Vanessa Geipel blickt halbwegs entspannt drein. Zwar registriert auch die Leiterin des erst kürzlich eröffneten BRK-Kinderhauses Wunderland im Forchheimer Norden vermehrte Anrufe von Eltern, aber noch halte es im Rahmen, sagt sie.
Zumal sie im Moment theoretisch noch genügend freie Plätze vorweisen könnte. Das Problem ist vielmehr: Es mangelt nach wie vor an Erzieherinnen.
Viele Kitas in Forchheim haben lange Wartelisten
So wie dem Wunderland geht es vielen Einrichtungen in der Stadt Forchheim. Die meisten Krippen und Kindergärten im Stadtgebiet, genauso wie im Landkreis, haben lange Wartelisten, teils sind die Plätze über Jahre schon ausgebucht.
So fehlten laut Zahlen des Forchheimer Jugendamtes im Jahr 2022 bei den Unter-Dreijährigen 27 Plätze im Stadtgebiet, bei den Drei- bis Sechsjährigen sogar mehr als 150.
Plätze kommen neu hinzu – auch Personal?
Zwar habe sich laut Einschätzung der Stadt die Abdeckung mit Kindergartenplätzen gut entwickelt, alleine im Vergleich zum Vorjahr seien 115 hinzugekommen.
Aber vor allem im Krippenbereich gebe es nach wie vor große Defizite, obwohl auch hier 79 Plätze geschaffen worden sind.
Stadt Forchheim schafft viele neue Plätze
So wurden in den vergangenen beiden Jahren nicht nur das BRK-Wunderland sowie die Einrichtungen „Im Grund“ und „Am Schießanger“ neu gebaut, sondern zudem die „Rotznasen“ in der Sudentstraße erweitert.
Weitere Plätze sind unter anderem mit Kindergartenneubauten in der Merowingerstraße sowie in den Stadtteilen Reuth und Burk geplant.
Fachkräftemangel ist größte Sorge
Und doch schwebt das Damoklesschwert des Fachkräftemangels über allen Bemühungen. Plätze allein versorgen die Familien noch nicht.
Ohne Personal werden selbst liebevollst eingerichtete Gruppenräume leer bleiben. Auch deshalb wagt Forchheims Jugendamtsleiter Richard Reickersdorfer auf FT-Anfrage noch keine Prognose, wie sich die Situation im kommenden Betreuungsjahr 2023/24 entwickeln werde.
Immerhin: „Die Stadt versucht, dem hohen Bedarf an Plätzen gerecht zu werden“, sagt er.
Rechtsanspruch für Eltern: Betreuung ab erstem Geburtstag
Das gelte nicht nur für die städtischen Einrichtungen, sondern trägerübergreifend. Das ist kein Selbstzweck: Seit 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch, ihre Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr betreuen lassen zu können.
Für alle Beteiligten wird neben weiteren neuen Plätzen die Beschaffung von Personal die herausforderndste Aufgabe.
Entspannung frühestens 2025
Laut der Berechnung nach dem Hildesheimer Bevölkerungsmodell wird der Mangel vor allem bei den Kleinsten aber noch einige Jahre anhalten. Theoretisch gibt es dem Modell nach im Jahr 2025 zum ersten Mal mehr Plätze als Kinder (gerechnet ohne Inklusion und Puffer).
Anmeldewochen für Kitas in Forchheim
Am Montag, 30. Januar, beginnen in den nichtstädtischen Einrichtungen in Forchheim die Anmeldewochen (siehe etwas weiter unten im Text), erst danach könnten die Verantwortlichen eine aussagekräftige Einschätzung für den Forchheimer Kita-Herbst abgeben, sagen sie.
Vanessa Geipel vom BRK Wunderland sieht sich und ihre Einrichtung grundsätzlich vorbereitet auf den großen Eltern-Run.
Aber sie sagt auch: „Nicht alle Eltern werden in Forchheim wohl einen Platz bekommen. Schon gar nicht spontan“.
Ihr Tipp lautet: Eltern sollten sich rechtzeitig kümmern, am besten schon während der Schwangerschaft Angebote studieren. Mit etwas Glück klappt es dann auch.
So kommen Eltern an einen Betreuungsplatz für den Herbst in der Stadt Forchheim
In der Stadt Forchheim stehen zahlreiche Einrichtungen im Krippenbereich (0 bis 3 Jahre), bei den Kindergärten (3 bis 6 Jahre) sowie Kinderhorte für Schulkinder zur Verfügung.
Die Anmeldung für einen Betreuungsplatz erfolgt in der Stadt Forchheim bei der jeweiligen Einrichtung direkt. Eine telefonische Vereinbarung im Vorfeld mit den jeweiligen Einrichtungen ist aber zwingend erforderlich.
Eine interaktive Karte mit den Kontaktdaten der Einrichtungen finden Sie hier:
Es gibt eine zentrale Anmeldezeit für alle Einrichtungen. Im Jahr 2023 ist dies möglich vom 30. Januar bis zum 10. Februar. Städtische Einrichtungen haben schon oder werden zum Teil noch Kennenlerntage anbieten.
Für alle gilt: Anmeldungen bei mehreren Einrichtungen sind möglich. Die Aufnahme erfolgt nach den Kriterien der jeweiligen Einrichtung.
Die Platzvergabe erfolgt bei Mehrfachanmeldungen unter Berücksichtigung der Elternwünsche durch Abgleich zwischen den jeweiligen Einrichtungen. Dies findet Mitte März statt. Zu- und Absagen werden von den jeweiligen Einrichtungen anschließend schriftlich erteilt.
Warteliste: Nach dem Anmeldezeitraum eingehende Aufnahmewünsche könnten nach vorhandenen freien Plätzen Berücksichtigung finden. Aufnahmen fürs Betreuungsjahr 2024/2025 können nur zum regulären Anmeldetermin 2024 erfolgen.
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