Selten sind Touristen so klar von Forchheimern zu unterscheiden wie an diesen Tagen auf dem Rathausplatz. Was den Gästen kaum auffällt, lässt die Stadtbevölkerung derzeit staunend am Bauzaun stehen bleiben. Das unschöne Gerüst an der Fassade des historischen Rathauses verschwindet allmählich, zumindest zum Teil.
Sanierung Rathaus Forchheim – erste sichtbare Fortschritte
Aufmerksamen Beobachtern ist aufgefallen, dass bereits vorigen Freitag mit dem Rückbau der Einrüstung am Magistratsbau begonnen worden ist, seit dieser Woche nun ist endlich wieder der Blick frei auf das jahrhundertealte und nun fertig restaurierte Fachwerk. Im Sonnenlicht beinahe strahlend bahnen sich die Fassade des Magistratsbaus, die im Stil der Renaissance 1535 errichtet worden ist, und die neuen Fenster ihren Weg zu den neugierigen Augen der Vorbeikommenden. Ebenfalls wieder enthüllt: die Registratur aus dem 15. Jahrhundert.
Das Rathaus stammt aus dem späten Mittelalter und gilt als Einzeldenkmal nationaler Bedeutung. Der zweigeschossige Hauptbau wurde 1402 errichtet, der Magistratsbau und der Registratsbau (dahinterliegend) folgten später. Seit 2020 wird gebaut, Ende 2026 sollen die umfangreichen Arbeiten abgeschlossen sein. In den Jahren seit dem ersten Beschluss 2015 und heute ist die Mammutbaustelle immer wieder wegen Verzögerungen und Kostensteigerungen in die Schlagzeilen geraten.
Kosten und Zeitplan machen Planern keine Sorgen (mehr)
Wie aus dem aktuellsten Bericht des Projektsteuerers Martin Sandl vom März hervorgeht, seien die Arbeiten „auf einem stabilen Stand“. Ähnliches gilt für die auf mittlerweile knapp 45 Millionen Euro angewachsenen Gesamtkosten. Sandl: „Alle derzeitigen und in absehbarer Zukunft auftretenden Kosten sind in der aktuellen Kostenberechnung beinhaltet. Eine Gesamtkostensteigerung ist derzeit nicht zu erwarten.“
Bis die Gerüste am Haupthaus ebenfalls demontiert werden können, dauert es allerdings noch. Derzeit wird beispielsweise weiterhin der Turm saniert, auch an der Fassade gibt es noch Restarbeiten. Auch innen laufen die Arbeiten auf Hochtouren, heißt es vonseiten der Stadt. So sei bereits Estrich verlegt worden, die Restauratoren arbeiteten sich weiter durch, der Fliesenleger habe bereits aufmessen und bemustern können und die Elektriker verkabelten fleißig. „Das Haus der Begegnung liegt gut im Plan“, sagt Stadtsprecherin Birgit Herrnleben auf Anfrage.
Nach Fertigstellung soll das Gebäude vor allem als Ort für Veranstaltungen und Kultur dienen – die Amtsgeschäfte finden hauptsächlich weiterhin über die Stadt verteilt statt.
















