Eigentlich könnte schon längst alles in trockenen Tüchern sein. Denn für die Sanierung der drei Freibäder in Gräfenberg, Streitberg und Egloffstein wird seit Jahren eruiert, geplant, beantragt und gespart. Die drei Gemeinden haben sich außerdem interkommunal zusammengeschlossen, um die drei Großprojekte gemeinsam zu stemmen. Dementsprechend könnte man meinen, dass alles auf einem guten Weg ist.
Online-Petition erhöht den Druck
Aber das ist es nicht. Denn allen Beteiligten läuft langsam aber stetig die Zeit davon: Damit staatliche Zuschüsse nicht verloren gehen, müssen die Arbeiten spätestens bis zum Jahresende 2024 begonnen haben. Damit diese Zeit optimal genutzt wird, haben die drei Fördervereine der drei Freibäder kürzlich eine Online-Petition gestartet, um den Druck auf die politischen Entscheidungsträger und die mit dem Projekt befasste Verwaltung zu erhöhen. Denn ohne die Fördermittel droht das ganze Projekt am Geld zu scheitern.
Dem Zweck, den Druck zu erhöhen und die Öffentlichkeit wachzurütteln, diente auch ein Aktionsnachmittag am Samstag im Gräfenberger Freibad - dem einzigen der drei betroffenen Bäder, das aktuell noch in Betrieb ist. Kinderschminken, Beach-Volleyball, Wasserspiele, ein Freibad-Quiz und ein kleines Fußballturnier lockten am Samstag das interessierte Publikum in das idyllisch gelegene Bad am Gräfenberger Ortsrand. Doch jenseits von Spiel und Spaß ging es an dem Aktionsnachmittag auch um ganz ernste Themen.
Egloffstein hat das gleiche Problem wie Gräfenberg
"Wir sind jetzt auf dem letzten Drücker", erklärte das Stadtratsmitglied Matthias Striebich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gräfenberger Freibadvereins. Das Projekt sei "noch zu schaffen, wenn der Haushalt der Stadt Gräfenberg schnell beschlussfähig wird." Im Moment stehe noch die Genehmigung der Kommunalaufsicht im Landratsamt aus: "Die haben Nachbesserungen gefordert", erklärt Striebich.
Die Verwaltung im Landratsamt und der Gräfenberger Stadtrat müssten jetzt schnell arbeiten, damit die Frist für die Fördermittel noch eingehalten werden könne. So sieht das auch Achim Zuber, zweiter Vorsitzender des Freibadvereins in Egloffstein. Wo es das gleiche Problem gibt wie in Gräfenberg: Auch hier habe die Kommune noch keinen genehmigten Haushalt und könne dementsprechend mangels dafür bereitgestellter Mittel auch noch keine Aufträge für Bauarbeiten vergeben, so Zuber.
Dennoch sind sich Striebich und Zuber in einem Punkt einig: Das Ziel, die drei Bäder zu retten, sei noch erreichbar. "Natürlich ist das noch zu schaffen", sagt auch Christin Kellner, zweite Vorsitzende des Fördervereins des Streitberger Familienbades: "Vielleicht findet sich durch die Öffentlichkeitsarbeit jetzt auch noch ein Spender, der in die drei Bäder investieren will."
Schon 1700 Unterstützer haben unterschrieben
Der Aktionsnachmittag unter dem Motto "Ja zum Freibad" sollte aber nicht nur ein Signal an die Verwaltung und an die Öffentlichkeit senden, so Striebich weiter. Er sollte auch zeigen, dass die drei Fördervereine zusammen kämpfen. Genau wie die vor Kurzem gestartete Online-Petition, die am Samstagnachmittag laut Striebich schon rund 1700 Unterzeichner hatte und die im Internet unter www.openpetition.de/3baeder zu erreichen ist.
Ein besonderes Anliegen ist das Gräfenberger Freibad auch für Heidi Schweidler, die während des Aktionsnachmittags bei einem Eiskaffee in der Sonne saß. "Ich habe schon mit 4 Jahren hier Schwimmen gelernt", erklärt die heute 81-Jährige stolz: "Und ich will auch weiterhin hier meine Bahnen ziehen. Weil wir Gräfenberger hängen sehr an diesem Freibad." Dieses hat selbst eine lange Geschichte, wurde es doch bereits 1938 in Betrieb genommen.
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