Schicksalsschlag
Nicole hat ihren letzten Kampf verloren
Ein letztes gemeinsames Bild: Nicole und Christoph.
Ein letztes gemeinsames Bild: Nicole und Christoph.
Foto: Christoph Dörfler
Rettern – Nicole Krieger-Dörfler aus Rettern kämpft lange gegen den Krebs. Viele Menschen haben sie und ihre Familie unterstützt. Nun ist die 39-Jährige gestorben.

Sie ist wohl friedlich eingeschlafen. Ein schwacher Trost für die Hinterbliebenen Nicole Krieger-Dörflers. Aber ein Trost. Vor einigen Wochen hatte der FT über die 39-Jährige aus Rettern berichtet. Über ihren jahrelangen Leidensweg, gespickt von schlimmen Diagnosen, kleinen Fortschritten und herben Rückschlägen. Nun ist sie überraschend gestorben.

Überraschend gestorben

Bei unserem letzten Telefongespräch Mitte Mai lag sie gerade im Krankenhaus, wollte nach Hause. Dort war sie zwischenzeitlich auch, Kraft schöpfen, weitere Schritte planen. Dann, vor einigen Tagen, stürzt sie im heimischen Bad. Ein Bruch, ein Rettungswagen, eine Narkose, eine OP. Ihre letzte OP.

Zurück bleibt ihre Familie, eigentlich voller Tatendrang und leiser Hoffnung, den Kampf gegen den Krebs mit ihr zusammen noch gewinnen zu können. So wie sie selbst nicht aufgeben zu wollen.

Lichtblick zwischen Sorgenmomenten

„Es muss ja weitergehen. Vor allem für die Kinder.“ Christoph Dörfler wirkt einige Tage danach gefasst, als er in sein Mobiltelefon spricht. Was will er auch tun, als Vater und Hinterbliebener seiner Frau muss er sich nun um vieles kümmern. Stark sein. So wie er es in den vergangenen Monaten war. Als sich die Perspektive der 39-Jährigen verschlechterte. Als sie aber nicht aufgeben wollte und er sie darin unterstützte.

„Es muss ja weitergehen. Vor allem für die Kinder.“ Der Ehemann Nicole Krieger-Dörflers will und muss weiter stark bleiben.
„Es muss ja weitergehen. Vor allem für die Kinder.“ Der Ehemann Nicole Krieger-Dörflers will und muss weiter stark bleiben.
Foto: Christin Klose/dpa

Inmitten vieler sorgenvoller Momente, den Krankenhausaufenthalten und unzähligen Arztterminen im Laufe der vergangenen Monaten schlich sich vor einigen Tagen ein anderer, wunderschöner Augenblick. „Wir haben vor kurzem geheiratet“, sagt Dörfler. In seiner Stimme klingt Stolz mit. Und Rührung. „Das war unser letzter schöner Tag gemeinsam.“

Überragende Anteilnahme

Und doch, eine positive Erzählung bleibt. Überwältigt zeigt sich Christoph Dörfler von der Anteilnahme der Menschen. Aus Rettern, von Bekannten und Freunden, aber auch von Wildfremden aus der gesamten Region. Die Menschen spendeten und richteten Benefizveranstaltungen aus.

Auch über den Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken „Franken helfen Franken“ haben sich nach dem FT-Artikel am 21. Mai viele gemeldet, die der Familie helfen wollten. „Vielen Dank dafür“, sagt er.

Im Forchheimer Klinikum haben er und ihre Familie sich von Nicole Krieger-Dörfler noch einmal verabschieden können. Die Beisetzung wird schon bald im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden.

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