Mehr Energiewende, mehr Mobilität und stabile Landkreisfinanzen – mit diesen Themen geht Martin Distler ins Rennen um den Landratsposten im Landkreis Forchheim. Die Parteivorsitzenden hatte ihn bereits in der vergangenen Woche offiziell als Landratskandidat vorgeschlagen und präsentiert.
Martin Distler mit voller Zustimmung gewählt
Nun hat sich auch der Rest seiner Parteikollegen bei ihrer Aufstellungsversammlung geschlossen hinter den 51-Jährigen gestellt. 100 Prozent der von den anwesenden Parteimitgliedern abgegebenen gültigen Stimmen wählten Distler als ihren Landratskandidaten für die kommende Kommunalwahl im März 2026. Damit tritt er (nach jetzigem Stand) gegen die schon gesetzten Kandidaten Oliver Flake (CSU) und Hanngörg Zimmermann von den Freien Wählern an. Landrat Hermann Ulm (CSU) wird aus gesundheitlichen Gründen 2026 nicht mehr zur Kommunalwahl antreten.
Grüne Landkreis Forchheim: „Zeit für Umbruch“
Bei den Grünen herrscht bei diesem besonderen Zusammenkommen eine gewisse Aufbruchsstimmung. Aufbruch vor allem, da die Grünen seit langer Zeit wieder einen Landratskandidaten zur Kommunalwahl aufstellen. Und auch, da es innerhalb der Partei inzwischen eine gewisse Abneigung gegen den Führungsstil des jetzigen Landrats Hermann Ulm (CSU) gibt. „Der Landkreis hat einfach etwas Besseres verdient“, sagt zu Anfang Forchheims Bundestagsabgeordnete Lisa Badum bei der Veranstaltung.
Eben das sieht auch Kandidat Distler so. „Besonders bei der Energiewende hat die CSU im Landkreis einfach verschlafen“, meint Distler in seiner Rede vor der Abstimmung seiner Parteikollegen. Dafür bräuchte es nun eben einen Aufbruch. „Der Landkreis braucht einen Elektromotor, der die Region antreibt, ich bin bereit, dieser Elektromotor zu sein“, erklärt Distler weiter.
Martin Distler: Energiewende als entscheidendes Thema
Und die Energiewende soll für ihn ein entscheidendes Thema seiner Kandidatur sein. „In Eggolsheim haben wir gezeigt, wie man als einzelne Kommune die Energiewende voranbringen kann, mit mir als Landrat soll das für den ganzen Landkreis weitergehen“, erklärt Distler in seiner Kandidaturrede. In seinen Augen hätte der Landkreis eine wahnsinnige Chance für mehr Windkraft und Solarenergie.
Ein mindestens ähnliches Potenzial sieht der grüne Landratskandidat im Tourismus der Region. „Der Landkreis Forchheim besteht aus so vielen schönen Ecken, die wollen wir entsprechend erhalten und stärken“, erklärt Distler. Das ginge für ihn am besten mit dem entsprechenden Umweltschutz. „Das bedeutet auch, dass es mit mir keine Projekte wie die Ostspange geben wird“, erklärt der 51-jährige Grüne in seiner Rede.
Verkehr soll gestärkt werden
Doch nicht alle im Landratsamt bestehenden Pläne kritisiert der frisch gewählte Kandidat. „Mit mir wird das beschlossene Verkehrskonzept weitergeführt, es ist ein essenzieller Schritt für die Mobilitätswende im Landkreis“, erzählt Distler. Damit diese im Landkreis gelingen kann, bräuchte es die passende Infrastruktur. So müssten vor allem die Brücken in der Region geprüft und notfalls saniert werden. „Bus und E-Autos brauchen ordentliche Straßen, da muss weiter angepackt werden“, erklärt Distler weiter.
Bis zur Landratswahl wollen die Landkreis-Grünen nun eine ordentliche Wahlkampfoffensive starten. „Wir wollen auf die Menschen zugehen, mit ihnen reden und ihre Probleme und Ansichten verstehen, wenn wir so vorgehen, sehe ich gute Chance für eine echte Überraschung“, erklärt der 51-jährige Eggolsheimer. Sollte ihnen das gelingen, wäre Distler der erste grüne Landkreis in der Geschichte des Landkreis Forchheims.














