Die drei Freibäder in Gräfenberg, Streitberg und Egloffstein haben drei Dinge gemeinsam: Sie sind idyllisch gelegen, überregional beliebt - und vom Ende bedroht. Und zwar deswegen, weil es politische Mandatsträger und öffentliche Verwaltungen trotz jahrelanger Vorarbeit bis heute nicht geschafft haben, den dringend nötigen Rettungsring zu werfen - also das Geld dafür zur Verfügung zu stellen.
Ein Scheitern ist hier aber keine Option. Denn wenn öffentliches Geld irgendwo sinnvoll angelegt ist, dann in einem Freibad. Das viel mehr ist als nur ein großes Wasserbecken: Hier treffen sich im Sommer Alt und Jung, Familien und Senioren, Kinder und Jugendliche. Gerade in den heutigen Zeiten, wo allerorten Kinos und Gasthäuser schließen und die Innenstädte und Dorfkerne veröden, kann man den Wert des Freibads als sozialem Treffpunkt für die Menschen gar nicht hoch genug einschätzen.
Noch dazu kommt: Unsere Gesellschaft leidet seit Jahrzehnten an Bewegungsmangel, wir hocken alle zu viel vor unseren Computern und Handys herum. Die Folge sind unter anderem Übergewicht, orthopädische Probleme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Demgegenüber gibt es nichts viel Besseres für den menschlichen Körper und die Gesundheit, als Schwimmen. Gut für die Muskulatur, gut für die Gelenke, gut für die Fitness. Dass Kinder einen Ort haben, wo sie Schwimmen lernen können, ist außerdem eine Frage, bei der das Attribut "überlebenswichtig" keine Übertreibung ist.
Kühle Oase und Sinnbild für Sorglosigkeit
Wo es ein Freibad gibt, da kommen die Kinder und Jugendlichen im Sommer von der Straße und von ihren Spielkonsolen weg. Freibäder sind Touristenmagneten und damit ein Wirtschaftsfaktor auch für alle anderen Betriebe in der Umgebung vom Hotel bis zum Taxidienst. Und Freibäder können in immer heißer und trockener werdenden Sommern (den bislang feucht-nassen Sommer 2024 vielleicht mal ausgenommen) geradezu zu lokalen Oasen der Erfrischung werden, in denen man sich im Wasser abkühlen kann.
Nicht zuletzt sind Freibad-Pommes geradezu das in Fett getränkte Sinnbild für freudvolle Sorglosigkeit. Damit wird das Freibad zu einem Ort, den wir alle in unseren bedrohlichen, auf die Stimmung drückenden Zeiten mit Klimakrise, Ukrainekrieg, Inflation und Rechtsruck öfter aufsuchen sollten. Um uns mal von den ganzen Sorgen freizuschwimmen.
Die drei Freibäder in Gräfenberg, Streitberg und Egloffstein auf den letzten Metern absaufen zu lassen und damit ihren endgültigen Untergang zu riskieren - das dürfen die mit diesem Projekt betrauten Politiker und Verwaltungen nicht riskieren. Denn es ist genau das, was den auch bei der jüngsten Europawahl weiter erstarkten Rechtsextremisten weiter die Leute in Scharen zutreibt: Wenn es Politik und Verwaltung nicht auf die Reihe bekommen, vor Ort die für alle Menschen sichtbaren Probleme anzupacken und gute Lösungen dafür zu finden.
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