0
Digitale Karten
Frankens Bahnhöfe: Welche sind barrierefrei?
Bahnhof Bamberg
Ein ICE rollt in den Bahnhof Bamberg ein und hier haben alle Passagiere Glück. Bambergs Hauptbahnhof ist als "barrierefrei" gelistet. In Kreisstädten wie Kulmbach und Kronach sieht das anders aus. // David Ebener/dpa/Archivbild
Bamberg – Wie viele Bahnhöfe gibt es noch in Franken? Wo ist die Deutsche Bahn zuständig, wo die Kommune? Daten und Fakten für Nah- und Fernfahrer.

Kommt ein Rollstuhlfahrer am Kulmbacher Bahnhof auf Gleis 2? Wie steht es um die Barrierefreiheit in Bamberg?

Wo kommen auch Rollstuhlfahrer zum Gleis?

Eine Datenrecherche unserer Redaktion hat ergeben, dass der Ausbau der Bahnhöfe in Franken zwar vorangeht, aber an vielen Orten herrscht  immer noch ein trostloses Bild: verbarrikadierte Bahnhöfe mit Stufen und Stolperfallen.

Nach Angaben von Bahnland Bayern, der Dachmarke der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), sind von den insgesamt 390 Bahnhöfen und Haltestellen in Franken 190 barrierefrei und fünf teilweise barrierefrei - dazu zählt auch einer der passagierreichsten Knotenpunkte in Deutschland, der Hauptbahnhof in Nürnberg.

Nicht-barrierefrei sind unter anderem die Gleiszugänge von Kreisstädten wie Kulmbach, Kronach und Bad Kissingen. Diese drei Bahnhöfe sind Eigentum der Deutschen Bahn, auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten viele andere verkauft wurden. In allen drei Orten haben wir bereits mehrfach zu den Zuständen an den Bahnhöfen berichtet. 

Nur noch wenige Bahnhöfe gehören der Deutschen Bahn

Von den 390 Bahnhöfen und Haltestellen in Franken sind noch 35 Eigentum der Deutschen Bahn, erklärt die DB-Pressestelle auf Nachfrage unserer Redaktion. Dazu zählen vor allem größere Knotenpunkte wie Bamberg, Coburg, Lichtenfels und Bayreuth in Oberfranken sowie die großen Hauptbahnhöfe Würzburg und Nürnberg in Unter- und Mittelfranken.

Inwieweit die Bahn den barrierefreien Ausbau neben unzähliger anderer Restaurierungs- und Ausbaumaßnahmen vorantreiben wird, lässt sich nicht so einfach sagen. Zuletzt mussten vor allem die Steuerzahler herbe Verluste des Bahngeschäfts kompensieren. Der Rekord liegt im ersten Jahr der Corona-Pandemie bei mehr als 5,7 Milliarden Euro im Minus. 

In den Corona-Jahren sind bis zur Einführung des Neun-Euro-Tickets nicht nur die Passagierzahlen eingebrochen. Auch die Vernetzung der Bahn schrumpft zumindest zum Teil. Seit 2000 hat die Deutsche Bahn 331 Bahnhöfe stillgelegt, die meisten davon in Sachsen Anhalt (95), aber auch in Bayern wurden acht Bahnhöfe geschlossen und vom Verkehrsnetz genommen.

Komfortabel, aber gefährlich: Kurioses vom Hauptbahnhof Nürnberg

Zurück nach Franken: Dass sich Bahnkomfort und Gefahr nicht im Wege stehen müssen, beweisen zwei weitere Statistiken über den größten fränkischen Bahnhof.

Während der Hauptbahnhof Nürnberg beim Passagierkomfort in einer Erhebung vor allen anderen deutschen Hauptbahnhöfen rangiert, liegt er zur gleichen Zeit in einer anderen, weniger schmeichelhaften Statistik deutschlandweit auf dem dritten Platz: die zur Anzahl der Gewalttaten an Bahnhöfen.

Lesen Sie dazu:

 

Inhalt teilen
  • kopiert!