Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht. Bielefeld gehört (angeblich) dazu, genauso wie ein streitfreier Tag im Berliner Reichstagsgebäude. Dann gibt es Dinge, die kommen nur selten vor. Die Blaue Mauritius etwa. Und der 29. Februar.
Heute ist es so weit. Weil sich die Erde bei ihrer Runde um die Sonne partout nicht an Regeln halten will, sondern länger als 365 Tage braucht (fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden länger), um die Sonne zu umkreisen, musste eine Lösung her. Julius Cäsar sei Dank wurde die gefunden – alle vier Jahre ein geschenkter Tag.
Geburtstag am 29. Februar: Nur alle vier Jahre feiern
Na ja, geschenkt bekommen ihn vielmehr die Arbeitgeber und die Energieabrechner. Aber Zeit ist, was du draus machst, also nimmt man den Tag eben an. Umso lieber natürlich, wer an diesem Tag Besonderes zu feiern hat. Geburtstag zum Beispiel. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik werden heute bayernweit 291 Kinder vier Jahre alt und können zum ersten Mal an ihrem „echten“ Geburtstag feiern.
In Deutschland – wo es für alles einen Paragrafen gibt – gilt laut § 187 Abs. 2 Satz 2 BGB „ein Lebensjahr nach Ablauf des Tages vor dem Jahrestag als vollendet“. Heißt für die normalerweise: Gefeiert wird erst am 1. März. Herzlichen Glückwunsch.
Ebenfalls das Trauvolk nimmt gerne den 29. Februar. Es dauert einfach viel länger, bis man sich durchs verflixte siebte Jahr quälen muss. Dachten sich übrigens auch Forchheims Stadträte, die den städtischen Haushalt heuer am Schalttag durchwinken wollen. Augen zu und durch – bis zum nächsten 29. Februar wird es das Haushaltsloch schon nicht mehr geben. Genau wie Bielefeld.
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