Auf den ersten Blick fällt es den Besuchern vielleicht nicht auf. Aber es gibt gute Gründe, bauliche Hand ans Königsbad zu legen. Drum plant die Stadt schon seit Jahren, das beliebte Freizeitbad einer umfassenden Generalsanierung zu unterziehen.
Immer wieder hatte sich das Projekt verzögert – nun kommt neuer Schwung in die Umsetzung. Und statt nur die zahlreichen Baumängel zu beseitigen, plant die Stadt jetzt den ganz großen Wurf.
Berater Klaus Batz: „Bad soll attraktiver werden“
„Das Königsbad soll schöner und attraktiver für die Besucher werden“, sagt der eigens für seine visionären Bad-Ideen beauftragte Klaus Batz von der Con Pro Kommunalberatung aus Nürnberg. Er legt einen umfangreichen Katalog vor, wie er sich diese „Attraktivierung“ des Königsbades vorstellt.
So solle im Zuge der Sanierung des an vielen Stellen beschädigten Bodens im Innenbereich das gesamte Areal barrierefrei ausgebaut werden. Außerdem würden die Sanitärbereiche, die Personalräume und auch die Umkleiden neu gebaut beziehungsweise offener und größer angeordnet.
Was für das Königsbad in Forchheim geplant ist
Doch Batz will bereits am Eingang mit der Neugestaltung beginnen, indem er das Foyer mitsamt Kassen- und Wartebereich neu ordnen möchte. So solle es an normalen Tagen künftig nur noch eine Hauptkasse geben, die kleinere außen nur noch an stark frequentierten Tagen im Sommer öffnen.
Weil die Sportbecken laut Batz weitgehend in Ordnung sind, wird es dort keine gravierenden Änderungen geben. Ebenso solle das große Erlebnisbecken dem Grunde nach erhalten bleiben, würde allenfalls durch Licht, Farbe und Material schöner gestaltet und durch eine zusätzliche Ruhe- und Aufenthaltszone verbessert werden.
Neues Energiekonzept fürs Bad
Das Königsbad Forchheim verbraucht aktuell im Jahr etwa 4,386 Millionen Kilowattstunden für Wärme und 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom. Um diesen enormen Bedarf zu decken, soll im Zuge der Generalsanierung ebenfalls ein Energiekonzept aufgelegt werden.
Zur Debatte steht zum einen die Geothermie, für die noch Probebohrungen gemacht werden müssen. So könnten die Gebäude und die Becken mit Wärmepumpen geheizt werden. Außerdem sind Photovoltaikflächen auf dem Dach, dem Parkplatz und auf den Freiflächen im Gespräch, um die Wirtschaftlichkeit zu wahren.
Bereich für Kinder und Planschbecken aufwerten
„Der Kleinkindbereich ist derzeit leider sehr reizarm“, stellte Batz fest. Dies solle seiner Meinung nach umfassend geändert werden.
Zwar würde das Becken so bleiben, jedoch durch zahlreiche, für das jeweilige Kindesalter gerechte Attraktionen sowie einen vergrößerten Aufenthaltsbereich aufgewertet. „Unser Fokus liegt ganz klar auf dem Stichwort Familienbad“, sagt Batz.
Sauna: Mehr Ruhebereiche, größerer Garten, Stollensauna
Die wohl größten Erneuerungen sind für die Saunalandschaft und die Gastronomie angedacht. Erstere solle mehr Ruheflächen bekommen, sowohl innen als auch außen.
Der bisherige Saunagarten werde beinahe auf die doppelte Fläche vergrößert, ebenso soll es künftig eine Art Stollensauna (einem Bierkeller nachempfunden) im Keller sowie eine Panoramasauna im Obergeschoss geben.
Statt Kiosk: Neues Gebäude für Gastronomie
Um den Bedürfnissen der Badegäste bald besser gerecht werden zu können, ist der Neubau eines Gastronomiegebäudes geplant (im Anschluss an den Kleinkindbeckenbereich). Nach Abschluss der Arbeiten soll dann das gesamte Haus von dort aus kulinarisch bedient werden – das Familienbad, das Freibad und die Sauna.
Berater im Video: Was für die Sanierung im Königsbad geplant ist
Der Kiosk im Außenbereich werde dann wegfallen (in das Gebäude soll ein barrierefreies WC kommen), erklärt Königsbad-Leiter Herbert Fuchs. Bis zum Abschluss der Sanierung stehe die Strandbar aber noch zur Verfügung.
Noch jahrelangem Warten: Zeitplan steht
Bis die Arbeiter anrücken werden, dauert es aber noch. Geduld ist gefragt in Sachen Königsbad-Sanierung, mal wieder.
Sollte Forchheims Stadtrat am 26. Oktober aber „Ja“ zu dem Projekt sagen (was nach dem einstimmigen Votum der Räte im zuständigen Ausschuss am Dienstag wahrscheinlich ist), wolle der zuständige Projektsteuerer Thomas Beck von der Constrata GmbH noch in diesem Jahr mit der Ausschreibung eines Architekten beginnen.
Mit einem Zuschlag rechnet er im Frühjahr 2024, sodass er von einem Baubeginn wiederum zwölf Monate später im Jahr 2025 ausgeht. Vor 2027 rechnet keiner mit einer Fertigstellung der Generalsanierung.
Immerhin plane man die umfangreichen Schritte in verschiedenen Phasen, bestenfalls antizyklisch zum jeweiligen Badebetrieb. „Im Idealfall müssen wir nicht schließen und können die Einschränkungen für die Besucher so gering wie möglich halten“, so Fuchs.
Enorme Kostensteigerung
Einziger Wermutstropfen: Die ursprünglich im Raum stehenden Gesamtkosten von 13,8 Millionen Euro werden um einiges überschritten, rechnet Projektsteuerer Beck vor. „Schon alleine der Planungsstand von damals käme heute fast vier Millionen Euro teurer. Hinzu kommen die Mehrkosten aus dem aktualisierten Raum- und Angebotsplan sowie eine Indexierung, welche die Baupreisentwicklung für die kommenden Jahre abbilden soll.“
Am Ende steht nun die beachtliche Zahl von 22,8 Millionen Euro auf dem Zettel.
Badleiter Herbert Fuchs: „Keine Luxus-Wellness-Oase“
Die enorme Kostensteigerung scheint aber weder Forchheims Lokalpolitik noch die Stadtverwaltung von dem Mammutprojekt abzuschrecken. Ganz im Gegenteil zeigt man sich von der Notwendigkeit überzeugt.
„Wir müssen die Mängel eh beheben“, sagt Herbert Badleiter Fuchs. „Dann nutzen wir gleich die Chance, um uns für die Zukunft gut aufzustellen.“
Und eins ist ihm wichtig zu betonen: „Jährlich kommen etwa 300.000 Besucher ins Bad, 50.000 in die Sauna. Das Königsbad soll keine Luxus-Wellness-Oase werden. Einen Besuch bei uns sollen sich weiterhin alle Menschen und Familien leisten können.“
Das müsse und wolle sich eine Stadt wie Forchheim schon leisten.
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