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Erster Bauabschnitt fertig
Wildpark Hundshaupten hat jetzt barrierefreien Höhenweg
Im Zuge des Wegebaus musste auch der Teich neu angelegt werden.Forchheim & Fränkische Schweiz
Im Zuge des Wegebaus musste auch der Teich neu angelegt werden. // Fotos: Thomas Weichert
Der barrierefreie Höhenweg steht zum Teil auf Stelzen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Der barrierefreie Höhenweg steht zum Teil auf Stelzen. // Thomas Weichert
Thorsten Glauber (l), Hermann UlmForchheim & Fränkische Schweiz
Thorsten Glauber (l), Hermann Ulm // Thomas Weichert
Egloffstein – 16,7 Millionen Euro werden in den Wildpark Hundshaupten investiert. Nun haben Umweltminister Thorsten Glauber und Landrat Hermann Ulm den ersten Bauabschnitt eröffnet.

Am Dienstag haben Landrat Hermann Ulm (CSU), der Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (FW) und Wildparkleiter Daniel Schäffer den neuen Höhenweg eröffnet. Auf rund 16,7 Millionen Euro werden die Kosten der Attraktivitätssteigerung des Wildparks in drei Bauabschnitten geschätzt. Nun konnte der erste Bauabschnitt, der barrierefreie Weg, abgeschlossen werden.

Die Kosten für diesen ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 3,8 Millionen Euro. Der Freistaat unterstützt dieses erste Vorhaben mit rund 2,4 Millionen Euro und die Oberfrankenstiftung mit 600.000 Euro.

Teich musste neu angelegt werden

„Was im Steigerwald der Baumwipfelpfad ist, ist bei uns nun der barrierefreie Weg“, sagte Landrat Ulm einleitend und betonte, dass etwas Großes entstanden ist, was auch nur dank der großzügigen Förderung möglich gewesen sei.

Blick auf das Alte rathaus in Bamberg

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Im Zuge des Wegebaus musste auch der Teich neu angelegt werden. Wann die weiteren Bauabschnitte realisiert werden können, steht indessen noch in den Sternen. Einen Zeitplan dafür gibt es laut Kreiskämmerin Carmen Stumpf, die das aktuelle Projekt vorstellte, noch nicht. Sie bezeichnete das Ganze als „Leuchtturmprojekt“.

Aushängeschild für den Tourismus

Glauber betonte, dass es nicht nur eine gute Entscheidung für den Landkreis als Aushängeschild für den Tourismus ist, sondern weit über Franken hinaus ein Besuchermagnet sein wird. Schon jetzt besuchen den Wildpark jährlich rund 150.000 Gäste. Zehn Prozent der Menschen sind laut Glauber schon heute auf die Barrierefreiheit angewiesen. 100 Prozent der Besucher werden aber auch ihre Freude am neuem Weg haben, ist sich Glauber sicher. Denn der Wildpark sei vor allem auch eine Familieneinrichtung und könne nun auch mit Kinderwägen problemlos erkundet werden.

„Der Wildpark Hundshaupten ist ein wichtiges Naherholungsziel, Bildungsstätte und Tourismuselement“, so Glauber. „Der neue Rundweg ist ein großer Gewinn für die Menschen, die Urlaubsregion und den Wirtschaftsstandort Fränkische Schweiz. Er ermöglicht Naturerlebnisse für alle.“

Als Carmen Stumpf das erste Mal die Begriffe „Barrierefreiheit“ und „Wildpark“ in einem Satz hörte, dachte sie sich, dass dies doch ein Widerspruch in sich sei. Denn schon die Topografie war herausfordernd.

Nirgendwo sonst in Bayern zu finden

Als Förderprogramm kam die sogenannte Richtlinie zur Förderung öffentlicher touristischer Infrastruktureinrichtungen (RÖFE) in Frage. Voraussetzung zur Förderung durch dieses Programm sei, dass alle geplanten Maßnahmen eine einzigartige Attraktion darstellen müssen sowie Umwelt und Natur spektakulär verbinden und in dieser Art nirgendwo sonst in Bayern zu finden und umzusetzen sind.

Dazu war eine ganze Reihe von Gutachten erforderlich. Wildparkleiter Schäffer hat sich zudem ein volles Semester mit Studenten des Ingenieurwesens an der Hochschule Coburg mit der besonderen Topografie des Parks befasst und verschiedene Varianten einer barrierefreien Wegeführung erstellt.

Die Gesamtlänge des nun eröffneten Weges beläuft sich auf 820 Meter, davon 320 Meter als Aufständerung. Über 5000 Kubikmeter Boden mussten bewegt werden, über 1000 Tonnen Konstruktionsstahl wurden verbaut, über 600 Kubikmeter Beton und über 1000 Quadratmeter Asphalt verlegt. Der Brückenbelag aus speziellem Kunststoff umfasst 700 Quadratmeter, und die Geländer haben eine einseitige Gesamtlänge von über 1,5 Kilometer.

Diverse Herausforderungen

Eine Herausforderung in steilem Gelände, nicht nur für das Bamberger Ingenieurbüro Weyrauther sondern auch für die Baugesellschaft Raab aus Ebensfeld und die damit betrauten Mitarbeiter im Landratsamt. Eine Herausforderung während der Bauarbeiten war auch, dass der Wildpark weiterhin geöffnet hatte.

„Es war uns ein großes Anliegen, den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten“, betonte die Kreiskämmerin. Zum Schutz der Amphibien wurde um den gesamten Arbeitsbereich ein Schutzzaun gezogen. „Ich finde, jeder Euro ist an dieser Stelle richtig investiert worden“, so Stumpf. In nur knapp einem Jahr Bauzeit konnte der erste Bauabschnitt nun abgeschlossen werden. Aktuell befinde man sich bereits in den Planungen zum zweiten Bauabschnitt für die Errichtung einer Bogenbrücke zwischen dem Wolfsgehege und dem Wildplateau.

Die Verwaltung des Landratsamts wurde vom Kreistag bereits beauftragt, die weiteren Planungsschritte zu veranlassen und die Ausschreibung für die Brücke durchzuführen. Man hofft auch dafür auf weitere Fördermittel.

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