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Stadt unter extremer Hitze
Hitzeschutz: Wie Forchheims Innenstadt kühler werden soll
In der Forchheimer Innenstadt gibt es bereits mehrere Wasserinstallationen. Sie kühlen dabei auch das Klima in der Innenstadt
In der Forchheimer Innenstadt gibt es bereits mehrere Wasserinstallationen. Sie kühlen dabei auch das Klima in der Innenstadt // Bjarne Bahrs
Forchheim – Bei den derzeitigen Sommertemperaturen wird es wieder deutlich: Die Forchheimer Innenstadt heizt sich auf. Wie will sich die Stadt künftig vor Hitze schützen?

Heißer Asphalt und Beton am Boden. Die brennende Sonne am Himmel. Wer sich bei diesen Sommertemperaturen in die Forchheimer Innenstadt wagt, bekommt dabei schon ein gewisses Sahara-Gefühl. Gepaart mit wenigen schattigen Plätzen und Bäumen wird eben dieses Wüstengefühl nicht unbedingt besser. Dabei sollten sich doch besonders jetzt die Kommunen exzessiv mit ihrem Hitzeschutz auseinandersetzen.

Denn auch wenn manch einer es gerne anders hätte, muss sich der Mensch mit der längeren und stärkeren Hitze abfinden. „Das ist alles messbar, wir leben heute in ganz anderen klimatischen Bedingungen als früher“ erklärt Professor Manfred Miosga von der Universität Bayreuth. Er forscht und publiziert aktiv über das Thema Klimaschutz in Kommunen. „Wer heute anderes verbreitet, handelt einfach böswillig“, so der Forscher.

Forchheim kämpft gegen Hitze

Mit diesen neuen Wetterbedingungen muss sich auch die Stadt Forchheim auseinandersetzen. Und dabei soll künftig auch mehr angepackt werden als bisher.  Denn die Stadt und ihre Klimaschutzmanagerin Sophia Ramer wollen das Thema Hitze ab diesem Jahr deutlich mehr angehen. „Wir haben in diesem Sommer von den beratenden Stellen auch den Impuls bekommen, mit Hitzeschutz-Maßnahmen zu starten, bevor sie abschließend von den politischen Gremien beschlossen wurden“, sagt Ramer auf Nachfrage von fraenkischertag.de.

Forchheim: So funktioniert ordentlicher Hitzeschutz

Aber was braucht eine Stadt überhaupt, um effektiv gegen die Hitze anzugehen? Klimaexperte Miosga klärt dazu auf: „Das ist in jeder Stadt natürlich ein wenig unterschiedlich. Wichtig ist aber vor allem eine gesunde Menge an grüner und blauer Infrastruktur.“ Gemeint sind damit konkret Begrünungen und Wasserinstallationen in den Städten. „Forchheims Innenstadt steht, was das Wasser angeht, dank der Wiesent auch relativ gut da“, erzählt Miosga aus der eigenen Erfahrung mit der Königsstadt. Auch Wasserinstallationen wie die am frisch sanierten Paradeplatz würden sich positiv auf das städtische Klima auswirken.

Das Hoch Ines könnte Forchheim den Sommer zurückbringen.
Das Hoch Ines könnte Forchheim den Sommer zurückbringen. // Foto: Bjarne Bahrs

Was es aber eben auch bräuchte, sind Begrünungen, damit stehe Forchheim aber weniger gut da. „Bäume helfen beispielsweise gleich doppelt, da sie natürlich für Schatten sorgen und durch die Wasserverdunstung auch die Umgebungsluft abkühlen“, erzählt Klimaforscher Miosga. Grünflächen hätten generell einen gleichen Effekt dank der Wasserverdunstung. Deshalb wäre besonders die Begrünung von städtischen Dachflächen bei vielen Kommunen in Deutschland eine beliebte Form des Hitzeschutzes.

Stadt plant mehr Begrünung in der Innenstadt

Und auch bei der Stadt Forchheim steht eine weitere Begrünung der Innenstadt auf der Liste der Hitzeschutz-Maßnahmen. So will Forchheim beispielsweise zeitnah eine Datenbank der begrünten Dachflächen, ein sogenanntes Gründachkataster anlegen. Damit könne dann auch geprüft werden, auf welchen Dachflächen noch Potenzial besteht. Auch städtische Fassaden sollen so weit wie möglich begrünt werden. Mehr ins Detail gehen, darf Forchheims Klimaschutzmanagerin aber nicht. Schließlich muss der Forchheimer Stadtrat über einige Maßnahmen noch entscheiden.

Mit Ausnahme von einigen wenigen Bäumen fehlt es in der Forchheimer Innenstadt an Begrünung. Die Stadt will dabei nun nachhelfen.
Mit Ausnahme von einigen wenigen Bäumen fehlt es in der Forchheimer Innenstadt an Begrünung. Die Stadt will dabei nun nachhelfen. // Bjarne Bahrs

OB Kirschstein bringt mobiles Stadtgrün ins Gespräch

Einen weiteren Begrünungsplan hat Oberbürgermeister Uwe Kirschstein kürzlich in einem Gespräch mit fraenkischertag.de genannt. Konkret geht es um die Installation von sogenanntem „mobilen Stadtgrün“ unter anderem in der Hornschuchallee, wo der Baumbestand kontinuierlich zurückgeht. Im Endeffekt sind damit übergroße Blumentöpfe für Bäume und andere Gewächse gemeint, die kostengünstig und schnell die Forchheimer Innenstadt begrünen könnten. Auch in der Hauptstraße wäre so eine Begrünung geplant.

Forchheim: Hitzeaktionsplan soll kommen

All die feststehenden und noch zukünftigen Hitzeschutz-Maßnahmen will die Stadt dann in einem Hitzeaktionsplan zusammenführen. Dafür würden Gartenamt, Stadtplanungsamt und Klimaschutzmanagement bereits eng zusammenarbeiten. „Wir sind da in der Vorbereitung und wollen auch diese Maßnahme zeitnah präsentieren“, berichtet Klimaschutzmanagerin Ramer auf Nachfrage.

Dass Kommunen eben einen solchen Hitzeaktionsplan aufstellen, ist laut Klimaforscher Manfred Miosga besonders aufgrund der damit verbundenen Förderungen wichtig. „Für die Kommunen ist so ein Hitzeaktionsplan dann eben auch ein gutes Schriftstück, um die Maßnahmen bestmöglich durchzusetzen“, meint Miosga.

Klimaforscher: „Entwicklung in der Region ist positiv“

Generell bewertet Miosga die Entwicklung der Kommunen in der Region beim Thema Hitzeschutz als positiv. „Nach vielen Jahren freue ich mich, dass die Notwendigkeit für solche Entscheidungen langsam erkannt wird“, so Miosga im Gespräch mit der Redaktion. Trotzdem dauert der Prozess weiterhin zu lange. „Die Notwendigkeit ist da, was jetzt noch fehlt, ist die Dringlichkeit der Entscheidung“, sagt Miosga weiter. Denn besonders für vulnerable Gruppen wie etwa ältere Menschen wird die Hitze ohne den entsprechenden Schutz der Kommunen immer gefährlicher. „Man schützt ja nämlich nicht nur vor unangenehmer Wärme, sondern im schlimmsten Fall sogar vor schwerwiegenden Verletzungen“, erzählt der Klimaforscher abschließend.

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