Kachelofen klingt nach Tradition, nach bayerischer Stube und Besuch bei den Großeltern. Mittlerweile gibt es die Heizvariante in vielen neuen Designs.
Grundsätzlich gibt es beim Keramikofen zwei Formen: Einmal den verputzen Kachelofen, der sogenannte Grundofen. Er zeichnet sich durch seine Energieeffizienz aus, braucht allerdings etwas bis der ganze Raum erhitzt ist. Seine keramischen Kacheln speichern die Wärme und geben sie in Form von Strahlung bis zu 24 Stunden lang in den Raum ab.
Heutzutage setzt die Kachelofentechnik auf Konvektion. Hier erhitzt der Ofen die zirkulierende Luft und erwärmt dadurch den umgebenden Raum schneller. Diese sogenannten Warmluft-Öfen sind für Allergiker geeignet, da sie die Raumluft im Bodenbereich absaugen – so werden Staub und Pollen mit eingesaugt und im Inneren verbrannt. Zudem kann die Ofenwärme über Kanäle auch in andere Räume geleitet werden. Ein wasserführender Kachelofen kann zudem Raumheizung und Warmwasserbereitung einer Zentralheizung unterstützen oder diese ganz ersetzen.
Moderne Geräte arbeiten vollautomatisch, einige können sogar aus der Distanz programmiert werden. Auch die Brennmaterialien sind vielfältiger geworden. Neben Holz, Kohle und Briketts, sind längst auch Heizeinsätze für Öl, Gas oder Pellets auf dem Markt. Außerdem ist lästiges Ascheausleeren passé. Denn mittlerweile wird das Holz beinahe restlos verbrannt.
Gut für Geldbeutel und Klima
Seit Januar gilt eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe, zudem steigen die Heizkosten jährlich an. Mit Anschaffungs- und Montagekosten von mehreren tausend Euro ist ein Kachelofen zwar relativ teuer, doch auf lange Sicht schont er Geldbeutel und Klima. Denn durch seine enorme Energieeffizienz verbraucht er kaum Brennmaterial. Außerdem gilt Holz als nachwachsender Brennstoff und ist somit von der CO2-Abgabe befreit. Eine staatliche Förderung gibt es allerdings nicht.
Für den ökologischen Fußabdruck eignet sich regionales Brennholz. Denn dadurch werden die Transportwege minimiert und Arbeitsplätze in der Region gesichert. Tipp: Wegen der trockenen Sommer mussten vermehrt Bäume gefällt werden, daher können Ofen-Besitzer ihr Brennholz kostengünstig beim jeweiligen Forstamt abholen oder es alternativ selbst schlagen.
Entscheidet man sich für einen Kachelofen, gilt es einiges zu beachten. Ist ein geeigneter Schornstein vorhanden? Wie oft soll der Ofen genutzt werden? Wo erlaubt die Statik des Hauses den Aufbau? Zudem muss die Größe des Ofens auf die Raumgröße angepasst werden. Denn ist der Raum zu klein, würde das Feuer zu viel Sauerstoff entziehen. Doch auch beim passenden Größenverhältnis ist regelmäßiges Lüften Pflicht. Am sichersten ist es, die Installation einer Fachfirma zu überlassen. Diese kann die neuen Besitzer auch in die richtige Bedienung und Wartung einweisen. Die Abnahme des Ofens erfolgt durch den Schornsteinfeger.
Sanierungspflicht bei Kachelöfen
Viele ältere Öfen halten die neuen gesetzlichen Grenzwerte in Bezug auf Feinstaubbelastung und Kohlenstoffmonoxid-Ausstoß nicht ein. Aus diesem Grund fordert der Gesetzgeber eine Nachbesserung, dabei kann es sich je nach Modell um einen Austausch des Heizeinsatzes oder um das Nachrüsten mit einem speziellen Filter handeln. Welche Feuerstellen betroffen sind, richtet sich nach dem Alter des Ofens. Ausgenommen sind: offene Kamine, Grundöfen und Einzelraumfeuerungsanlagen, die nachweislich vor 1950 erbaut wurden.
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