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Kulmbacher Kieswäsch
Genug Sauerstoff im See: Stadt will Badeverbot aufheben
Immer wieder gibt es an der Kieswäsch Badeverbot.Jürgen Gärtner/Archiv
Immer wieder gibt es an der Kieswäsch Badeverbot.Jürgen Gärtner/Archiv // 
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Kulmbach – Gute Nachricht aus dem Rathaus: Die Stadt Kulmbach kann aufgrund der aktuell guten Wasserwerte das Badeverbot für die Kieswäsch offenbar in Kürze aufheben.

Wie die Stadt Kulmbach mitteilt, hat sich die Sauerstoffsituation in der Kieswäsch nach dem plötzlichen Fischsterben vom Sonntag, 23. August, nun deutlich verbessert. Nach Einschätzung der zuständigen Fachbehörden und Experten herrschen demnach inzwischen wieder gute Bedingungen für die Fische und das gesamte Ökosystem des Naherholungsgebiets Oberauhof.

Das bedeutet auch, das in Kürze mit einem Ende des Badeverbots zu rechnen sei.

Nach Aussage des Bezirksfischereivereins Kulmbach wurden auch keine weiteren, frisch verendeten Fische im Gewässer gesichtet. Bei einer gemeinsamen Besprechung vor Ort haben sich am Freitag, 28. August, Vertreterinnen und Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Hof, der Fischereifachberatung des Bezirks Oberfranken, des Landratsamtes Kulmbach mit den Fachbereichen Katastrophenschutz, Sicherheit und Ordnung sowie Wasserrecht, des Bezirksfischereivereins Kulmbach, des Technischen Hilfswerks (THW) Kulmbach, des Bauhofs der Stadt Kulmbach sowie Prof. Klaus Hagen über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte beraten. Auch der Kulmbacher Landtagsabgeordnete und Verwaltungsrat für Naherholungsgebiete der Stadt Kulmbach, Rainer Ludwig, war in die Abstimmungen eingebunden.

Dabei wurde gemeinsam entschieden, die seit dem Fischsterben laufenden Belüftungsmaßnahmen durch die THW-Ortsverbände Kulmbach, Kronach, Naila und Pegnitz am Samstagvormittag einzustellen. Bis dahin werden die Maßnahmen fortgeführt. Hintergrund ist die bis Samstag prognostizierte starke Wetteränderung mit Regen und Gewittern, die sich ungünstig auf den Sauerstoffgehalt des Gewässers auswirken könnte. Die zusätzliche Belüftung soll dazu beitragen, diese mögliche Gefahr abzuwehren.

Das derzeit geltende Badeverbot soll nach gemeinsamer Einschätzung am Sonntag aufgehoben werden. Die Wasserqualität der Kieswäsch wird auch darüber hinaus weiterhin engmaschig von fachlicher Stelle kontrolliert.

„Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass im Ernstfall alle schnell, unkompliziert und zielgerichtet zusammenarbeiten. Genau das ist hier geschehen. Nach dem Hinweis des Bezirksfischereivereins wurde am Sonntagvormittag unmittelbar gehandelt und eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachbehörden, Einsatzkräften und den weiteren Verantwortlichen aufgebaut“, betonte Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack.

Sein besonderer Dank gilt den Einsatzkräften des THW und der Freiwilligen Feuerwehren sowie der Kreiswasserwacht und dem DLRG: „Wir können uns glücklich schätzen, solche Organisationen zu haben, die Tag und Nacht für uns einstehen und im Ernstfall sofort zur Stelle sind. Mein aufrichtiges Dankeschön nochmals an alle, die hier mit großem Engagement geholfen haben.“

Auch den Einsatz der Mitglieder des Bezirksfischereivereins Kulmbach würdigte das Stadtoberhaupt ausdrücklich. Sie hatten nach dem plötzlich aufgetretenen Fischsterben die verendeten Tiere aus dem Gewässer geborgen. „Die toten Fische aus der Kieswäsch zu holen, war keine leichte Arbeit und für die Mitglieder des Vereins sicher auch eine schmerzliche Erfahrung. Sie haben diese Aufgabe trotzdem übernommen und damit einen sehr wichtigen Beitrag geleistet. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken“, so Dr. Hartnack.

Darüber hinaus dankte der Oberbürgermeister der Fischereifachberatung des Bezirks Oberfranken und dem Wasserwirtschaftsamt Hof für die intensive fachliche Beratung und Begleitung sowie Prof. Klaus Hagen für seine Expertise im Bereich der Blaualgenbekämpfung und bei der Beurteilung der Wasserqualität.

Um den durch die Ereignisse gestressten Fischen nun ausreichend Zeit zur Erholung zu geben, beabsichtigt der Bezirksfischereiverein Kulmbach, das für September geplante Königsfischen an der Kieswäsch abzusagen. Auch das Angeln am Oberauhof soll bis in den Herbst hinein vorerst nicht möglich sein. Der Fischbestand soll sich nach der außergewöhnlichen Belastung möglichst ungestört stabilisieren können.

Unabhängig von der aktuellen Entspannung wird nun aber auch der Blick nach vorne gerichtet. Auf Initiative von Oberbürgermeister Ralf Hartnack ist deshalb in wenigen Wochen ein Runder Tisch mit den Fachbehörden, Organisationen, Nutzern und weiteren Verantwortlichen geplant. Gemeinsam soll beraten werden, welche konkreten Maßnahmen und Möglichkeiten bestehen, um die Kieswäsch langfristig als attraktives und ökologisch stabiles Gewässer zu erhalten.

„Wir müssen die Erfahrungen aus dieser Situation nutzen und gemeinsam vorausschauend überlegen, was wir tun können, damit unsere Kieswäsch dauerhaft ein gutes Gewässer für alle bleibt“, begründet das Stadtoberhaupt diesen Vorstoß. „Dazu gehören zum einen die Menschen, die hier ihre Freizeit verbringen, die Badegäste, Fischer und Angler – und zum anderen natürlich die Flora und Fauna, die diesen besonderen Lebensraum ausmacht.“

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