Wer derzeit über die Liegewiesen des Königsbades schlendert, trifft viele Abkühlungswillige. Kein Wunder, zeigt sich der Sommer seit Wochen in seiner (zumindest für Freibadfreunde) besten Form. Doch nach dieser Woche ist für diese Saison erst einmal Schluss, am Sonntag (8. September) nehmen Forchheims Außenbecken zum letzten Mal Besucher auf. Zugleich müssen sich alle Königsbadfans zwei Wochen lang gedulden, denn das Bad hat ab dem 9. September für knapp zwei Wochen geschlossen.
Königsbad Forchheim: Vom 9. bis 21. September geschlossen
Schon jetzt informiert das Königsbad auf seiner Website mit einem durchlaufenden Banner über den Grund: „Vom 9.9. bis einschließlich 21.9. ist das Königsbad samt Sauna wegen Revisionsarbeiten geschlossen“, steht da geschrieben. Für erfahrene Badgänger ist das nichts Neues, die Revision findet alljährlich statt und wurde von der Stadt auch 2024 wieder auf die ersten beiden Schulwochen gelegt. Warum, erklärt der Königsbad-Betriebsleiter Christian Lenkl auf Anfrage unserer Redaktion so: „In den Ferien wollen wir das Bad für die vielen Sommergäste öffnen, im Laufe des Schuljahres sind wir mit Schwimmkursen von Schulen und Vereinen ausgebucht. Daher bieten sich diese zwei Wochen seit jeher an.“
Revision: Becken leeren, saubermachen, warten
Während das Königsbad wegen verwaister Parkplätze und fehlendem Kinderlachen leer wirkt, wird es Inneren des Erlebnisbades hektisch. Alle 30 Mitarbeitenden der Bäderbetriebe seien dann im Einsatz, um die mindestens einmal im Jahr nötigen Wartungsarbeiten zu leisten, sagt Lenkl. Für sie bleibt wenig Zeit, in zwölf Tagen müssen sie das Mammutprogramm geschafft haben, wollen sie das Hallenbad und die Sauna wie geplant am 22. September wieder öffnen.
Am spektakulärsten mutet sicher an, dass in dieser Zeit das Wasser aus allen Innenbecken abgelassen wird. Circa 1700 Kubikmeter (1,7 Millionen Liter) vorher entchlortes und von allen chemischen Zusätzen befreites Wasser fließen dann dank Sondergenehmigung in den Trubbach. Sind die Becken leer, rücken die Revisionisten den Becken mit Schrubbern und Hochdruckreinigern zu Leibe und machen sie fit für die kommende Wintersaison. Ist das geschafft, werden die Becken wieder mit Wasser aus dem eigenen Brunnen gefüllt. Bis zu zwei Tage könne es laut Lenkl dauern, bis die Becken wieder randvoll sind.
Außenbecken bleiben wie immer gefüllt
Die Außenbecken bleiben gefüllt, sie werden lediglich mit einem Überwinterungsmittel versetzt. Blieben die Becken im Winter leer, könnten sie bei einem Hochwasser Schaden nehmen. „Dort tauschen wir das Wasser dann im Frühjahr aus, wenn wir uns für die kommende Sommersaison fit machen“, so Lenkl. Neben kleineren Reparaturen und Schönheitskuren passiert also draußen nicht viel bis dahin. Ganz anders drinnen. Denn neben den Becken gibt es für Lenkls Leute vor allem in den Technikräumen allerhand zu tun.
Alleine die Umwälzpumpen (insgesamt zwölf Stück) müssen regelmäßig gewartet werden. Auch wenn die aktuellen Geräte erst im vergangenen Jahr neu eingebaut worden sind, müssen beispielsweise die Filter gereinigt werden. Die Pumpen sorgen dafür, dass ablaufendes Wasser in einer Art Kreislauf am Ende gefiltert wieder ins Becken läuft. Außerdem sorgen sie für die Sprudelattraktionen, etwa im Erlebnisbecken oder den Whirlpools. Zudem werden die Decken geschrubbt, die Lampen geprüft und die Duschköpfe poliert.
Planungen für Generalsanierung – trotz Haushaltssperre?
Währenddessen laufen die Planungen für Generalsanierung des Königsbades weiter, deren geschätzte Kosten sich noch Anfang des Jahres auf fast 23 Millionen Euro beliefen. Wegen der in Forchheim geltenden Haushaltssperre wird sich der ursprüngliche Plan so allerdings nicht ganz umsetzen lassen. Als eine der Konsolidierungsideen stimmte der Stadtrat nämlich dafür, dass die Sanierung im kommenden Jahr zwar starten solle. „Die Realisierung der Attraktivierung ohne Bezug zur Sanierungsthemen soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden“, hieß es aber.
Gleichzeitig läuft noch immer der im Januar begonnene Zivilprozess der Stadt Forchheim gegen die Planer und Erbauer des Königsbades, weil Letztere verantwortlich sein sollen für zahlreiche Mängel, die eine erneute Sanierung des erst 2010 eröffneten Bades nötig machen. Über den aktuellen Stand des Verfahrens gibt die Stadt aktuell keine Auskünfte, sie verweist auf den Fachausschuss des Stadtrates am 24. September. Dann gibt es vielleicht auch Klarheit darüber, wann die Sanierung im kommenden Jahr beginnen soll und was konkret geplant ist.
So oder so solle auch während der Sanierungsarbeiten immer mindestens ein Teil des Bades für Besucher geöffnet bleiben, hofft Betriebsleiter Christian Lenkl. Ab dem 22. September 2024, nach Abschluss der Revisionsarbeiten, kann er dies immerhin versprechen. Zumindest, was das Hallenbad und die Sauna betrifft.
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