Von außen wirkt es nicht so. Aber es tut sich was im historischen Forchheimer Rathaus. Bis die Stadt in ihrem „Haus der Begegnung“ einmal Hunderte Besucher zu kulturellen Schmankerln begrüßen darf, dauert es freilich noch. Und erneut verbergen sich hinter den blickdichten Gerüstfassaden des Königsstadter Kleinods auch schlechte Nachrichten. Doch in der Hauptsache blicken die Verantwortlichen derzeit positiv auf das Mammutprojekt Generalsanierung.
Rathaussanierung Forchheim: Zwei Drittel der Bauzeit geschafft
Zwei Drittel der geplanten Bauzeit sind geschafft, seit es vor mehr als vier Jahren losgegangen ist. Glaubt man der Darstellung des Chef-Architekten Stephan Fabi und des Projektsteuerers, sei die „Fertigstellung Ende 2026 zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Gefahr“. Das heißt, dass sich die Forchheimerinnen und Forchheimer allmählich tatsächlich leise Hoffnungen machen dürfen, rund um diese Zeit erste Schritte durch die altehrwürdigen (und in neuem Glanz erstrahlten) Gemäuer machen können.
Zwar laufe auch zurzeit nicht alles glatt auf der Baustelle, wie dem jüngsten Bericht des Architekten über den Stand der Baustelle zu entnehmen ist. Demnach hätte es zwischenzeitlich Probleme beim Trockenbau gegeben und auch bei den Restaurationen und dem Lüftungsbau würden leichte zeitliche Verschiebungen auftreten, so Fabi. Aber alles in allem sei der Plan einzuhalten.
Kosten steigen bei den Zimmern, Gesamtbudget wohl nicht
Auch auf der Kostenseite gibt es wieder negative Überraschungen. Weil die Bausubstanz der Tragwerkskonstruktion „massiv geschädigt“ sei, hätten die Zimmerer aufwendiger und teurer arbeiten müssen. Erneut fällt in diesem Segment eine Kostensteigerung von etwas über einer Million Euro zu Buche. Bereits im Oktober hatte es eine ähnliche Hiobsbotschaft gegeben. Der jetzige Betrag könne aber aus der extra für diese Probleme ins Budget eingearbeitete Risikoreserve getilgt werden.
Das Gute: Davon abgesehen bleiben die Kosten im Rahmen. Ein Stadtrat meint nach der Präsentation, hörbar durchschnaufend, „die größten Überraschungen müssten nun überstanden sein“. Das mittlerweile auf stolze 45 Millionen Euro angewachsene Gesamtbudget werde also zum jetzigen Stand voraussichtlich halten, versprechen die Planer.
Historisches Rathaus Forchheim: Gerüst könnte im März demontiert werden
Für die Forchheimer Öffentlichkeit wird sich das bald hoffentlich wieder zum Schmuckstück gemauserte Gemäuer wieder in vollem Glanz präsentieren – zumindest von außen. Nunmehr sind bereits 75 Prozent der Fachwerkfassaden saniert, Architekt Stephan Fabi plant damit, dass das seit Jahren leider stadtbildprägende Gerüst wohl im März demontiert werden kann.
Was einigen Stadträten noch Sorgenfalten auf die Stirn treibt, ist die nicht abschließend geklärte Gesamtfördersumme. 2023 hatte die Stadt bei der Vergabe für Zimmer- und Holzbauarbeiten fehlerhaft gearbeitet. Wie stark dieser Fehler den Stadtsäckel letztlich belastet, ist noch nicht klar. Wie Oberbürgermeister Uwe Kirschstein einmal sagte, abgerechnet würde am Schluss.
Umso mehr freut er sich dieser Tage über die 80.000 Euro starke Finanzspritze der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Gedacht ist das Geld für die Restaurierung des Turmes und der Stabwandstube, wie die Stadt nun mitteilt. Ein kleiner finanzieller Baustein des großen Ganzen, aber immerhin ein Baustein. Ein „Denkmal nationaler Bedeutung“ sei das Rathaus, freut sich Kirschstein. In zwei Jahren soll es darüber hinaus endlich wieder ein Denkmal offenen Zugangs sein.
















