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Bayernliga am Samstag
Oben auf oder Rückfall? Bambergs heißes Derby gegen Hof
Kapitän Christopher Kettler (oben) hat einen neuen Nebenmann in Bambergs Innenverteidigung. Auch gegen Hof dürfte Oliver Schubert starten.
Kapitän Christopher Kettler (oben) hat einen neuen Nebenmann in Bambergs Innenverteidigung. Auch gegen Hof dürfte Bayreuth-Leihgabe Oliver Schubert starten. // sportpress
Bamberg – Mit frischem Rückenwind des Kampfsieges in Regensburg empfängt der FC Eintracht die Hofer Bayern. Am Samstag (14 Uhr) dürfen die Startelf-Debütanten wohl wieder ran, verrät Trainer Jan Gernlein. Und erklärt, warum ein Königstransfer zurzeit oft draußen sitzt.

Notwendig war der Sieg ohne jede Frage. Nach dem 2:3 in Stadeln, der Punktspielpause und dem Spektakelspiel gegen Delay Sports Berlin stand der FC Eintracht Bamberg am vergangenen Wochenende in der Bayernliga Nord unter Druck.

Doch die Mannschaft reagierte gut, erkämpfte bei Jahn Regensburg II den Auswärtssieg und widerlegte beim spielstarken Profi-Nachwuchs den wackeligen Eindruck, den das Team in Stadeln gegen den Ball hinterließ.

Um nach dem holprigen Start voranzukommen, müssen die Domreiter aber nachlegen. Am Samstag (14 Uhr) kommt die SpVgg Hof zur Neuauflage eines Oberfrankenklassikers, die Fans verbindet seit Jahren ein gutes Verhältnis. Auf dem Platz dürften die Hofer Bayern dem Regionalliga-Absteiger jedoch alles abverlangen. Denn die Mannen von Hendrik Schödel wirken zurzeit so gut wie lange nicht mehr.

Bayernliga Nord

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof

Lange sah es so aus als würde auf der Grünen Au in der neuen Saison nur noch Landesligafußball gespielt werden. Doch mit der Rückkehr eines Hofer Urgesteins gelang der SpVgg doch noch die Wende. Henrik Schödel übernahm im November 2024 auf einen Abstiegsrelegationsplatz, verlor nach der Winterpause nur noch ein einziges Spiel - mit 43 Punkten liefen die Hofer Bayern auf Platz 11 ein.

Schödel blieb Coach, obwohl er eigentlich NLZ-Leiter bei der SpVgg Bayreuth ist. Doch es passt zu gut zwischen dem Klub, bei dem er seit 30 Jahren Mitglied ist, und dem 57-Jährigen, dessen junges Team trotz des Verlustes diverser Stammkräfte stark in die neue Bayernligarunde gestartet ist.

Ende August war die SpVgg sogar Tabellenführer, nach zwei Punkten aus den vergangenen drei Spielen kommt Hof nun als Fünfter nach Bamberg. Gegen Neumarkt holten sie in der Vorwoche nach einem 0:2-Rückstand durch zwei späte Tore noch ein Remis.

Allzu überrascht vom guten Abschneiden der Gäste ist Jan Gernlein nicht. "Die Bayernliga ist so eng, viele Teams haben alljährlich Umbrüche zu überstehen. Von daher passt Hof ganz gut in diese Liga", sagt Bambergs Trainer. Die Hofer sind nach dem Würzburger FV (seit 2011) der Dino der Nordstaffel, spielen ihre achte Bayernligasaison in Folge.

FC Eintracht Bamberg passt sich weiterhin an

Im Gegensatz zu den Hochfranken fremdelt der FC Eintracht weiterhin mit der fünften Liga. Wechselhaft gestalten sich die bisherigen Auftritte, Konstanz kam bislang nicht auf. Soweit so normal nach einem Abstieg und einem Umbruch, der letztlich doch größer als vorher erwartet ausfiel.

"Wir haben in den zwei Regionalligajahren einfach anderen Fußball als den gespielt, den wir jetzt zeigen wollen. Wichtig ist, dass wir in die richtige Richtung gehen, gerade was die Defensive angeht. Das haben wir vor dem Regensburg-Spiel angesprochen", sagt Gernlein. Und ist froh, dass seine Mannschaft beim kleinen Jahn die Resilienz zeigte, die nicht nur bei Aufsteiger Stadeln teilweise fehlte.

Der 1:0-Erfolg tat allen Bambergern gut. "Die Jungs sehen, welche Qualität wir haben können, wenn wir sie auf den Platz bringen. An den letzten Eindrücken gemessen sind wir in die richtige Richtung unterwegs", so Gernlein.

Bamberger Neuzugänge spielen in Regensburg auf

Einen entscheidenden Anteil zum Sieg in Regensburg lieferten die drei spät verpflichteten Valentin Schmitt, Nico Zietsch und Oliver Schubert. Der aus Schweinfurt ausgeliehene Schmitt veredelte einen langen Ball zum Tor des Tages. Ex-Glubberer Nico Zietsch brachte bei seinem Startelfdebüt Tiefe ins Mittelfeldzentrum. Und Bayreuth-Leihgabe Schubert räumte ebenfalls bei seinem ersten Spiel von Beginn an neben Christopher Kettler ab.

"Wir haben die drei dazugenommen, weil wir überzeugt davon sind, dass sie uns guttun. Das haben sie in dem Spiel gezeigt. Valentin will das Jahr nutzen, um sich zu zeigen, Tore und Assists tun Offensivspielern gut. Nico gibt uns Kreativität, den letzten Pass, hat beidfüßig viel Qualität. Er kann Situation offensiv lösen und ist der offensive Part zu Marc Reischmann und Luca Auer", beschreibt Gernlein.

Alle drei dürften gegen Hof erneut in der Startelf stehen. Abwehrturm Schubert hat seinen Platz in der Vierkette neben dem Kapitän schon mal sicher. "Oli hat natürlich davon profitiert, dass wir vorher nicht so gut verteidigt haben. So kam er schneller rein, wir haben zu Null gewonnen. Er wird gegen Hof wieder anfangen", sagt Gernlein.

Bayernliga Nord: FC Eintracht vor "normalen Wochen"

Als Basis für den Erfolg soll der Dreier in Regensburg gelten, gerade was Intensität und das Defensivverhalten angeht. "Unser Auftreten ist abhängig davon, wie wir uns gegen den Ball verhalten. Das ist uns phasenweise gut gelungen, so wie in der zweiten Halbzeit in Stadeln oder der ersten Hälfte in Neumarkt. In Regensburg spielte der Gegner stark und hatte viel den Ball", führt der Trainer aus.

Nach bald einem Drittel der Saison ist immer noch offen, wohin der Bamberger Weg in der Bayernliga führt. Noch sind die Ausschläge in beide Richtungen groß. "Man sieht, dass uns kurze Schwächephasen Spiele kosten können, so wie in Stadeln geschehen", mahnt Gernlein.

Bei der Jagd nach mehr Konstanz helfen in jedem Fall die nun beendeten Englischen Wochen. Bis zur Winterpause Ende November spielt der FCE nur noch an den Wochenenden. "Wir haben aktuell erst die dritte quasi normale Woche. Man merkt, dass die Jungs eine ganz andere Intensität ins Training bringen, wir Inhalte anders erarbeiten können", freut sich der Coach über mehr Zeit fürs Training.

Drei Bamberger Ausfälle - Luis Nüßlein kehrt zurück

Auf die Tabelle schaue er sowieso nicht, die sei erst am letzten Spieltag relevant. An diesem Samstag zählen dafür die drei Punkte umso mehr. Gewinnt Hof, haben die Domreiter nach zehn Spielen mindestens sieben Zähler Rückstand zum Aufstiegsrelegationsplatz.

Holen die Domreiter den zweiten Heimsieg in Folge, rücken sie ins breite Feld der Teams, vor die in Schlagdistanz zur Tabellenspitze liegen. Das Oberfrankenderby verpassen Andreas Pfahlmann, der seit dem Sandkerwa-Spiel an Fußproblemen laboriert, sowie Luca Leistner und Jonah Schildbach (beide Muskelverletzungen).

Wieder im Kader dürfte Luis Nüßlein stehen, dessen Saison von ähnlich viel Licht und Schatten wie die seines Teams geprägt ist. Kein Spiel machte der Vorjahres-Topscorer der DJK Bamberg bislang über die volle Distanz, in Regensburg fehlte er verletzt.

Trainer Gernlein warnt davor, den 20-Jährigen mit Erwartungen zu überfrachten: "Luis hat ein Herrenjahr in der Landesliga hinter sich. Vielleicht haben sich da manche Betrachter auch von den Statistiken blenden lassen. Für mich ist sein bisheriger Saisonverlauf ganz normal. Und wer auf unsere Aufstellungen schaut, der sieht, dass gerade Offensivspieler bei uns selten über 90 Minuten durchgaloppieren. Dafür haben wir auch zu viele Optionen im Angriff."

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