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Neunkirchen am Brand
Hilfe für junge Eichhörnchen: Auswilderungsstation geplant
Zwei junge Eichhörnchen sitzen auf einem Baum. Immer wieder kommt es vor, dass die Jungtiere aus dem Kobel fallen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Zwei junge Eichhörnchen sitzen auf einem Baum. Immer wieder kommt es vor, dass die Jungtiere aus dem Kobel fallen. // Nina Grabmann
Neunkirchen – Der Bund Naturschutz will zwischen Neunkirchen am Brand und Rosenbach eine Auswilderungsstation errichten. Derzeit leben fünf Jungtiere noch in der Wohnung einer Frau. Der Zeitdruck wächst.

Von März bis September ist die Eichhörnchenzeit. Manchmal ist es ein heftiger Sturm, der junge Eichhörnchen aus ihrem Kobel, hoch oben in den Zweigen, wirft. Manchmal wird ein Baum abgesägt, ohne Wissen, dass dort Eichhörnchen sind, manche fallen auch einfach so aus dem Nest.

Ein ungewöhnlicher Tagesordnungspunkt

Wohin mit den jungen Eichhörnchen, die menschlicher Hilfe bedürfen, aufgepäppelt und anschließend wieder ausgewildert werden müssen? Der Bau einer Eichhörnchenauswilderungsstation war deshalb der ungewöhnliche Tagesordnungspunkt der Bauausschusssitzung in Neunkirchen am Brand.

Den Antrag stellte der Bund Naturschutz (BN), der dafür eine Wiese in Waldnähe zwischen Neunkirchen am Brand und Rosenbach von der Gemeinde gepachtet hat. Ein neues BN-Mitglied in Neunkirchen am Brand ist Eichhörnchenexpertin und hatte in Nürnberg eine Auswilderungsstation betrieben, bis zu ihrem Umzug in die Marktgemeinde.

Bis zur 13. Lebenswoche auswildern

Doch auch hier will sie weiterhin diesen jungen Eichhörnchen helfen, die von den Leuten gefunden, im Tierheim abgegeben oder direkt zu ihr gebracht werden. Fünf junge Eichhörnchen leben bereits bei der Frau, bis zur 13. Lebenswoche, dann müssen sie ausgewildert werden. Das findet auf dem gepachteten Grundstück in der Auswilderungsstation statt.

„Alle finden das toll, aber aufgrund der Bürokratie sind wir spät dran, diese Voliere zu errichten“, sagt Günter Schulze-Vowinkel, Co-Vorsitzender des BN in Neunkirchen. Denn eine Auswilderungsstation erfordert eine Voliere. Dass dafür überhaupt eine Baugenehmigung erforderlich ist, liegt daran, dass diese Voliere ein Dach hat.

Kommune verpachtet Grundstück

Bis diese Genehmigungen durch alle Abteilungen geht, ist es für den Bau der Auswilderungsstation schon fast zu spät, außer die BN-Ortsgruppe Neunkirchen am Brand dürfte vorzeitig beginnen.  Deshalb hoffen die Naturschützer auf das grüne Licht vom Landratsamt Forchheim, nach der Baugenehmigung durch den Markt Neunkirchen.

Die Gemeinde ist dem Vorhaben gegenüber sehr positiv gestimmt. „Es gibt nicht viele Auswilderungsstationen“, sagt Bürgermeister Martin Walz (CSU) und erklärt damit auch, warum die Kommune dem BN für das Vorhaben das Grundstück verpachtet.

Den jungen Eichhörnchen sind in der Zeit des Aufpäppelns nur die Wohnung und die Gerüche und Geräusche in der Wohnung bekannt, bis sie in die Voliere der Auswilderungsstation kommen. „Diese ist sehr anspruchsvoll. Sie steht auf freiem Feld und muss rundum geschlossen sein, um die Eichhörnchen vor den Fressfeinden wie Marder, Fuchs und Dachs zu schützen“, erklärt Schulze-Vowinkel.

An das normale Leben gewöhnen

In der Voliere werden die jungen Eichhörnchen an ihre normalen Lebensbedingungen und an das Wetter gewöhnt. Zum Auswildern wird dann einfach die Tür der Voliere geöffnet. Manche kommen zunächst auch zurück, haben sie doch dort ihr Fressen bekommen. Doch irgendwann ist auch für sie die Zeit, dauerhaft in freier Natur zu leben. Sie bleiben dann im Wald.

Damit die jungen, unbedarften Wildtiere nicht gleich überfahren werden, steht die Voliere am Waldgebiet. Maximal acht bis zehn Eichhörnchen sind den Sommer über in der Auswilderungsstation untergebracht. Die Station ist nur für den Sommerbetrieb gedacht.

Die Gemeinde Neunkirchen am Brand jedenfalls befürwortet das Projekt, und nun hofft die Neunkirchener Ortsgruppe des Bundes Naturschutz auf eine schnelle Ausstellung der erforderlichen Genehmigungen, damit auch die bereits fünf jungen Eichhörnchen schnell in der Auswilderungsstation an ein Leben in natürlicher Umgebung gewöhnt werden können.

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