Brose Bamberg
Bamberg bricht Braunschweiger Löwenherz
Drehte nach einer unauffälligen ersten Halbzeit in den zweiten 20 Minuten kräftig auf: Patrick Miller (gegen Robin Amaize).
Drehte nach einer unauffälligen ersten Halbzeit in den zweiten 20 Minuten kräftig auf: Patrick Miller (gegen Robin Amaize).
Christian Schlüter
Maximilian Glas von Maximilian Glas Fränkischer Tag
Bamberg – Brose tut sich beim kampfstarken Tabellenschlusslicht Braunschweig schwer, ist aber in der entscheidenden Phase zur Stelle. Bamberger Matchwinner wird Patrick Miller.

Brose Bamberg hat am Samstagabend seine Siegesserie in der Basketball-Bundesliga ausgebaut. Der 85:83-Auswärtserfolg bei den Basketball Löwen Braunschweig war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Die Mannschaft von Trainer Oren Amiel offenbarte defensive Schwachstellen, erlaubte den Niedersachsen 20 offensive Rebounds. Matchwinner für die Bamberger war Patrick Miller, der 21 seiner 23 Zähler im zweiten Durchgang erzielte.

Mit dem siebten BBL-Sieg im 15. Spiel arbeitete sich die Mannschaft zumindest zwischenzeitlich auf Tabellenplatz 9 nach oben. Bereits am Mittwochabend sehen sich beide Mannschaften zum Rückspiel in der Brose-Arena wieder.

Bundesliga

Basketball Löwen Braunschweig – Brose Bamberg 83:85

(22:29, 20:16, 24:23, 17:17)

Wie erwartet hatte sich die Personalsituation bei den Braunschweigern deutlich entspannt. Aufbauspieler Divine Myles erhielt nach einer dreiwöchigen Hängepartie um seine Freigabe grünes Licht vom Weltverband Fiba, David Krämer kehrte nach vier Wochen Pause (Knieverletzung) an seinem 26. Geburtstag zurück in den Löwen-Kader.

Bei Brose waren zwar alle an Mann an Bord, der Start in die Partie ging aber daneben. Offensivfoul, Probleme beim Defensivrebound und ein leichtfertiger Ballverlust beim Einwurf. Braunschweig agierte mit deutlich mehr Intensität und ging nach zwei Dreiern von Routinier Braydon Hobbs mit 8:2 in Führung. Nach der stürmischen Anfangsphase der Gastgeber stabilisierten sich die Bamberger, die immer wieder unterschiedliche Zonenverteidigungsvarianten einstreuten. Solomon Young und Jaromir Bohacik (jeweils sieben Punkte im ersten Viertel) führten Brose in den folgenden Minuten an und verhalfen ihrem Team zu einem Lauf (12:18, 7.). Nach einer kurzen Schwächephase übernahm Gerel Simmons (ebenfalls sieben Zähler) das Kommando. Bamberg ging trotz erheblicher Probleme am defensiven Brett (6 Braunschweiger Offensiv-Rebounds) mit einer Sieben-Punkte-Führung in Viertel Nummer 2.

Gerel Simmons markierte alle seine 14 Punkte in der ersten Halbzeit.
Gerel Simmons markierte alle seine 14 Punkte in der ersten Halbzeit.
Christian Schlüter

In diesem hatte Brose vermehrt mit einem anderen Problem zu kämpfen: den Ballverlusten. Patrick Heckmann verlor das Spielgerät beim Dribbling, Patrick Miller leistete sich einen Fehlpass und Young verlor den Ball unter dem Korb: die Löwen wurden zu Fastbreaks eingeladen und drehten zwischenzeitlich das Spiel (30:29). Die jungen Braunschweiger verteidigten nahezu die gesamte Partie über das ganze Feld und machten das Spiel dadurch etwas hektisch. Ein Spieltempo, das den Bambergern nicht behagte. Während die Löwen weiter durch schnelle Abschlüsse und vermeintlich simple Offensivaktionen wie Backdoor-Cuts erfolgreich waren, fanden die Wurfversuche der Gäste nur noch selten ihr Ziel. Das Tabellenschlusslicht setzte sich zu dem Zeitpunkt verdient bis auf sieben Punkte (40:33) ab.

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Oren Amiel war mit der Leistung an beiden Enden des Feldes überhaupt nicht einverstanden und schaffte es mit einer Auszeit, die Sinne seiner Akteure wieder etwas zu schärfen. Defensiv packten die Bamberger entschlossener zu und im Angriff konnten sie sich im Endspurt der ersten Halbzeit auf die individuellen Qualitäten von Gerel Simmons verlassen. Nach einem erfolgreichen Mitteldistanzwurf von Young kurz vor der Sirene gingen die Oberfranken mit einer 45:42-Führung in die Kabine.

Von konzentrierter Abwehrarbeit war bei den Bambergern im dritten Viertel dann wieder wenig zu sehen. Wie in den ersten zehn Minuten agierten die Gäste beim defensiven Rebound schläfrig. Die Niedersachsen nahmen die zweiten Chancen dankend an und eroberten sich die Führung zurück. Schlitzohr Hobbs lief heiß und traf zwei Dreier in Folge – einen davon aus schlappen neun Metern (58:56, 24.). Bereits Mitte des dritten Viertels hatten die Löwen die Offensivausbeute ihrer letzten Partie (59:63-Niederlage beim MBC) übertroffen: kein gutes Zeugnis für die zuletzt stark verbesserte Bamberger Defensive. Immerhin fand Brose in der Offensive durch Bohacik und den lange Zeit unauffälligen Patrick Miller ordentliche Lösungen, ließ sich nicht abschütteln und lag nach 30 Minuten sogar wieder knapp in Front (66:68).

Amir Bell schlägt Löwen-Neuzugang Divine Myles im Eins-gegen-Eins.
Amir Bell schlägt Löwen-Neuzugang Divine Myles im Eins-gegen-Eins.
Christian Schlüter

Die Begegnung blieb weiterhin eine wilde Achterbahnfahrt. Nachdem Brose-Center Gabriel Chachashvili verpasst hatte, mit einem Korbleger den Bamberger Vorsprung auszubauen, fasste sich auf der anderen Seite Geburtstagskind Krämer ein Herz. Binnen zwei Minuten verwandelte der deutsche Nationalspieler drei Distanzwürfe und brachte das Momentum für die Hausherren zurück (75:70). Die Bamberger hatten offensiv weiter keinen Rhythmus, Hauptproblem blieb aber die Reboundschwäche. Die Löwen schmissen beim Offensivrebound alles in die Waagschale und behielten bei den 50:50-Bällen in den meisten Fällen die Oberhand. 20 offensive Abpraller gingen letztlich in die Hände der Braunschweiger.

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Den Ball in seinen Händen hatte bei den Gästen in der Schlussphase größtenteils Patrick Miller. Und das Kraftpaket sollte nicht enttäuschen. Mit einem Dreier kurz vor Ablauf der Wurfuhr brachte er sein Team auf 80:81 heran. Kapitän Christian Sengfelder ließ einen Distanzwurf zum 83:83-Ausgleich folgen. Die Führung und letztlich auch den 85:83-Endstand herzustellen, war Miller mit einem kraftvollen Zug zum Korb 52 Sekunden vorbehalten. Die Löwen hatten den Sieg im letzten Angriff in der eigenen Hand. Doch Hobbs scheiterte aus der Distanz und Krämers Wurf nach Offensiv-Rebound drehte sich aus dem Korb heraus.

 

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