Die Marktgemeinde Eggolsheim verzeichnet den größten Anstieg der Finanzkraft im gesamten Landkreis Forchheim. Die vorgelegten Finanzdaten im Haushalt 2024 kennzeichnen die stark gestiegene Umlagekraft. Kämmerer Johannes Götz erhielt für sein vorgelegtes Zahlenwerk, das „jedem Bürger Zahlen und Fakten liefert“, lobende Worte von Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB). Der Haushalt mit einem Gesamtvolumen von über 31 Millionen Euro und die Finanzplanung wurden einstimmig vom Marktgemeinderat verabschiedet.
„Der Höhepunkt der Investitionen wird im Jahr 2024 in etwa erreicht und dürfte wieder geringer werden“, prognostizierte Schwarzmann. Die auf der einen Seite starke Finanzkraft von Eggolsheim sei positiv, habe aber auf der anderen Seite die Konsequenz, einen um nahezu eine Million Euro höheren Beitrag zur Finanzierung des Landkreises und Bezirks Oberfranken leisten zu müssen.
Finanzstarke Schultern müssen mehr leisten als schwächere, und deshalb werde es auch noch etwa 600.000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen vom Staat geben. Nach Jahren eines rasanten Anstiegs bei der Zuführung zum Vermögenshaushalt würde dieser stagnieren, aber immer noch knapp 2,7 Millionen Euro erreichen, freute sich Schwarzmann. Eine der wichtigsten Maßnahmen aus dem letzten Jahr sei die neue Kindertageseinrichtung. Nach Fertigstellung der Außenanlagen seien annähernd sechs Millionen Euro investiert worden.
Neue Bundeskegelbahn
Für die Generalsanierung und Erweiterung des Schulsportgeländes werde mit insgesamt sieben Millionen Euro gerechnet. Zur Umsetzung käme auch der Bau einer neuen Bundeskegelbahn am Sportgelände in Höhe von 2,5 Millionen Euro, die mit 1,7 Millionen Euro gefördert werde.
Zahlreiche Dorferneuerungen wurden bereits umgesetzt, sind in Umsetzung oder in Planung. Auch für den Dorfplatz in Kauernhofen mit Gemeinschaftshaus sehe es gut aus, bedürfe aber noch Vorarbeit. In den nächsten beiden Jahren werden demnach Millionenbeträge in die umfassende Sanierung der Kanal- und Wasserleitungen im Hauptort Eggolsheim anfallen.
All die Maßnahmen seien nur dank der günstigen Wirtschaftsdaten und der Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Steuern im Ort zahlen, möglich. Die kürzlich beschlossene Ausweisung von „Vorranggebieten für die Windkraft“ ist laut Bürgermeister „ein Meilenstein“ und ein wichtiger Beitrag für „das größte Thema Energiewende der nächsten Jahre“. Die Marktgemeinde setze auf Wind und Sonne und in kleinerem Anteil auch auf Hackschnitzel, erklärte Schwarzmann die schrittweise Umstellung.
Die Folgen, von dem was in der Welt passiere, „sind oftmals final auf kommunaler Ebene zu lösen“ und die Herausforderungen würden immer größer, erklärte Kämmerer Johannes Götz. Bei errechneten Gesamteinnahmen von 19 Millionen Euro sei die wichtigste Position mit 5,4 Millionen Euro die Einkommenssteuer und mit 5,2 Millionen Euro die Gewerbesteuer. Der gesunde Branchenmix führe zu wenig Schwankungen und – Stand heute – zu „Rekordeinnahmen“, so die Prognose des Kämmerers.
Mit 4,84 Millionen Euro, das sei eine Erhöhung um zwölf Prozent, würden die Personalausgaben die größte Ausgabenposition darstellen. Dies sei begründet durch die Stellenerhöhung und die hohen Tarifabschlüsse.
Gestiegene Preise
Auch der Verwaltungs- und Betriebsaufwand erhöhe sich um acht Prozent auf nun 4,8 Millionen Euro. Grund seien hier die gestiegenen Preise bei Energie, der Gebäudereinigung und Versicherungsprämien, führte Götz auf.
„Exorbitant negativ“ wirke sich zudem die gestiegene Kreisumlage mit einer Erhöhung von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus.
Bürgermeister Schwarzmann resümierte, dass die Finanzierung in den kommenden Haushaltsjahren die Aufnahme weiterer Darlehen notwendig mache. In diesem Jahr betrage die Pro-Kopf-Verschuldung 1775 Euro und werde voraussichtlich bis 2027 auf 2307 Euro steigen.
„Haushaltsreden sind nicht mehr zeitgemäß“, es würden alle Themen in den Sitzungen hinreichend besprochen und diskutiert, kommentierte Claus Schwarzmann die Tatsache, dass keine Rede angekündigt wurde.
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