Bemerkenswerte Funde
Kreis Forchheim ist Heimat für bedrohte Tierarten
Der Feuersalamander ist im Landkreis Forchheim in geeigneten Lebensräumen noch regelmäßig anzutreffen.
Der Feuersalamander ist im Landkreis Forchheim in geeigneten Lebensräumen noch regelmäßig anzutreffen.
Foto: Stefanie Hellmann
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
LKR Forchheim – Viele vom Aussterben bedrohte Arten fühlen sich in der vielfältigen Landschaft im Landkreis Forchheim besonders wohl. Das zeigen neue Forschungsergebnisse des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Zwei Jahre haben Experten im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LFU) die Verbreitung und den Bestand ausgewählter Tierarten im Landkreis Forchheim ermittelt. Nun liegen die Ergebnisse dieser Naturschutzfachkartierung vor.

Nachweise von bemerkenswerten Tierarten

Für die Kartierung wurden auf ausgewählten Flächen im Landkreis Vorkommen von Reptilien, Vögeln, Amphibien, Tagfaltern, Libellen und Heuschrecken überprüft. Verteilt auf über 600 Lebensräume und 150 punktförmige Angaben wurden Nachweise von bemerkenswerten Tierarten erbracht.

Dabei wurde für den Landkreis ein beachtliches Vorkommen vom Wendehals dokumentiert. Diese deutschlandweit gefährdete Vogelart hat vor allem in den Streuobstbereichen des Landkreises Forchheim einen Verbreitungsschwerpunkt.

Alte Baumbestände mit Bruthöhlen, magere Wiesen und Feldraine, auf denen der Wendehals seine Nahrung findet, sind dafür die Voraussetzung. Für die Vogelarten Heidelerche und der Flussregenpfeifer konnten wenige Brutnachweise erbracht werden.

Neue Libellen entdeckt

Bei den Libellen gab es Neuentdeckungen im Landkreis wie die Pokaljungfer und die Feuerlibelle, deren Auftreten im Zusammenhang mit der klimatischen Erwärmung in Bayern gesehen wird.

Positive Bestandsentwicklungen gab es bei einigen weniger spezialisierten Arten wie dem See- und Springfrosch oder der Großen Heidelibelle. Der Feuersalamander, in anderen Gegenden Bayerns aufgrund einer Pilzerkrankung stark bedroht, ist in Forchheim in geeigneten Lebensräumen noch regelmäßig anzutreffen. Auch der Heidegrashüpfer ist auf Magerrasen noch stetig vorhanden.

Rückgänge von Arten und Individuen

Teils zeigen die Ergebnisse Rückgänge von Arten und Individuen, insbesondere bei Tagfaltern und Amphibien. Darunter sind spezialisierte Arten wie die Knoblauchkröte und Kreuzkröte oder die Gefleckte Keulenschrecke, aber auch ehemals häufigere wie Grasfrosch, Teich- und Bergmolch oder der Frühlings-Mohrenfalter.

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Manche Arten sind nur noch in Restbeständen vorhanden wie die Rotflügelige Schnarrschrecke oder sie haben sich aus Teilen des früheren Verbreitungsgebietes zurückgezogen wie die Glänzende Binsenjungfer oder der Laubfrosch.

Ursachen für den Artenrückgang

Die Ursachen für den Rückgang von Arten sind vielfältig. Manche Lebensräume verändern sich durch eine Intensivierung der Nutzung der Landschaft, andere durch fehlende Nutzung und Pflege des Biotops. Auch die Isolation von Lebensräumen und der Klimawandel mit zunehmender Trockenheit beeinflussen die Überlebensfähigkeit von Populationen.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen insgesamt, dass der Landkreis Forchheim mit seiner vielfältig strukturierten Landschaft nach wie vor ein reiches Arteninventar aufweist.

 Wichtig: Förder- und Pflegemaßnahmen gezielt fördern

Umso wichtiger ist laut LFU die Fortführung und Verstärkung gezielter Förder- und Pflegemaßnahmen. Die Förderung von Extensivierung in der Teich-, Land- und Forstwirtschaft, Ausgleichsmaßnahmen in Abbaugebieten oder eine Verstärkung der Landschaftspflege seien Beiträge, die Artenvielfalt und Biodiversität im Landkreis langfristig zu erhalten.

Die nun gewonnenen Erkenntnisse können auch von der Biodiversitätsberatung aufgegriffen werden, um zusammen mit den Grundstückeigentümern Maßnahmen für die Arten und dem Biotopverbund zu ergreifen.

Kartierung wird zentral gespeichert

Die Naturschutzfachkartierung wird auf Landkreisebene durchgeführt. Die Ergebnisse sind wichtige Grundlagendaten für bedrohte Arten und ihre Lebensräume und werden in der landesweiten Datenbank der Artenschutzkartierung zentral gespeichert.

Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten aktuell zu halten. Sie stehen Behörden, Kommunen, Verbänden, Planungsbüros und Wissenschaftlern zur Verfügung und liefern bei Eingriffen in die Landschaft, bei der Planung von Schutzprojekten und für die Landschaftspflege wichtige Informationen. Das LFU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse auf Anfrage zur Verfügung.

 

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