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Cannabis-Legalisierung
Wer gründet Forchheims ersten Cannabis-Anbauverein?
Noch ist nicht bekannt, wer die Cannabis-Anbauvereinigung in Forchheim gründen wird.
Noch ist nicht bekannt, wer die Cannabis-Anbauvereinigung in Forchheim gründen wird. // Maximilian Arnold ; midjourney
Cannabis-Legalisierung
Forchheim – Ab 1. April soll Cannabis in Deutschland unter bestimmten Bedingungen legal sein - etwa für Mitglieder einer Anbauvereinigung. Diese müsste in Forchheim jedoch noch gegründet werden.

Seit vergangener Woche ist die Cannabis-Legalisierung in Deutschland beschlossene Sache. Ab April soll es demnach möglich sein, daheim selbst bis zu drei Pflanzen zu besitzen oder Teil einer sogenannten „Anbauvereinigung“ zu werden. In den kommenden fünf Jahren rechnet die Bundesregierung mit der Gründung von insgesamt rund 3000 solcher Vereine. Auch in Forchheim könnte sich eine derartige Vereinigung zusammenfinden.

Suche im Netz

Tatsächlich gibt es auf der Social-Media-Plattform Facebook bereits eine Fanseite für einen „Cannabis Social Club Forchheim“ – die Adresse angeblich mitten in der Innenstadt der Königsstadt. Eine schnelle Google-Suche zeigt aber, dass sich hier lediglich ein Brautmodenladen sowie die Kanzlei von Rechtsanwältin Daniela Bähr befindet.

„Ich habe damit nichts zu tun“, erklärt Bähr auf Nachfrage überrascht. Dies gelte sowohl für Facebook als auch für Cannabisprodukte und -pflanzen. „Ich plane auch nicht, meine berufliche Tätigkeit in diese Richtung zu entwickeln“, betont sie. Möglicherweise erlaube sich jemand mit dem Eintrag einen Scherz.

Hanfbauer hat kein Interesse an Cannabis-Club

Wer also könnte tatsächlich die erste Forchheimer Anbauvereinigung gründen? „Ich plane diesen Schritt auf jeden Fall nicht“, berichtet Markus Nagengast, der auf seinem Bio-Bauernhof bereits Hanf anbaut. Dabei handle es sich aber lediglich um geringe Mengen an Nutzhanf, die zur Fertigung von Hanfstroh und Hanföl gedacht seien. High werden könne man davon nicht. Und er plane auch nicht berauschendes THC-haltiges Cannabis anzubauen.

„Ich habe mich mal über das Thema im Zuge des Anbaus für medizinische Zwecke informiert“, berichtet Nagengast. Die Auflagen hierfür seien jedoch sehr hoch. Folglich habe er sich recht schnell dagegen entschieden.

Solawi bleibt bei Lebensmitteln statt Marihuana

„Wir haben keinerlei derartige Ambitionen“, erklärt auch Stefanie Blumers, Vorsitzende der Solawi Ebermannstadt, lachend. Wenn sie an ihre Mitglieder denke, erwarte sie auch nicht, dass ein Wunsch nach derartigen Genussmitteln aufkomme. „Unseren Mitgliedern geht es in erster Linie um das Thema gesunde und nachhaltige Ernährung“, erläutert sie. Sollte die Solawi sich neben dem Gemüseanbau weitere Tätigkeitsfelder suchen, werde dies folglich im Bereich der Lebensmittel sein.

Auch Forchheims Künstlerszene scheint keinen Bedarf an einer Anbauvereinigung zu haben. „In der Vergangenheit war es zwar nicht unüblich, dass der eine oder andere sich ein Zigarettchen gedreht und herumgereicht hat“, erklärt Uli Raab, Vorsitzender des Jungen Theaters Forchheim. Heute kenne er jedoch kaum einen, dem er dies noch zutraue.

Grüne erfreut über Cannabis-Legalisierung

Tatsächlich sei das Thema Cannabis-Legalisierung weitgehend an ihm vorbeigegangen. „Ich muss bei dem Thema als ehemaliger Lehrer aber primär an die Jugend denken“, betont er. So hoffe er, dass mit der Legalisierung auch ein gesteigertes Interesse der Politik am Thema Suchtprävention aufkomme.

„Ich finde die Legalisierung im Sinne der Entkriminalisierung gut“, erklärt Gerhard Meixner, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Forchheimer Stadtrat. Tatsächlich handle es sich um ein Thema, welches gerade bei den älteren Grünen wie ihm selbst bereits seit langem Teil des Programms sei.

Noch keine Gründer für Anbauvereinigung in Sicht

Er selbst plane die Gründung einer Anbauvereinigung jedoch nicht – wenngleich er mitunter vielleicht Interesse habe, einem solchen Verein beizutreten. „Ich habe schon in meiner Jugend das eine oder andere ausprobiert“, berichtet er. Und auch im Alter könne er sich vorstellen, zur Entspannung etwas zu rauchen. Es werde mit Sicherheit nicht lange dauern, bis sich jemand finde, der bereit sei, einen derartigen Verein zu gründen.

Tatsächlich scheinen sich die Hanf-Freunde bereits in Stellung zu bringen. So sucht im Internet eine Organisation namens „Highmatverein" in zahlreichen Städten nach möglichen Gründern von lokalen „Cannabis Social Clubs". Auch für Forchheim gibt es eine Internetseite, auf der sich Interessierte unverbindlich anmelden sollen. 

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