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Organspende
Gößweinstein: Das neue Leben des Frank Sobisch
Frank Sobisch war direkt nach der Operation wieder zuversichtlich.Forchheim & Fränkische Schweiz
Frank Sobisch war direkt nach der Operation wieder zuversichtlich. // Frank Sobisch
Frank Sobisch zieht in seinem Garten Gemüse selbst. Er hilft ehrenamtlich auch im Tourismusbüro und ist bei der Landtagswahl wieder als Wahlhelfer im Einsatz.Forchheim & Fränkische Schweiz
Frank Sobisch zieht in seinem Garten Gemüse selbst. Er hilft ehrenamtlich auch im Tourismusbüro und ist bei der Landtagswahl wieder als Wahlhelfer im Einsatz. // Frank Sobisch
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Gößweinstein – Der heute 60-Jährige aus Gößweinstein stand sechs Jahre lang auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Mit der OP begann für ihn „der Rest meines Lebens“.

„Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens.“ Dies sagte der heute 60-jährige Gößweinsteiner Frank Sobisch, als er am Morgen des 21. August 2022 nach einer acht Stunden dauernden Operation auf der Intensivstation der Uniklinik Regensburg wieder aus der Narkose aufwachte. Sobisch hatte eine neue Leber bekommen.

Er berichtet nun über seine Leidensgeschichte, weil er anderen Menschen Mut machen möchte, nie aufzugeben, und weil er für eine Organspende werben will. Seit drei Jahren ist er auch Vereinsmitglied der Organisation „Lebertransplantierte Deutschland“, in der er sich engagiert.

Frank Sobisch, der seit 29 Jahren in Gößweinstein wohnt, stammt aus Crimmitschau in Sachsen. Dass er noch lebt, grenzt fast an ein Wunder. Seine Frau und er wohnen in einem kleinen Häuschen und führten ein ganz normales Leben. Zweimal war Sobisch Gößweinsteiner Faschingsprinz, gründete dann die Faschingsgesellschaft „Heilige Stadtschnecken“ in Heiligenstadt mit. Beide engagierten sich in der Feuerwehr Gößweinstein, wo sie heute noch Fördermitglieder sind.

Als Berufskraftfahrer

Es war der 28. April 2016, an dem sich das ganz normale Leben des Berufskraftfahrers schlagartig ändern sollte. Er wurde krank und erhielt die Diagnose „Leberzirrhose im fortgeschrittenem Stadium“. Dass er noch lebe, habe er auch seinem Gößweinsteiner Hausarzt und Internisten Stefan Bauernschmitt zu verdanken. Als er zu ihm in die Sprechstunde kam, war er schon ganz gelb im Gesicht. Der Arzt handelte sofort und schickte ihn umgehend in die Klinik nach Pegnitz.

Sobisch protestierte noch, da er ja erst noch seinen Lkw zu seiner Firma in Sachsen fahren wollte. Der Arzt bestand jedoch darauf, dass er sofort ins Krankenhaus fuhr. In Pegnitz erklärten ihm dann die Ärzte, dass sein Zustand sehr ernst wäre und er dringend eine neue Leber benötige. Andernfalls hätte er nur noch eine begrenzte Zeit zu leben.

„Für mich und meine Familie brach eine Welt zusammen“, sagt Sobisch, der selbst schon seit 1991 einen Organspendeausweis hat. Und plötzlich war er selbst auf eine Organspende angewiesen. Er habe sich zwar mit dem Thema Organspende schon immer befasst, aber wie es ist, wenn man plötzlich selbst ein neues Organ braucht, war dann eine völlig neue Situation. „Transplantation, wie geht das, was muss ich tun, was kann ich tun, wie lange muss ich warten?“ waren die ersten Fragen, die ihm durch den Kopf schossen.

Hilfe von seiner Frau

Zusammen mit seiner Frau hat er das Internet durchforstet und kam durch Zufall zu einer Telefonnummer der Uniklinik in Regensburg, wo man auf Lebertransplantationen spezialisiert ist. Zeitnah erhielt er dann einen Termin bei einem Professor. Das erste Gespräch sei sehr motivierend gewesen. „Wir wussten nun aber auch, dass das Warten auf ein Organ lange dauern kann. Aber die Hoffnung auf ein neues Leben war wieder da“, berichtet Sobisch. Es folgten mehrere Untersuchungen, und er kam schließlich auf die Warteliste.

In den nun folgenden Jahren kam es zu zahlreichen Krankenhausaufenthalten, nicht selten stand der Rettungswagen vor der Haustür. „Die Krankheit zeigte eben auch ihre unschönen Nebenwirkungen“, so Sobisch. Am 20. August letzten Jahres kam um 10.45 Uhr nach einer Wartezeit von sechs Jahren der lang ersehnte Anruf. Er kann sich noch genau an der Wortlaut erinnern: „Herr Sobisch, wir haben ein Spenderorgan für Sie, bitte kommen Sie sofort in die Uniklinik nach Regensburg.“

Von Tag zu Tag besser

Nach der OP war er noch an diverse Geräte angeschlossen, „aber ich war wach und es ging mir den Umständen entsprechend ganz gut“, erinnert sich Sobisch. Gesundheitlich ging es ihm dann von Tag zu Tag besser. Er konnte wieder Dinge tun, die all die Jahre nicht möglich waren, weil die Kondition und die Kraft dafür oft gefehlt haben.

„Heute, ein Jahr nach der Transplantation, kann ich nur Danke sagen. Danke an meine Frau und meine Kinder, danke den Ärzten und ganz besonders danke dem Menschen, der mir das Leben gerettet hat – dem Menschen, der sich zu Lebzeiten entschieden hat, seine Organe zu spenden.“ Leider würden dies noch viel zu wenige tun.

Frank Sobisch ist seitdem Frührentner. Alle zwölf Stunden muss er noch ein Immunsuppresiva einnehmen und jede Woche muss er noch zur Blutprobe. Alkohol ist für ihn absolut tabu. Am 6. November muss er wieder auf Reha. Menschen, die selbst betroffen sind oder Fragen zum Organspendeausweis haben, können sich gerne bei Frank Sobisch melden, Telefon 0174/3287127, E-Mail an frank_sobisch@t-online.de.

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