In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Natur des Landkreises Forchheim wurde hitzig debattiert. Zunächst sorgte das mit der Umweltstation Lias-Grube in Unterstürmig geplante Projekt „Klimacool 2026“ für erhöhten Blutdruck bei den Ausschussmitgliedern.
Forchheim: Klimaschutzprojekte sorgen für hitzige Diskussionen
„Klimacool 2026“ soll vor allem Jugendliche ansprechen: An weiterführenden Schulen, Berufsschulen und Fachschulen soll den Schülern die Thematik der Klimaanpassung nähergebracht werden. Dafür wurde ein modernes Konzept erdacht: Die Jugendlichen dürfen einen dreiteiligen Klimapodcast und Kurzvideos erstellen, sogenannte Tiktoks, die aber nicht online gestellt werden sollen. Da insgesamt 70 Prozent des Projekts förderfähig sind, bliebe dem Landkreis Forchheim eine Eigenbeteiligung in Höhe von 3787,50 Euro.
Keine große Summe, meinte Manfred Hümmer (Freie Wähler): „Das Projekt ist begrüßenswert und kostet nicht so viel, dass man es direkt ablehnen sollte.“
Thema steht bereits in den Lehrplänen
Jedoch sieht der Freie Wähler auch ausreichend Gründe, die gegen eine Finanzierung von „Klimacool 2026“ sprechen: „Es ist schwierig, eine große Akzeptanz an den Berufsschulen zu finden.“ Weiter führt er aus: „Wir reden jetzt über ein Thema, das bereits in den Lehrplänen der Schulen zu finden ist und dort auch in der einen oder anderen Form bereits unterrichtet wird.“
Konrad Rosenzweig (CSU) sieht das ganz anders: „Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als uns auf die Klimaanpassung einzustellen. Denn wir werden den Klimawandel nicht aufhalten können.“ Rosenzweig sieht eine gute Möglichkeit darin, das Bewusstsein dafür in den Schulen durch Projekte zu wecken und wünscht sich: „Man kann nur hoffen, dass möglichst viele daran teilnehmen.“ Allerdings sieht der CSU-Politiker auch Herausforderungen: „Kinder sind immer leichter zu begeistern, wenn es was zu basteln gibt zum Thema Umweltschutz. Bei den Jugendlichen wird es etwas schwieriger sein.“
Manfred Hümmer sieht noch ein weiteres Argument, um das Vorhaben abzulehnen: „Dieses Projekt widerspricht jeglichem üblichen Vorgehen der Haushaltsplanung.“ Und er wird konkreter: „Wir haben so viele Projekte laufen. Immer wieder heißt es, es fehlt Personal. Das ist nicht unsere Aufgabe. Wir können Förderanträge stellen, ja.“ Hümmer fordert schließlich: „Aber haben sie geklärt, welche Schulen bereit wären, dieses Projekt durchzuführen?“
Dominik Bigge, im Landratsamt zuständig für Klima, Energie, Obst- und Gartenbau, beschwichtigt: „Es ist nur ein Haushaltsentwurf und wir möchten von Ihnen ein Signal, ob wir die Fördermittel beantragen sollen oder nicht.“ Letztendlich wurde die Beschlussvorlage einstimmig angenommen.
Thema Wässerwiesen
Auch beim Thema „Wässerwiesen 2.0“ ging es hoch her. Roland Lindacher stellte den aktuellen Stand des Projekts vor und benannte die Kernziele: Erhalt der traditionellen Wiesenbewässerung, zielartenorientierte Verbesserung der Lebensraumfunktionen (zum Beispiel Wiesenbrüter, Muscheln, Krebse et cetera), Inwertsetzung und Zukunftssicherung des Wiesenwässerns.
Zwei Wehre (das Gosberger und das Reuther Wehr) müssen komplett erneuert werden. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst. Konrad Rosenzweig, der selbst Landwirt ist, wünscht sich, dass den Landwirten bei der Beantragung und Gewinnung von Fördermitteln unter die Arme gegriffen wird.
In dieser Sitzung wurde auch über die Vergabe des Nachhaltigkeitspreises des Landkreises Forchheim entschieden. Jeweils 750 Euro erhalten das Zukunftshaus Forchheim und die Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken.













