Forchheim und die Fränkische Schweiz sind bekannt für ihre Kirschen. Auch Apfel und Birnbäume gedeihen hierzulande wunderbar. Dazu gesellt sich dieses Jahr jedoch eine Fruchtsorte, mit der wohl niemand rechnen würde: Im Vorgarten der Familie Lindenberger im Heroldsbacher Gemeindeteil Thurn wachsen heuer tatsächlich Bananen.
„Als wir die Anfang dieser Woche entdeckt haben, waren wir sehr überrascht“, erklärt Jennifer Lindenberger. Zwar würde die Bananenstaude, an der die exotischen Früchte wachsen, bereits seit rund fünf Jahren an ihrem derzeitigen Standort stehen. Bananen gebildet hätte sie bislang jedoch noch nie.
Hingucker im Vorgarten
„Ursprünglich hatten wir die Banane als Zimmerpflanze gekauft“, berichtet die zweifache Mutter. Dort habe es der Pflanze jedoch offenbar zu gut gefallen. Aus diesem Grund entschied die Familie sich, sie in den Vorgarten zu pflanzen. Dort würde sie seither jedes Jahr zahlreiche Ableger wachsen lassen.
„Uns geschieht es öfter, dass Leute verwundert stehen bleiben und sich die Blätter ganz genau anschauen“, erzählt sie. Oftmals folge darauf dann ein Lächeln. „Die Banane im Vorgarten strahlt offenbar für viele eine Art Urlaubsgefühl aus“, erklärt sich Lindenberger diese Reaktion. Sie freue sich darüber, anderen mit ihrem Hobby den Tag zu versüßen.
Ganz besondere Bananensorte
„Bevor wir sie ins Freie gepflanzt haben, haben wir uns natürlich informiert, ob sie dort überhaupt eine Überlebenschance hat“, betont Lindenberger. Glücklicherweise handle es sich um eine spezielle Art namens Musa Basjoo (Japanische Faserbanane), die vergleichsweise winterhart sei. Zum Überwintern würden sie und ihr Mann die Stauden, sobald der Frost käme und die Blätter absterben würden, etwa 50 Zentimeter über dem Boden abschneiden und dann mit Styropor und Stroh vor dem Frost schützen.
„Tatsächlich gehört diese Sorte zu denen, die am besten mit kalten Temperaturen klarkommen“, berichtet Claus Heuvemann, technischer Leiter des Botanischen Gartens der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen. Zwar seien Bananenpflanzen in privaten Gärten eher ungewöhnlich, in botanischen Sammlungen sei die Art aber öfter zu sehen. Auch in Erlangen.
Gelinge es, den Pflanzen optimale Bedingungen zu bieten, sei es nicht ungewöhnlich, dass sie eine Blüte bilden. „Für einen Hobbygärtner ist das aber eine große Auszeichnung“, betont er. Leider würden die Früchte jedoch wohl nicht mehr reif werden. „Bananen brauchen sehr lange Vegetationsphasen“, so der Experte. Zwar würden sich diese infolge des Klimawandels in Deutschland immer weiter ausdehnen, bis man in Franken Bananen anbauen könne, müsse es aber noch deutlich wärmer werden.
Familie plant Experiment
„Ich werde die Bananen auf jeden Fall noch etwas hängen lassen, vielleicht wachsen sie ja noch ein wenig“, erklärt Jennifer Lindenberger. Wenn der Frost es nötig mache, die Blätter zum Überwintern zu kappen, würde sie auch die Früchte abnehmen und versuchen, sie im Haus nachreifen zu lassen. „Das klingt nach einem spannenden Experiment und könnte sogar funktionieren“, erklärt Claus Heuvemann. Ähnlich würde schließlich auch im Handel verfahren. „Wenn es gelingt, werden die Bananen aber vermutlich anders schmecken als die aus dem Supermarkt“, berichtet er. Außerdem sei es möglich, dass sie Kerne enthielten. Diese seien bei jener Bananensorte, die man im Handel kaufen könne, weggezüchtet worden.
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