Am Klimaschutz kommt niemand mehr vorbei.
Die meisten Menschen erkennen das und fordern es sogar. Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend von infratest dimap nennen 26 Prozent der Deutschen Klima- und Umweltschutz als die wichtigsten Probleme, um die sich die Politik vordringlich kümmern müsse.
Heimat-Monitor: Landkreis Forchheim unterschiedlich bewertet
Auch der Heimat-Monitor, die großen FT-Leserbefragung, behandelt in dieser Woche neben den Themen Digitalisierung und Immobilienmarkt die Felder Energie und Klima.
Die mehr als 1000 Teilnehmer aus dem Landkreis Forchheim geben ihren Wohnorten Punkten auf die Frage, wie stark sich diese für den Klimaschutz engagierten.
Herausgekommen ist ein sehr unterschiedliches Bild über die Klimaschutzlage im Landkreis.
Klimaschutzmanager Dominik Bigge: „Guter Job“
„Wir machen grundsätzlich einen guten Job hier“, konstatiert Dominik Bigge für die 29 Landkreiskommunen.
Bigge ist seit 2013 Klimaschutzmanager am Landratsamt in Forchheim, hat so manche Entwicklung begleitet oder gar angestoßen.
Aber, sagt Bigge, grenzenlose Euphorie sei dennoch nicht angebracht, es gebe noch einige Baustellen. „Was uns im Landkreis noch fehlt, sind vor allem Erzeugungsleistungen bei erneuerbaren Energien. Ebenso macht sich die bundesweit zu geringe Sanierungsquote an Altbauten auch im Landkreis Forchheim bemerkbar.“
29 Kommunen im Landkreis Forchheim sind in der Pflicht
Die Ergebnisse des Heimat-Monitors legen eine Vermutung nahe, welche Orte sich mehr als andere mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen.
Viel davon spielt sich auf energetischer Ebene ab. Im Großen und Ganzen decke sich die Leser-Einordnung mit der Experten-Einschätzung, so Bigge.
„Klimaengagierte Kommunen nehmen zu, gleichzeitig sind aber viele Verwaltungen mit anderen Aufgaben überlastet.“
Energienutzungsplan: Zwei Drittel der Kommunen haben einen
Er hoffe, dass einmal alle 29 Kommunen einen Energienutzungsplan haben, derzeit sind es gut zwei Drittel.
Lücken gebe es auch noch beim Mindesten, was Rathäuser laut Bigge eigentlich leisten sollten: Photovoltaik auf ihren Verwaltungsgebäuden zu installieren. „Sehr engagiert sind etwa Eggolsheim, Hallerndorf und Ebermannstadt.“
Was den Landkreis insgesamt auszeichne, seien der hohe Anteil an Biomasse sowie die verhältnismäßig vielen Nahwärmenetze, welche Zehntausende Bürger mit Energie versorgen. Ausbaufähig ist nach wie vor die Windkrafterzeugung, „hier versperren wir uns viele Potenziale“, so Bigge.
Auch Bürger haben Hausaufgaben in puncto Klimaschutz
Aber nicht nur die Kommunen haben viele Hausaufgaben in puncto Klimaschutz. Auch Bürger können und sollen ihren Beitrag leisten, findet der Klimaschutzmanager.
Das Landratsamt informiere die Menschen, etwa über die Angebote von Energieberaterin Christine Galster. „Aber die Motivation, sich für Klimaschutz zu engagieren, muss von den Menschen selbst kommen.“
Und motiviert sind viele. „Das Telefon unserer Energieberatung steht praktisch kaum still“, sagt Bigge. Die Umsetzung gestalte sich für die Menschen aber nicht immer leicht.
Die Frage, welche Heizung beispielsweise die richtige ist, sei nicht mehr so einfach zu beantworten.
Viele Eigenheimbesitzer im Landkreis Forchheim
Der Anteil an Eigenheimbesitzern ist im Landkreis Forchheim recht hoch. Wärmepumpe und Mangel an Technikern, von der Bundespolitik verunsicherte Holzheizungsbesitzer, kaum energetisch sanierbare Altbauten auf dem Land – über zu vielen Köpfen kreisen derzeit zu viele Fragezeichen.
Und doch weist der Weg in die richtige Richtung, meint der Klimaschutzmanager. So entwickle sich beispielsweise die Kurve des CO2-Ausstoßes im Landkreis stetig nach unten.
Darauf ausruhen wolle er sich aber nicht. So soll das landkreisweite Klimaschutzkonzept novelliert werden, die Vorbereitungen laufen bereits. Einwohner und Verwaltungen müssen dann nur noch mitziehen.
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