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Nach umstrittenen Bauplänen
Engstelle in Reuth: So reagiert die Stadt auf die VCD-Kritik
Schon jetzt ist die Engstelle für die Reuther eine Belastung - und sie fürchten, dass es schlimmer wird.
Schon jetzt ist die Engstelle für die Reuther eine Belastung - und sie fürchten, dass es schlimmer wird. // Stephan Großmann
Forchheim – Die neue Kita in Reuth wird kommen, ebenso ein neues Baugebiet. Anwohner fürchten große Verkehrsbelastungen. Nun schaltet sich der VCD mit einer neuen Idee einer verkehrsberuhigten Zone ein. Ist das realistisch?

Forchheims östlichster Stadtteil Reuth kommt nicht zur Ruhe. Viel kommt auf die Anwohner in den kommenden Monaten zu, erst vor einer Woche haben die Pläne für die geplante Kita an der Hutstraße sowie das neue Baugebiet am Oberen Schulweg den Planungs- und Umweltausschuss passiert. Beide Planungsverfahren werden nun erneut öffentlich ausgelegt. Das Thema brodelt derweil weiter.

VCD Forchheim: Verkehrsberuhigter Bereich in Reuth?

Den Kritikern geht es hauptsächlich nicht um die geplanten Projekte, sondern die sich dadurch weiter zuspitzende Verkehrslage. Nun schaltet sich noch Rolf Hörnlein vom Forchheimer Ableger des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in die Debatte ein. 

In einer Art offenem Brief fordert der VCD die Stadtverwaltung auf, „umso dringender Maßnahmen zu ergreifen, um die Verkehrssituation zu entspannen, bevor sie durch den Baustellenverkehr völlig unerträglich wird".  Einen Vorschlag schickt Hörnlein gleich mit: „Wir schlagen vor, das entsprechende Straßenstück als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen.  Das müsste unbedingt mit einer automatischen Geschwindigkeitsüberwachungsanlage gekoppelt sein, da die Erfahrung zeigt, dass selbst das heute geltende ‚Tempo 30‘ häufig nicht eingehalten wird."

Rolf Hörnlein, VCD ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Rolf Hörnlein, VCD Forchheim // Barbara Herbst/Archiv

Das sagt die Stadt Forchheim zu der Idee in Reuth

Aber ist das so einfach? Nachfrage in Forchheims Rathaus. Eine Sprecherin der Stadt antwortet auf Anfrage unserer Redaktion, dass man als Verwaltung an geltendes Recht gebunden sei. Zwar gäbe es die Möglichkeit, in Einzelfällen auch „in eigenem Ermessen" zu entscheiden. Doch nicht dann, „wenn diese dem Grundgedanken und den Grundvoraussetzungen einer Vorschrift völlig zuwiderlaufen".

Genau das aber sehe die Stadt in diesem Fall so, weil der verkehrsberuhigte Bereich eine Baustelle absichern und zudem an „örtlich ungeeigneter Stelle" erfolgen solle. Grundvoraussetzungen für eine solche Zone seien, so die Stadt, unter anderem eine geringe Verkehrsdichte und dass der Bereich überwiegend zum Aufenthalt genutzt wird. „Schon deshalb ist die vom VCD gewünschte Maßnahme sehr wohl nicht möglich."

Hörnlein wiederum lässt nicht locker. Ein verkehrsberuhigter Bereich bedeute, schreibt er weiter, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt seien, und auch die Autos Schritttempo einhalten müssten. Sein Fazit: „Eine Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern ist deshalb praktisch ausgeschlossen."

Stadt: Verkehrsberuhigter Bereich würde Gefahr noch erhöhen

Auch hierbei kommt die Stadt zu einem anderen Schluss, man halte die Aussage für „sehr gewagt". Ganz im Gegenteil geht man im Rathaus davon aus, dass die Gefährdungslage „durch die mit der Anordnung eines verkehrsberuhigten Bereiches in einem rechtlich unzulässigen und fachlich ungeeigneten Bereich sogar größer" würde. Durch die mit dieser Anordnung verbundene Zusage, Fußgänger dürften sich gleichberechtigt im Fahrbahnbereich aufhalten, werde „den Fußgängern lediglich eine falsche Sicherheit suggeriert, die, bedingt durch die örtlichen Verhältnisse, weder besteht noch herstellbar ist".

Aber, so heißt es vonseiten der Stadt abschließend, man werde die Situation vor Ort genau beobachten und schon „im Vorfeld nach eventuell nötigen und vor allem geeigneten und zulässigen Maßnahmen suchen".

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