Es ist ein großes Ziel, das sich Deutschlands Politik und auch die deutsche Automobilindustrie auf den Zettel geschrieben haben: Bis 2035 soll sich Deutschland komplett vom Verbrennungsmotor verabschiedet haben (zumindest bei den Neuzulassungen) und auf alternative Antriebstechnologien umgestiegen sein. Ganz vorne dabei natürlich das E-Auto.
Für den kompletten Umstieg aufs E-Auto benötigt das ganze Land nicht nur eine riesige Menge an Strom, sondern auch eine ebenfalls riesige Aufstockung an der Ladeinfrastruktur im Land. Auch im Landkreis Forchheim wird weiter an der Infrastruktur für E-Autos gearbeitet. Viel hat sich bereits getan, gleichzeitig muss aber noch viel getan werden.
So viele E-Ladesäulen gibt es in Forchheim
Insgesamt gibt es im Landkreis Forchheim laut dem Landesministerium für Wirtschaft inzwischen 69 E-Ladesäulen. Das bedeutet natürlich nicht, dass im Landkreis Forchheim lediglich 69 Fahrzeuge gleichzeitig aufladen können, denn die absolute Mehrheit der öffentlich zugänglichen Ladestationen verfügt über zwei oder mehr einzelne Ladepunkte.
Forchheim liegt regional hinten
Im Vergleich zu seinen Nachbarlandkreisen und ihren teils deutlich größeren Städten fällt das Forchheimer Ergebnis deutlich niedriger aus. So gibt es Stadt und Landkreis Bamberg insgesamt 111 Ladesäulen, der Landkreis Erlangen-Höchstadt in Kombination mit der Stadt Erlangen kommt ebenfalls auf eine Ladesäulenanzahl von 111. Stadt und Landkreis Bayreuth kommen dagegen auf 82 öffentliche Ladesäulen.
Forchheim bleibt beim Ausbau dran
Auch wenn die Anzahl der Ladesäulen im Vergleich zu den Nachbarn etwas kleiner ausfällt, steckt für den Forchheimer Landkreis nicht wenig Arbeit hinter der derzeitigen Anzahl „2016 hat der Landkreis Forchheim im Rahmen eines Modellvorhabens ein Infrastrukturkonzept zum Ausbau von Ladesäulen erstellt“, erklärt Dominik Bigge, Fachbereichsleiter im Bereich Klima am Landratsamt Forchheim, auf Nachfrage der FT-Redaktion. Seit Erstellung des Konzepts sind im Landkreis bis dato über 120 einzelne Ladepunkte entstanden.
Bei den in der ersten Stufe des Konzepts entstandenen Ladesäulen handle es sich lediglich um gewöhnliche Wechselstrom-Ladesäulen mit einer Maximalleistung von 22 Kilowatt. Das bedeutet, dass eine vollständige Ladung eines Autos viel Zeit beanspruchen würde. Für weitere Ausbaustufen, wie etwa den Bau von Hyperchargern, die Fahrzeuge teilweise mit einer Leistung von bis zu 300 Kilowatt aufladen können, wären die Ladesäulenbetreiber selbst oder in Kooperation mit den Kommunen verantwortlich, sagt Dominik Bigge vom Forchheimer Landratsamt.
Wer baut Ladesäulen im Landkreis Forchheim?
Am Ende sei der Landkreis nämlich gar nicht für den Bau und Betrieb der Ladesäulen verantwortlich. „Der Landkreis errichtet nicht selbstständig Ladepunkte, da der Betrieb durch einen professionellen Ladesäulenbetreiber aus der Welt der Energieversorger deutlich sinnvoller erscheint“, so Bigge. So kümmern sich in den einzelnen Teilen des Landkreises Energieversorger wie die Stadtwerke Forchheim und Ebermannstadt oder die Gemeindeversorgung Heroldsbach.
Die Stadtwerke Forchheim betreiben beispielsweise derzeit 34 Ladepunkte im Forchheimer Stadtgebiet sowie weitere in den umliegenden Gemeinden. Eine Zahl, bei der die Forchheimer Stadtwerke auch nicht stoppen werden. „Die wachsende Nachfrage nach Ladesäulen bestätigt die Notwendigkeit dieser Infrastrukturmaßnahme“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Timo Engelhardt auf Nachfrage. Denn mit einer steigenden Menge an E-Autos braucht es eine steigende Menge an Lademöglichkeiten. „Unser Ziel ist es, die Ladeinfrastruktur gezielt an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen“, erklärt Dirk Samel, Leiter für Markt und Service der Stadtwerke Forchheim.
Ladenetzranking des Bundesverbands der Automobilindustrie
Im bundesweiten Vergleich aller Städte und Landkreise schneidet der Landkreis Forchheim im soliden Tabellenmittelfeld ab. Im in dieser Woche veröffentlichten Ladenetzranking des Bundesverbands der Automobilindustrie (VDA) liegt der Landkreis Forchheim von allen 399 Landkreisen und kreisfreien Städten auf dem 211. Platz. Auch im oberfränkischen Vergleich landet Forchheim im Mittelfeld, denn der VDA bewertet die Ladenetze in Hof, im Landkreis Kronach und im Landkreis Kulmbach negativer als in Forchheim. Auch der Landkreis Bamberg ist negativer bewertet.
Ebenso was die Menge an Ladepunkten im Vergleich zu der Anzahl der Fahrzeuge angeht, steht Forchheim im Mittelfeld. Derzeit müssen sich in Forchheim rund 19 E-Autos einen einzigen Ladepunkt teilen. Damit liegt der Landkreis auch unter dem deutschen Durchschnitt, denn im ganzen Land müssen sich „nur“ rund 17 Autos einen Ladepunkt teilen.
Der VDA selbst bewertet dabei die Richtung der Elektrifizierung auf Deutschlands Straßen positiv. „Die Ergebnisse unserer Auswertung zeigen, dass sich etwas bewegt und es mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos endlich vorwärtsgeht“, erklärt VDA-Präsidentin Hildegard Müller mit der Veröffentlichung der Ergebnisse.
Lesen Sie auch:














