nagel als Kreisvorsitzender auch drei Stellvertreter, ein Schatzmeister, ein Schriftführer sowie drei Beisitzer.

Nagels Vertreter als Vorsitzende sind künftig Lothar Huber, Volker Huth und Rüdiger Gust. Schatzmeisterin bleibt Ann-Kathrin Otte, Schriftführer Kevin Blechschmidt. Beisitzer sind Mezkin Hussein, Margit Drechsler und Markus Nagel, Ute Nagel übernimmt die Kassenprüfung. 

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