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Spaß auf zwei Rädern
Sicher auf dem Fahrrad unterwegs - so geht's
Die Fränkische Schweiz, hier die Burgruine Neideck, ist ein Eldorado für schöne Fahrradtouren. Dafür braucht es ein geprüftes Fahrrad.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die Fränkische Schweiz, hier die Burgruine Neideck, ist ein Eldorado für schöne Fahrradtouren. Dafür braucht es ein geprüftes Fahrrad. // Ronald Heck/Archiv
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
Forchheim – Reifen, Ketten, Reflektoren: Ein Experte erklärt, auf was es zu Beginn der neuen Saison ankommt.

Cityrad, Alltagsrad, Mountainbike, Gravelbike, E-Bike – allein die Vielzahl der unterschiedlichen Fahrradtypen impliziert den technischen Fortschritt bei den Rädern. Doch kann man diese Fahrräder dann nach dem Winterquartier im Keller noch selbst auf Sicherheit überprüfen?

„Jeder kann überprüfen, ob sein Rad verkehrssicher ist. Das ist nicht schwerer als vor 20 Jahren“, sagt Peter Rammensee, der Inhaber und Geschäftsführer von Peters Radl Stadl in Igensdorf. Dem stimmt Frank Wessel, der Vorstandsvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Forchheim, zu. Damit der Sicherheitscheck gelingt, haben Rammensee und Wessel Tipps parat.

1. Reifen überprüfen

Als erstes sollten die Reifen überprüft werden. Der Luftdruck in Tourenrädern sollte schon vier Bar betragen, sagen die Fahrradexperten. „Wenn die Reifen aufgepumpt sind, dann sollten in der Reifenwand und -lauffläche keine Risse sein. Das wäre sehr gefährlich und sollte dringend getauscht werden“, rät der Fahrradfachmann. Auch ein Schleichplatten könnte durch die Ruhezeit entstanden sein, weiß Frank Wessel.

Oft zeigt sich das, wenn nach dem Aufpumpen tags drauf wieder Luft ausgewichen ist. „Jetzt kann man den Reifen nach alter Väter Sitte flicken oder einen neuen kaufen“, sagt Wessel. Er tendiert zum zweiten, denn geflickte Reifen sind anfälliger.

2. Ketten und Bremsen ölen

„Als nächstes sollte man die Ketten ölen und die Bremsbeläge prüfen und schauen, dass alle Anbauteile fest sind und die gesetzlichen Anforderungen überprüfen“, sagt Rammensee.

Das sind neben den zwei voneinander unabhängig funktionierenden Bremsen eine Klingel, die nicht zu leise sein sollte, eine Lampe und vorne ein weißer Reflektor, ein rotes Rücklicht und ein roter Reflektor hinten. „Rücklicht und Reflektor können integriert sein“, sagt Rammensee.

3. Reflektoren und Pedale

Weiter vorgeschrieben sind vier gelbe Speichenreflektoren, die sogenannten Katzenaugen oder reflektierende weiße Streifen an den Reifen oder röhrenförmige Speichenreflektoren. „Diese sehen aus wie ein dicker Strohhalm und müssen an allen Speichen sein“, betont Fahrradfachmann Rammensee.

Ein sicheres Fahrrad muss dann noch rutschfeste und fest verschraubte Pedale haben, die mit je zwei Pedalreflektoren ausgestattet sind. „Ein Dynamo ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Seit 2013 sind auch Lampen mit Akku- oder Batteriebetrieb zugelassen“, erklärt Rammensee.

4. Akkus bei E-Bikes prüfen

Um die Akkus sollte man sich beim E-Bike kümmern, sagt Wessel. Diese gehören im Winter im Warmen gelagert und sollten eigentlich zwischendurch aufgeladen werden. Akkus können sich tiefentladen.

Um zu erfahren, ob der Akku noch hält, rät Wessel dazu, zunächst den alten Akku aufzuladen und zu verwenden. Dann überprüfen, wie weit man mit dem Akku noch kommt und wie weit man damit fahren möchte. „Wenn die erste Zahl kleiner ist, dann sollte man den Akku austauschen“, rät Wessel.

Gleich durchstarten?

Ist das Fahrrad fit, kann es los gehen oder doch nicht? Muss sich der Fahrradfahrer auch prüfen? „Darüber gibt es verschiedene Meinungen. Ich bin der Meinung, er muss sich nicht fit machen“, sagt Wessel.

Zudem bietet der ADFC heuer erstmals ein Fahrradsicherheitstraining an. „Es hat sich gezeigt, dass gerade Senioren mit dem kräftigen Abzug der E-Bikes Probleme bekommen“, betont Wessel. Nicht selten führe das zu einem Sturz. Das Sicherheitstraining dauert drei Stunden und findet auf dem Kinderverkehrsübungsplatz beim Kersbacher Kreuz statt.

Die Verantwortlichen des ADFC sind darin geschult worden. „Das Sicherheitstraining hat sich bewährt, insbesondere wenn man zum ersten Mal ein E-Bike fährt, das man beherrschen lernen muss“, sagt Wessel. Zu dem Training dürfen nicht nur Senioren kommen, auch jüngere Fahrradfahrer sind gerne gesehen. Die Termine und Anmeldung stehen auf der Website des ADFC.

Fahrrad muss zum Fahrer passen

Wer heuer zum ersten Mal auf das Rad umsteigen möchte, – ob der Gesundheit wegen oder in den hohen Spritpreisen und dem Umweltschutz begründet – der sollte auf jeden Fall einen Beratungstermin im Radladen vereinbaren. „Das ist für ein gutes Rad unerlässlich, da die Räder ergonomisch auf die Körpergröße, die Anforderungen des Fahrers und den Einsatzzweck abgestimmt sein sollten“, betont Rammensee.

Hat man dann das richtige Rad oder das vorhandene sicher überprüft, steht der neuen Fahrradsaison eigentlich nichts mehr im Weg. Um die ersten Fahrten dann noch zu genießen, bieten sich viele Routen an, selbst für Anfänger. Die Talroute am Rednitzradweg beispielsweise. „Oder den Weg einfach am Kanal entlang“, sagt Wessel.

Fahrsicherheitstraining

Termine 2. .April von 9.30 bis 12.30 Uhr, 20. April von 13 Uhr bis 16 Uhr, 21. Mai von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr,. 30. Mai von 13 Uhr bis 16 Uhr. Anmeldung beim ADFC Forchheim erbeten.

 

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