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Tipps für den Alltag
Plastikfrei leben – 5 Fragen an Autorin Nadine Schubert
Nadine Schubert Plastikfrei lebenForchheim & Fränkische Schweiz
Wie lässt sich Plastik(müll) reduzieren? Damit beschäftigt sich Autorin Nadine Schubert. // Nadine Schubert
Forchheim – Mit ihrem Engagement inspiriert Nadine Schubert Menschen dazu, der Plastikflut den Kampf anzusagen. Am 17. April hält sie einen Vortrag in Forchheim. Wir haben uns vorab schon ein paar Tipps geholt.

Plastik ist im täglichen Leben allgegenwärtig. Vom Duschgel über die Müslipackung bis zur Tüte Gummibärchen – in vielen Situationen führt daran kaum ein Weg vorbei. Wie es doch gelingen kann, Plastik im Alltag zu reduzieren oder ganz zu vermeiden, damit beschäftigt sich Nadine Schubert seit rund acht Jahren. Die Autorin und Journalistin gilt als eine der führenden Stimmen der Anti-Plastik-Bewegung. 

Um andere Menschen auf dem Weg in ein plastikfreies Leben zu unterstützen, hat Schubert bereits drei Ratgeber veröffentlicht. Außerdem teilt sie Inhalte zu einem nachhaltigeren Lebensstil ohne Plastik auf Instagram. Wie alles angefangen hat und wie jeder seinen Plastikverbrauch eindämmen kann.

Wie kam es dazu, dass Sie sich intensiver mit Plastikvermeidung beschäftigt haben?

Ich habe vor über zehn Jahren erkannt, dass es mit dem vielen Plastikmüll so nicht weitergehen kann und mir überlegt, wie ich bei uns daheim weniger Müll produziere. Sehr schnell habe ich festgestellt, dass es gar nicht so schwer ist. Dann ist das Ganze etwas ausgeartet und hat sich von der Küche im ganzen Haus fortgesetzt.

Von der Zahncreme bis zum Joghurt – überall ist Plastik im Spiel. Ist ein Leben mit weniger Plastik nicht wahnsinnig aufwendig?

Eigentlich gar nicht. Mein Leben ist jetzt viel einfacher geworden. Ich beschäftige mich viel weniger mit dem Wocheneinkauf. Wir trinken Leitungswasser und müssen so kaum mehr Kästen schleppen. Mein Biobauer liefert wöchentlich eine Gemüsekiste, bei der ich auch Käse, Eier etc. mitbestellen kann. Bleibt nur noch der Gang in den Dorfladen, der gleichzeitig ein Bäcker ist. Dort kaufe ich Milch und Joghurt im Glas, Kaffeebohnen im Pfandeimer und natürlich Brot und Gebäck.

Was sind drei Situationen, bei denen jeder leicht im Alltag auf Plastik verzichten kann?

Natürlich beim Einkauf: Mehrweg statt Einweg und Glas statt Plastik spart unheimlich viel Verpackung ein. Beim Bäcker auf die Papiertüte verzichten und einen Stoffbeutel mitbringen hilft, in einer kleinen Filiale über 60.000 Tüten im Jahr einzusparen – natürlich, wenn es alle machen. Und kaufen Sie keine Putzmittel in Plastikflaschen mehr! Der Hauptbestandteil ist Wasser und das kommt günstig bei uns aus der Leitung. Stattdessen lieber zu Tabs greifen, die daheim aufgelöst werden oder ein paar Putzmittel selbst mischen. Mein Badreiniger ist der Hammer, kostet keine 25 Cent und ist in zwei Minuten fertig. Das Rezept verrate ich beim Vortrag.

Was war für Sie die größte Herausforderung bei der Umstellung zu einem plastikfreien Leben?

Für die meisten Menschen ist es, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Alle haben die Befürchtung, es wäre sehr teuer und sehr zeitaufwändig. Aber das stimmt nicht. Man muss sich nur darauf einlassen. Wäre es wirklich so schwer, würde ich es auch nicht tun. Wir alle haben schließlich genug um die Ohren. Tatsächlich spart es aber viel Zeit und Geld, wenn man anders konsumiert.

Wie gelingt es, Plastikvermeidung im Alltag zur Gewohnheit zu machen?

 Zunächst gilt es, irgendwo anzufangen und ein bisschen umzudenken. Man muss nicht alles auf einmal ändern, aber kann sich einzelne Dinge suchen. Ein Beispiel: Wenn in keinem deutschen Haushalt – und davon gibt es 40 Millionen – niemand mehr einen Spülschwamm aus Plastik benutzt, spart das 480 Millionen Spülschwämme, die nicht recycelt werden können. Für einen Haushalt sind es vielleicht 12 Schwämme im Jahr, in der Masse ist die Ersparnis enorm. Die Alternative wäre eine Spülbürste aus Holz oder ein Schwamm aus Luffa. 

Vortrag „Besser leben ohne Plastik“ in Forchheim

Der Vortrag mit Nadine Schubert findet am Mittwoch, 17. April, um 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) im Lesecafé der Stadtbücherei in der Spitalstraße 3 statt. Der Eintritt kostet acht Euro (ermäßigt sechs Euro), Karten gibt es im Vorverkauf an der Infotheke in der Stadtbücherei. Der Vortrag ist Teil des Programms zum „Earth Day“ in Forchheim und wird in Zusammenarbeit mit der KEB, Forchheim for Future und dem Klimaschutzmanagement der Stadt Forchheim organisiert. 

Der Vortrag ist der Auftakt zu verschiedenen Aktionen zum „Earth Day“ in Forchheim. Das komplette Programm finden Sie hier:

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