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Sogar von Schüssen die Rede
Zu viele Flüchtlinge? Behringersmühler sehen sich am Limit
In der ehemaligen Pension Heinlein leben derzeit 28 rumänische Gastarbeiter. Mit ihnen gibt es laut Anwohnern ständig Ärger. Unter anderem aufgrund des Müllbergs vor ihrer Unterkunft.Forchheim & Fränkische Schweiz
In der ehemaligen Pension Heinlein leben derzeit 28 rumänische Gastarbeiter. Mit ihnen gibt es laut Anwohnern ständig Ärger. Unter anderem aufgrund des Müllbergs vor ihrer Unterkunft. // Thomas Weichert
Über 50 Bürger waren in den Saal des Gasthofes „Zur Behringersmühle“ gekommen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Über 50 Bürger waren in den Saal des Gasthofes „Zur Behringersmühle“ gekommen. // Thomas Weichert
Unter dieser Plane versteckt sich ein Müllberg.Forchheim & Fränkische Schweiz
Unter dieser Plane versteckt sich ein Müllberg. // Thomas Weichert      
Dieses abgemeldete Auto verliert Öl. Trotz eines Feuerwehreinsatzes steht das Fahrzeug noch mitten auf der Straße.Forchheim & Fränkische Schweiz
Dieses abgemeldete Auto verliert Öl. Trotz eines Feuerwehreinsatzes steht das Fahrzeug noch mitten auf der Straße. // Thomas Weichert
Diesen Schriftzug hat jemand in der Bushaltestelle hinterlassen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Diesen Schriftzug hat jemand in der Bushaltestelle hinterlassen. // Thomas Weichert
An dieser Bushaltestelle riecht es oft nach Urin.Forchheim & Fränkische Schweiz
An dieser Bushaltestelle riecht es oft nach Urin. // Thomas Weichert
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Behringersmühle – Der kleine Luftkurort hat sich durch die Unterbringung von vielen Flüchtlingen, Asylbewerbern und Gastarbeitern zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt. Die Bewohner haben Angst.

Einst war der staatlich anerkannte Luftkurort Behringersmühle mit dem Titel „Herz der Fränkischen Schweiz“ einer der Top-Ferienorte der Region. Dieses „Herz“ leidet nun. Der 150-Seelen-Ort ist kurz vor dem Kollaps und die Einheimischen haben enorme Angst. Angst um ihre Kinder, Angst um ihr Hab und Gut, Angst um Leib und Leben. Sie trauen sich, sobald es dunkel wird, nicht mehr aus dem Haus.

In mehreren Sammelunterkünften im Ort leben inzwischen rund 300 Ausländer unterschiedlicher Herkunft, mit denen das Zusammenleben alles andere als harmonisch verläuft.

Der Ort verwahrlose zusehends, überall türmen sich die Müllberge. Dies wurde bei der Bürgerversammlung, zu der 56 Bürger in den Gasthof „Zur Behringersmühle“ kamen, überdeutlich vorgebracht.

Was die Behringersmühler dem Gößweinsteiner Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) berichten, klingt aufgebracht. Sobald es dunkel sei, ginge der Terror los. Junge Männer mit Taschenlampen liefen durch den Ort, leuchteten in Fenster und Autos. „Nach ein Uhr werden mit der Taschenlampe noch die Fenster ausgeleuchtet“, berichtet Hotelchefin Christina Winkler vom Hotel „Behringers“.

An Toren wird gerüttelt

Grundstücke werden betreten, an Türen wird gerüttelt und Tore stehen danach offen. Auch von Ruhestörungen und Schlägereien wurde berichtet. „Das ist schlecht fürs Geschäft“, sagt Winkler. Sie erwartet von der Gemeinde Gößweinstein, dass sie Initiative ergreift.

Es kommt sogar die Forderung nach einem ständigen Wachdienst auf. „Wir können nicht mehr unbekümmert abends aus dem Haus, und es ist tagsüber schon gefährlich“, sagt Carola Kuhn und ergänzt: „Die Geborgenheit, die wir gehabt haben, ist nicht mehr gegeben.“

Regelmäßig soll geschossen werden

Sie fragt sich auch, unter welchen Bedingungen die 261 ukrainischen Flüchtlinge im ehemaligen Altenheim des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) leben, wo früher 75 Senioren Platz fanden. Es seien auch schon Schüsse gefallen. Geschossen würde regelmäßig.

Ein Vater berichtet, dass seine Kinder auf dem Spielplatz beleidigt würden. „Das geht schon über Monate so und ich kann meine Kinder nicht mehr rausschicken“, sagt er.

Wie ein anderer Anwohner berichtet, traue er sich nicht mehr, seine Kinder alleine zum Schulbus zu schicken. Selbst der Schulbusfahrer habe inzwischen Angst. Weitere Schandflecke seien das Buswartehäuschen, das als Toilette missbraucht werde, Hundekot, Zigarettenkippen und leere Schnapsflaschen im Kurpark und auf dem Spielplatz. Übel seien auch Schmierereien gegen Deutschland.

Angeblicher sexueller Übergriff

Vom bisher wohl schlimmsten Vorfall berichten Thomas Mehl und Alexander Wolf. Es geht um einen angeblichen sexuellen Übergriff eines jungen Bulgaren auf eine Ukrainerin. Wolf sei unmittelbarer Nachbar der Frau und ihrer Tochter, die eine Wohnung im Erdgeschoss des Hauses seiner Mutter bewohne. Trotz des Übergriffs lebe der Mann noch in der Nachbarschaft, im ehemaligen Gemeindehaus, welches als Hauptbrennpunkt der Gemeinde gilt. Die Frau sei somit täglich gezwungen, ihn zu sehen.

Alles ist vermüllt

Tatsächlich empfinden viele Anwohner das ehemalige Gemeindehaus in der Ortsmitte inzwischen als Schandfleck. Davor steht mitten auf der Straße ein abgemeldetes Auto, das Öl verliert. Die Feuerwehr habe schon ausrücken müssen, um die Ölspur zu beseitigen – doch das Auto stehe noch immer da. In dem Haus wohnen inzwischen neun bis zehn Bulgaren, von denen die Einheimischen Angst hätten. Es ist alles vermüllt und der Müllberg daneben wurde inzwischen mit einer Plane zugedeckt.

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Der zweite Brennpunkt steht nur ein paar Häuser weiter: die ehemalige Pension Heinlein. Sie wurde ebenfalls verkauft. Hier wohnen inzwischen 28 rumänische Gastarbeiter, mit den es den Angaben zufolge auch ständig Ärger gebe.

„Jeden zweiten Tag kommt die Polizei nach Behringersmühle“, berichtet Wolf. Vor der Haustür stehe ebenfalls ein Müllberg. Wenn der Wind blase, dann wehe es Teile dieses Mülls durch den ganzen Ort. „Da kommt doch kein Urlauber mehr nach Behringersmühle“, lautete ein Zwischenruf in der Versammlung.

Bürgermeister: Kein Mitspracherecht

Zur Flüchtlingsproblematik erklärt Bürgermeister Zimmermann: „Ja, wir haben ein Problem mit zu vielen Flüchtlingen, die reinkommen, aber wir haben da kein Mitspracherecht.“ Und die Gemeinde habe kein Ordnungsamt, das tätig werden könne. Bei Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten bleibe nur, die Polizei zu alarmieren.

„Muss erst was Größeres passieren?“, wirft Wolf dazu ein.

Der Gemeinderat hat nun die Aufgabe, herausfinden zu lassen, ob es eine Quote der kommunalen Verteilung zur Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen gebe und welche Maßnahmen seitens der Gemeinde ergriffen werden könnten, um darauf einzuwirken, dass solche Zustände nicht länger andauern. Auch für Gößweinsteins Dritten Bürgermeister Manfred Hänchen, der selbst Behringersmühler ist, hat der Ort ein massives „Überfremdungsproblem“. Im Innenort möchte Hänchen nicht wohnen.

„Mein Eindruck ist, dass das Sicherheitsverhältnis massiv gestört ist und Sie der Anwalt der Bürger sein müssten. Aber Sie tun das alles so lapidar ab“, sagte Norbert Prasch zu Bürgermeister Zimmermann.

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