Die Fränkische Schweiz ist vor allem für ihre wunderschönen Klippen, Schluchten und Höhlen bekannt. Die naturnahen Wanderrouten lassen gerne vergessen, dass die Fränkische Schweiz eine weitere schöne Freizeitbeschäftigung bietet. Die Rede ist von der Kanu- und Bootsfahrt auf der Wiesent. Eine Aktivität, die vor allem wegen der vielen Bootsverleiher rund um die Wiesent sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen durchaus beliebt ist.
Doch nicht alles ist rosig rund um die Wiesent. Bereits seit Jahren umtreibt das Kanugeschäft ein andauernder Streit. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Wie können auf der einen Seite Natur und Tiere ausreichend geschützt werden und auf der anderen Seite angemessene Bedingungen für die Bootsverleiher geschaffen werden? Um den Streit endlich zu beenden, gingen sowohl der Bund Naturschutz (BN) als auch die Bootsverleiher vor Gericht, doch nun sind beide Klagen zurückgezogen. Was ist passiert?
Kanufahren auf der Wiesent: Gerichtsverfahren umgangen
Konkret geführt wird die andauernde Diskussion vom Forchheimer Bund Naturschutz und einer Gruppe von Kanuvermietern. Die Naturschützer des Bund Naturschutz fordern zum einen eine erneute Diskussion um den Start der Kanusaison, um die Natur weniger zu belasten. Derzeit dürfen die Boote zwischen dem 1. Mai und dem 30. September in bestimmten Bereichen auf der Wiesent fahren. Ebenfalls fordern die Naturschützer bessere Regelungen bei niedrigen Wasserpegeln. Bei zu niedrigem Wasser könnten die Boote den Flussuntergrund beschädigen und dabei Fortpflanzungsflächen für diverse Lebewesen zerstören. Die Kanubetreiber dagegen forderten vor allem gelockerte Regelungen im Rahmen der Schifffahrtsgenehmigung, wie etwa eine längere Saison.
Gegen eben diese Schifffahrtsgenehmigung wollten BN und Kanubetreiber jetzt getrennt vor das Verwaltungsgericht Bayreuth ziehen. Doch beide Streitparteien haben ihre Klagen zurückgezogen. Sie wollen nun versuchen, außergerichtlich eine Einigung zu erzielen, mit der am Ende alle Beteiligten an der Wiesent zufrieden sind.
Das sagen die Kläger
„Die Klagen haben wir nun zurückgezogen, wir wollen nun versuchen, gemeinsam mit den Kanubetreibern und weiteren Betroffenen an einer Art runden Tisch eine gute Lösung zu finden“, erklärt Ulrich Buchholz, Vorsitzender der Forchheimer Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Zu diesem runden Tisch hätte das Landratsamt Forchheim die beteiligten Gruppen eingeladen, um ohne weitere rechtliche Schritte zu einem guten Ergebnis für alle Beteiligten zu kommen. „Wir wollen jetzt gucken, dass wir gemeinsam ins Gleichgewicht kommen“, erklärt Buchholz weiter.
So geht es auch den Kanubetreibern, auch sie haben ihre Klage fallen lassen, um jetzt gemeinsam mit Landratsamt und BN an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten. „Ich denke eine Kooperation ist jetzt ein guter nächster Schritt, damit man gemeinsam auf einen akzeptablen Nenner kommt“, erklärt Dominik Bogner, der als Sprecher der Bootsverleiher agiert.
Das Landratsamt Forchheim bestätigt indes, dass möglichst zeitnah gemeinsam eine Lösung gefunden werden soll. Dafür ist ein gemeinsamer Termin noch im Laufe des Jahres geplant, damit Naturschützer, Kanubetreiber und weitere Interessengruppen gemeinsam eine zufriedenstellende Lösung erarbeiten können.












