So richtig sauer ist Fritz Leugner nicht. Aber lästig sei es schon, dass der Willersdorfer und seine Frau seit vielen Tagen ihr Trinkwasser abkochen müssen, sich gar einen Kasten Mineralwasser fürs Zähneputzen ins Bad gestellt haben.
Die schlechte Nachricht lautet: Er und mehr als 4000 weitere Haushalte rund um Eggolsheim, Hallerndorf und Buttenheim werden weiterhin nicht um ihren Wasserkocher herumkommen.
Claus Schwarzmann (ZWE): „Ursache noch nicht gefunden“
„Weil wir bis dato leider noch immer nicht die genaue Ursache für die Keimbelastung finden konnten, bleibt das Abkochgebot des Gesundheitsamtes vorsorglich bis auf Weiteres bestehen“, sagt Eggolsheims Bürgermeister und Wasserversorgungsverbandschef (ZWE) Claus Schwarzmann am Freitag auf FT-Nachfrage.
Die gute Nachricht aber laute, dass nach Auswertung aller 50 Proben keine Erhöhung der Grenzwerte für Eisen und Mangan mehr festgestellt wurden. Weiterhin werde nun engmaschig kontrolliert.
Die wichtigsten Fragen zur Wasser-Krise
Und doch stehen in den nächsten Wochen umfangreiche Arbeiten an, die auch die Wassernutzer in der Region direkt betreffen.
Was das heißt, klären diese wichtigsten Fragen:
1. Was tut der ZWE als nächstes, um das Problem zu lösen?
Laut Schwarzmann wolle man das Netz vor allem im Bereich Eggolsheim von den aufgetretenen Eisen- und Manganbelägen freispülen. Bevor das getan wird, müsse das gesamte ZWE-Netz, mit Ausnahme der quellwasserversorgten Ortschaften, gechlort werden.
Das Chlor im Netz schütze vor etwaigen weiteren Keimen und unterstütze die Spülung, meldet der ZWE. Die Spülung erfolgt abschnittsweise, los geht es am 22. Februar.
2. Warum muss nun doch gechlort werden?
„Die Chlorung des Netzes ist erforderlich, um Gewissheit zu erlangen, dass im Netz einschließlich der Hausanschlüsse keine Keime mehr vorliegen können“, meldet die ZWE. Weiterhin diene die Netzchlorung dem Schutz des Systems.
3. Ist Chlor im Trinkwasser gefährlich?
Nein, laut ZWE nicht. Konkret heißt es: „Das Chlor wird in den Grenzen der geltenden Trinkwasserverordnung und mit Zustimmung des Gesundheitsamtes in Forchheim zugegeben.
Wirksame Konzentrationen werden voraussichtlich zwischen 0,1 und 0,3 Milligramm pro Liter liegen“. Durch Einsatz einer pH-neutralen Chlorbleichlauge dürften die Verbraucher die Chlorung nur „in verringertem Maße“ mitbekommen (sehen, schmecken, riechen).
Laut ZWE-Mitteilung könne das „mit Chlor geschützte Trinkwasser bedenkenlos und ohne Einschränkungen genutzt, insbesondere verzehrt werden, auch durch Kleinkinder und ältere Menschen“.
4. Wie lange dauert das Chloren?
Dies könne ZWE-Chef Claus Schwarzmann noch nicht genau sagen, er geht aber von einigen Wochen aus. Man werde die Betroffenen zeitnah über das Ende der Chlorung informieren, sagt er.
„Aber es wird keine dauerhafte Chlorung geben“, sagt Schwarzmann. „Nach dieser Netzspülung wollen wir unseren Kunden wieder reines Brunnenwasser anbieten können.“
5. Wie lange gilt die Abkochanordnung noch?
Die Abkochanordnung gilt so lange, bis das Gesundheitsamt in Forchheim sie zurücknimmt. Zum Redaktionsschluss am Freitagabend war sie noch in Kraft.
6. Muss auch gebaut werden?
Instandsetzungen vor allem an den Hochbehältern Buttenheim und Seußling (Landkreis Bamberg) seien erforderlich, teilt der ZWE mit.
Zudem müssten kleinere Defekte (wahrscheinlich ursächlich für die Ablagerungen mit Eisen und Mangan) im Maschinenhaus Tiefenstürmig in den kommenden Wochen behoben werden.
7. Haben die Probleme Auswirkungen auf den Wasserpreis?
Laut ZWE ja. „Die zusätzlichen anfallenden Kosten in den nächsten Wochen und Monaten müssen im Vier-Jahres-Rhythmus auf den Wasserpreis umgelegt werden, da Reparaturen in der Wasserversorgung rein gebührenfinanziert sind“, heißt es.
Derzeit arbeite man Planungen und Kostenschätzungen aus. Bevor der ZWE näheres zu künftigen Preisen sagen könne, müssten jedoch erst die tatsächlichen Kosten vorliegen.
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