Wer sich regelmäßig über Forchheims Straßen, Gehwege und Schienen bewegt, der wird gerne mal mit einem dreieckigen Schild mit fleißigem Bauarbeiter darauf auf seinem Weg gestört. In den sozialen Medien wird die Stadt ab und zu sogar als Baustellenhauptstadt bezeichnet, was wohl vorwiegend an der Vielzahl an Großprojekten der Stadt liegt.
Baustellen-Überblick Forchheim: Wo der Verkehr stockt
Philosophenviertel, Rathaussanierung und Paradeplatz, das sind die drei Hauptbaustellen, mit denen sich die Stadtverwaltung noch herumschlagen muss. Dazu kommen weitere Baustellen auf den Straßen, der Bahnstrecke und der Autobahn. Doch ist vielleicht ein Ende in Sicht? Viele der prägnantesten und nervigsten Baustellen im Stadtgebiet sollen schon bald enden.
Forchheimer Rathaussanierung geht langsam voran
Die wohl am längsten andauernde Baustelle zuerst: Ja, auch an Forchheims Großbaustelle am historischen Rathaus gehen die Bauarbeiten voran. „Aktuell sieht alles danach aus, dass wir den Bau Ende 2026 abschließen und dann zum Jahresanfang mit dem Betrieb starten können“, erklärte Projektsteuerin Claudia Stumpf bei einer kürzlichen Führung durch die Rathausbaustelle.
So bleibt das derzeitige Hauptproblem des Rathauses nicht etwa die benötigte Bauzeit, sondern die Kostenexplosion des Projekts. Die Kosten des Projekts sind zwischen 2018 und 2024 von 17,5 Millionen auf stolze 44,7 Millionen Euro angestiegen. Eine Kostenexplosion, durch die die Rathaussanierung im Schwarzbuch der Steuerverschwendung des Bunds der Steuerzahler landete.
Schluss am Philosophenviertel
Während also die Rathaussanierung langsam voranschreitet, sieht es bei Forchheims zweiter Großbaustelle ein wenig anders aus. Denn der Traum von einem modernen Wohnviertel auf dem ehemaligen Jahn-Gelände scheint inzwischen in der selbst ausgehobenen Baugrube begraben zu sein.
Denn ein Streit zwischen Stadtverwaltung und Investor hat das Projekt zum Stillstand gebracht, so sehr, dass der Stadtrat nun endgültig die Reißleine des Projekts ziehen wird. Der Planungsausschuss hat bereits sein klares, wortloses „ja“ abgegeben. Die endgültige Entscheidung des Stadtrats soll am Dienstag, 22. Oktober 2024, anstehen.
Weg frei am Paradeplatz Forchheim?
Und auch in Forchheims Innenstadt ist wohl schon bald ein Ende der nächsten Großbaustelle in Sicht. Seit 2022 wird hier nämlich am Paradeplatz gewerkelt und gebaut. Dadurch kam es in der Innenstadt bereits oft zu diversen Straßensperrungen und Busumleitungen.
Aber der Schreck am Paradeplatz soll wohl auch bald ein Ende haben. Im August dieses Jahres hatte die Stadt erneut einen Endtermin im November anvisiert, denn die Umgestaltungsmaßnahmen laufen nach Plan. Ob es derzeit immer noch bei diesem Endtermin bleibt, konnte die Stadt Forchheim bis Redaktionsschluss nicht bestätigen. Die Stadt will zum Ende der Woche über die Fortschritte der Bauarbeiten berichten.
Städtische Bauarbeiten enden
Damit enden allerspätestens zum Jahreswechsel eine große Menge an Bauprojekten der Stadt Forchheim, neben der Rathaussanierung wird dann die nächstgrößere Baustelle der doppelte Brückenausbau in der Steinbühlstraße werden, welcher dann Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Kleine Bauarbeiten finden aber weiterhin statt, so arbeitet die Stadt derzeit noch am Brückenabbruch und dem dazugehörigen Straßenaufbau in der Torstraße. Die Arbeiten sollen noch bis zum 8. November andauern.
Während an der klassischen Infrastruktur erst mal Schluss ist, geht es für die Stadtverwaltung in Kersbach noch weiter. Dort fand am Montag, 21. Oktober 2024, der langersehnte Spatenstich für den Hochwasserschutz statt, womit der Bau beginnt. Ein neues Rückhaltebecken soll die Bewohner in Zukunft vor Hochwasser schützen.
Stadtwerke Forchheim bauen weiter
Fleißig weiter sorgen dann andere Institutionen für Baustellen im Forchheimer Stadtgebiet. So etwa die Stadtwerke Forchheim, allerdings wohl nicht in einem gestiegenen Maße als in Jahren zuvor. „Unsere Baustellen dienen meist dem Zweck der Netzsicherung“, erklärt Stadtwerke-Sprecherin Nicole Dutschmann.
So auch bei der aktuell wohl prägnantesten Baustelle im Osten der Stadt beziehungsweise in Richtung Ebermannstadt in der Reuther Straße. „Dort werden bis April 2025 Kanalarbeiten durchgeführt, um Auflagen einzuhalten“, sagt Dutschmann. Daneben führen die Stadtwerke im ganzen Stadtgebiet weitere kleinere Bauarbeiten durch, unter anderem auch beim Glasfaserausbau.
Bahn frei in Forchheim
Auch wenn das Schimpfen auf die Deutsche Bahn für manche schon fast zu einem Nationalsport geworden ist, gibt es, was die Bahn in Forchheim angeht, in der nahen Zukunft erst mal weniger zu meckern. Denn im Stadtgebiet ist der viergleisige Ausbau der Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg nahezu abgeschlossen. Laut einer Sprecherin der Bahn sei für die Fertigstellung des Streckenabschnitts nur noch eine weitere Sperrung zwischen dem 25. Oktober und dem 1. November notwendig.
Ähnlich gute Nachrichten gibt es für die neue S-Bahn-Haltestelle Forchheim-Nord. Diese soll nach wie vor zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember in Betrieb genommen und entsprechend von den S-Bahnen angefahren werden.
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