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Mega-Bauprojekt vor dem Ende
Philosophenviertel: Forchheim zieht die Reißleine
Vergleich PhilosophenviertelForchheim & Fränkische Schweiz
Es hätte so schön sein können: Statt schöner Mehrfamilienhäuser bleibt Forchheim auf einer Baugrube sitzen. // Fotos: Philosophenviertel Forchheim Beteiligungsgesellschaft und Bjarne Bahrs / Montage: Franziska Schäfer
Forchheim – Ein matschiges Ende für das Philosophenviertel statt schicker Wohnhäuser. Die letzten Tage des Forchheimer Großprojekts scheinen nun endgültig gezählt.

Alles hat irgendwann ein Ende. Aber dass das Forchheimer Philosophenviertel statt mit wunderschönen Mehrfamilienhäusern mit einer matschigen Baugrube enden muss, hätte beim Beschluss des Bebauungsplans vor inzwischen rund fünf Jahren wohl noch niemand ahnen können.

Ende des Philosophenviertels in Forchheim

Aber so ist es gekommen, denn zumindest schon mal der Planungsausschuss des Stadtrates hat einer Aufhebung der Satzung und somit einem vorzeitigen Ende des Philosophenviertels zugestimmt.

Ohne Worte abgestimmt

Dass das Philosophenviertel vielen in der städtischen Politik inzwischen auf die Nerven geht, sollte spätestens seit der letzten städtischen Sitzung, in der das Viertel Thema war, deutlich sein, als es um streitende Bauherren und weiterhin fehlende Finanzierung der Philosophenviertel Forchheim Beteiligungsgesellschaft ging. Denn dort war die Empörung nochmals groß und über weitere Schritte war diskutiert worden.

So sollte das Wohngebiet einmal aussehen.Forchheim & Fränkische Schweiz
So sollte das Philosophenviertel einmal aussehen. Nun endet das Projekt vorzeitig. // Illustration: Philosophenviertel Forchheim Beteiligungsgesellschaft

Ganz anders nun die (fast) alles entscheidende Sitzung des Forchheimer Planungsausschusses. Dieser ging nämlich beim Tagesordnungspunkt fünf – dem Philosophenviertel – ohne eine einzige Wortmeldung und ohne irgendwelche Diskussionen vom Tisch. „Ich denke, wir sind ab diesem Zeitpunkt alle schon sehr damit vertraut“, sagt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein nur, bevor es an die Abstimmung ging. Eine Abstimmung, die schlussendlich auch einstimmig für eine Aufhebung des Projekts plädiert. Ein Zeichen dafür, dass auch Forchheims Politik mit der Idee Philosophenviertel abgeschlossen hat.

Komplizierter Weg zum Ende

Aber wie konnte es überhaupt erst so weit kommen? Zuletzt wurden auf dem ehemaligen Jahn-Gelände ja sogar tatsächliche Vorarbeiten begonnen. Bäume und Pflanzen wurden gerodet und eine massive Baugrube ausgehoben. Aber der Wunsch zur Einstampfung des Projekts hegt der Forchheimer Stadtrat schon länger, noch bevor irgendwelche Baumaßnahmen auf dem Gelände stattfanden.

Größtenteils geschuldet durch einen durch die Beteiligungsgesellschaft immer wieder verschobenen Baustart. Denn die Stadt und dessen Geschäftsführer Claus Krenstetter hatten sich darauf geeinigt, dass ein Baustart erst beginnen darf, wenn der Stadt die Finanzierung des Projekts klar und transparent vorliegt. „Bis jetzt haben wir keine Unterlagen, was die Finanzierung angeht, zu Gesicht bekommen“, erklärte Oberbürgermeister Kirschstein in einer Sitzung des Bauausschusses am 16. September. Die Fortführung des Aufhebungsverfahrens zeigt also auch, dass sich daran weiterhin nichts geändert hat.

Wie geht es nun weiter?

Bis das Projekt aber vollständig in den Sand gesetzt werden kann, muss der Aufhebungsbeschluss noch eine letzte, zugegebenermaßen kleine, Hürde überqueren. In der kommenden Stadtratssitzung am 22. Oktober muss dieser nun nochmals endgültig über das Projekt entscheiden.

Und was passiert bei der Beteiligungsgesellschaft? Wie dort mit der Entscheidung umgegangen wird, ist zumindest vorerst unklar. Claus Krenstetter, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft, gab am Abend auf FT-Nachfrage keine Stellungnahme zur Entscheidung im Planungsausschuss ab.

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