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Klassiker in der Bayernliga
Ljevsic-Knaller und starke Joker: Bamberg schlägt Hof
Was für eine Bude von Luca Ljevsic (Mitte): Sein Volleyschuss in den Knick führte den FC Eintracht Bamberg gegen Hof auf die Siegerstraße.
Was für eine Bude von Luca Ljevsic (Mitte): Sein Volleyschuss in den Knick führte den FC Eintracht Bamberg gegen Hof auf die Siegerstraße. // Sportpress
Bamberg – Das Oberfrankenderby geht an den FC Eintracht. Gegen die Hofer Bayern gibt ein Traumtor von Luca Ljevsic die Richtung vor. Nach der Pause trifft Bamberg psychologisch günstig, Jan Gernlein ist dennoch nur teilweise zufrieden.

Ganz wichtige drei Punkte fuhr der FC Eintracht Bamberg am Samstagnachmittag ein. Im Oberfrankenklassiker gegen Bayern Hof setzten sich die Hausherren mit 3:0 (1:0) durch und feierten damit den zweiten Zu-Null-Sieg am Stück.

Das lange auf Augenhöhe geführte Bayernligaduell entschieden vor allem zwei Faktoren zugunsten der Domreiter. Das Spielglück, maßgeblich eingeleitet von Luca Ljevsics Sahnetor, war bei den Domreitern. Zudem konnte der Regionalliga-Absteiger im Schlussabschnitt mehr Qualität nachlegen, erspielte sich vor 710 Zuschauern im Fuchsparkstadion dadurch viele Chancen.

Mit nun 15 Punkten rücken die Bamberger in die obere Tabellenhälfte vor, ergänzen das breite Verfolgerfeld. Dem gehört auch die SpVgg Hof an, obwohl das Team von Henrik Schödel nun vier Spiele am Stück nicht gewonnen hat.

Bayernliga Nord

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 3:0

Das Wetter erinnerte an Hochsommer, spielerisch zeigten sich die Bamberger im Gegensatz zum Saisonstart aber verbessert. Mit Luca Ljevsic statt David Lang und Tobias Linz anstelle von Luis Schneider als Linksverteidiger fanden die Domreiter ordentlich ins Spiel.

Schnell wollten sie in die Tiefe kommen, der letzte Pass stimmte aber noch nicht. Das ging den Gästen ähnlich, die es vor allem über die variabel besetzten Außenbahnen versuchten. Echte Torchancen blieben in der Anfangsphase aus, beide Abwehrreihen standen gut, die Fehlerquote war noch zu hoch.

Luca Ljevsic erzielt Traumtor für Bamberg

So richtig eröffnet wurde das Oberfrankenderby aber in der 19. Minute: Ein Eckball von der rechten Seite durch Nico Zietsch wurde per Kopf verlängert, dann von einem Hofer zu kurz herausgeköpft. Den Abpraller nahm Ljevsic direkt - und traf aus 20 Metern oben links zur Bamberger Führung.

Ein Tor des Monats brachte den FCE in die Spur, doch Hof steckte das weg. Schon im Gegenzug hatte Paul Tittmann den Ausgleich auf dem Fuß, als er sich über halbrechts stark durchtankte. Sein Schuss aus 14 Metern flog leicht abgefälscht am linken Winkel vorbei (20.).

In der Folge verflachte die Partie etwas, nach einigen fehlerbehafteten Minuten sorgten drei Hofer Ecken aber für Gefahr. Laurenz Skrabaleks Schuss aus sechs Metern nach Ecke von Kaan Gezer lenkte Benedikt Willert über die Latte, die folgenden Hereingaben flipperten mehrfach durch den Sechzehner. Ein Tor fiel nicht (33.).

Bayern Hof drückt, Valentin Schmitt vergibt

Mit dieser Chance begann die wilde Schlussphase des ersten Durchgangs. Hof erarbeitete sich ein Chancenplus, Niklas Stadelmann verpasste per Kopf aus sechs Metern den Ausgleich (36.).

Kurz darauf schickte Zietsch wunderschön Valentin Schmitt in die Tiefe, mit der Sohle zog er den Ball am herauseilenden Keeper Lukas Kycek vorbei, aber legte sich den Ball dabei zu weit vor (38.). Und auch Jonas Hartwig ließ einen Riesen liegen, als er nach weiter Flanke völlig frei zum Abschluss kam, das Leder mit der Innenseite aber zu lasch aufs Tor brachte (42.).

Und nachdem auch der Hofer Acht-Tore-Mann Lucas Seidel die dicke Möglichkeit verpasste, aus vier Metern nach Hereingabe den Ball nicht im Kasten unterbrachte, nahm Bamberg die knappe Führung mit in die Halbzeit.

Bamberger Joker stechen gegen Hof

Mit Luis Nüßlein statt Valentin Schmitt gingen die Domreiter in den Schlussabschnitt, den die Hochfranken zunächst bestimmten. Immer wieder leiteten sie über die Flügel ein, brachten die Bälle in die Box. Doch das letzte Quäntchen fehlte.

Das ging dem FC Eintracht ähnlich, Gernlein reagierte, brachte Marc Reischmann für Zietsch ins Zentrum. Das zahlte sich aus, denn mit dem ersten strukturierten Angriff seit dem Seitenwechsel klingelte es im Gästetor. Stark ging Reischmann im Zentrum an zwei Gegenspielern vorbei, bediente den eingelaufenen Nüßlein. Dessen Schuss aus 13 Metern fiel noch abgefälscht zum 2:0 ins lange Eck - schöne Co-Produktion der Joker (65.).

Geschlagen waren die sehr bemühten, aber glücklosen Hofer nicht. Erneut kamen sie zur schnellen Chance auf den Gegenschlag, als Seidel ein geblockter Freistoß vor die Füße fiel. Doch Willert war da, wischte den Schuss aus zehn Metern über die Latte (68.).

Einen Treffer hätten die Gäste verdient gehabt, kamen in den Schlussminuten auch noch zu guten Gelegenheiten. Bamberg verwaltete den Vorsprung aber insgesamt souverän nach Hause und legte kurz vor Schluss sogar das dritte Tor nach. Tobias Linz, per Diagonalball von Luca Auer eingesetzt, legte zu Nüßlein ab. Dessen Schlenzer vom Strafraumeck blockte der Hofer Schlussmann vor die Füße von Paul Kraußold, der zum 3:0-Endstand abstaubte (84.).

Jan Gernlein: "Andere Gegner bestrafen uns"

Hinten heraus hätte der FC Eintracht noch nachlegen können, dennoch stand mit dem Schlusspfiff ein wichtiger, verdienter zweiter Heimsieg zu Buche. Den nahmen die Gastgeber natürlich gerne mit.

Dennoch war für Jan Gernlein nicht alles Eitel Sonnenschein. "Wir haben gerade in der ersten Halbzeit teilweise zu lasch verteidigt. Andere Gegner bestrafen das und nutzen diese Gelegenheiten. Das 3:0 klingt gut, die Punkte tun gut. Dass wir so wechseln können und einen Marc Reischmann von der Bank bringen können, zeigt unsere Breite. Trotzdem müssen wir gewisse Dinge in Erlangen besser machen", sagt der Coach.

Auch Traumtorschütze Ljevsic weiß, was am kommenden Freitag (19 Uhr) beim ATSV Erlangen auf die Domreiter wartet. "Das wird ein schweres Spiel, in der Erlangen war es schon früher unangenehm zu spielen, Wichtig wird dort sein, unsere Erfahrungen auszuspielen."

Mit 29 Jahren ist Ljevsic einer derer, die am meisten mitgemacht haben. Doch an das Tor gegen Hof werde er sich lange erinnern. "Ich treffe den Ball optimal, mit dem 1:0 lief das Spiel dann in unsere Richtung. Die Konstanz war bislang unsere Baustelle, jetzt haben wir zweimal am Stück zu Null gespielt. Das sind eigentlich wir, das hat uns früher stark gemacht", sagte der Flügelspieler.

Die Statistik zum Spiel

FC Eintracht Bamberg: Willert – Linz, Schubert, Zeitler, Kettler, Auer, Schmitt (46. Nüßlein), Ljevsic (79. Schneider), Zietsch (60. Reischmann), Hartwig (80. Schmitt), Kraußold (86. Strasser)

SpVgg Bayern Hof: Kycek  –  Skrabalek (82. Vollert), Scherbaum, Pöhlmann (70. Hertel), Schubert (86. Schödel), Gezer, Durkan, Tittmann, Saalfrank (78. Ramirez), Stadelmann  (87. Göldner), Seidel

Schiedsrichter: Peter Dotzel (TSV Heidenfeld)

Zuschauer: 708

Tore: 1:0 Ljevsic (21.), 2:0 Nüßlein (66.), 3:0 Kraußold (84.)

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