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Gesundheit
Reform: Chef sieht Kliniken in FO und EBS als gut gerüstet
Die Arbeit lässt sich nicht von zu Hause erledigen: ein Arzt bei der Vorbereitung einer Operation im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.
Die Arbeit lässt sich nicht von zu Hause erledigen: ein Arzt bei der Vorbereitung einer Operation im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. // Foto: Nikolas Pelke/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz (Archiv)
Forchheim – „Wir haben unsere Hausaufgaben im Hinblick auf die Krankenhausreform zum Glück schon längst erledigt“, sagt Sven Oelkers, der Geschäftsführer des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz. Kürzlich billigte das Bundeskabinett die Krankenhausreform von Gesundheitsminister Karl Lauterbach.

Das Bundeskabinett hat die umstrittene Krankenhausreform von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Mitte Mai gebilligt. Damit hat das Vorhaben die erste Hürde auf dem Weg zum geltenden Gesetz genommen. Welche Auswirkungen wird dieser Beschluss auf die lokalen Krankenhäuser haben?

Erweiterungsbau kurz vor der Fertigstellung

Sven Oelkers sieht insbesondere den Klinik-Standort in Forchheim bereits gut gerüstet für die kommenden Zeiten: „Durch die Fusion der Kliniken in Forchheim und Ebermannstadt zum Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt. Mit dem kurz vor der Fertigstellung stehenden Erweiterungsbau für die Notfall- und Akutversorgung am Standort in Forchheim erfüllen wir heute bereits wichtige Vorgaben aus der gerade erst verabschiedeten Krankenhausreform, die ja erst ab 2027 offiziell in Kraft treten soll“.

Die vor Ort geleistete Qualität der Abteilungen werde in regelmäßigen Zertifizierungen und Krankenhausvergleichen bestätigt, so Oelkers weiter. Und auch an der Sinnhaftigkeit der Reform meldet der Klinik-Geschäftsführer keine Zweifel an: „Die Krankenhausreform kommt ja nicht aus heiterem Himmel. Die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft in Deutschland ist unbestritten.“

Geplant sind Vorhaltepauschalen für die Kliniken

Auch der Standort Ebermannstadt hat aus Oelkers' Sicht eine Perspektive: „Während unser Standort in Forchheim aktuell zum Zentrum für die Akut- und Notfallversorgung mit Erweiterung der Notaufnahme, der Intensivstation und dem Herzkatheterlabor mit rund 30 Millionen Euro zusätzlich ausgebaut wird, stärken wir gleichzeitig den Standort in Ebermannstadt mit der klaren Ausrichtung auf medizinische Zukunftsthemen wie der Kurz- und Langzeitpflege, der geriatrischen Reha und dem Ausbau der Psychosomatik.“

Im Großen und Ganzen sieht Oelkers die beschlossene strategische Ausrichtung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz insgesamt „durch die Krankenhausreform des Bundes bestätigt.“ Das Bundesgesundheitsministerium informiert derweil auf seiner Internetseite über die Hintergründe der geplanten Reformen der Krankenhausfinanzierung. „Das System der Fallpauschalen hat die Krankenhäuser zu stark ökonomischen Zwängen ausgesetzt“, heißt es dort. Und weiter: „Stattdessen erhalten notwendige Kliniken durch die Reform Vorhaltepauschalen. Das heißt, sie bekommen eine Art Existenzgarantie, selbst wenn sie vergleichsweise wenige Behandlungen anbieten.“

Ärztevertreter sehen in der Reform einen "Frontalangriff"

In einer gemeinsamen Presseerklärung teilen die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), die Bayerische Landesärztekammer, die Allianz für fachärztlicher Berufsverbände und der Bayerische Hausärzteverband mit, der jetzige Stand der Reformplanungen sei „in Teilen ein Frontalangriff auf die niedergelassenen Haus- und Fachärzte“.

Befürchtet wird von den Verfassern der Erklärung „die Auflösung des fachärztlichen ambulanten Sektors“. Fachärzte könnten womöglich perspektivisch nur noch an Krankenhäuser angegliedert werden. Zudem würden Krankenhäuser dazu ermächtigt, „hausärztliche Versorgung an den Kliniken anzubieten. Zukünftig sollen diese Gesundheitszentren die Primärversorgung der Bevölkerung übernehmen“. Betroffen von den nachteiligen Auswirkungen der Reformen wären „vor allem die Patientinnen und Patienten, die ihren vertrauten niedergelassenen Haus- und Facharzt verlieren würden“.

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