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Bekannter Gastro-Name
Endlich klar: Er ist der Neue in der Alten Wache Forchheim
Koray Yildirim wird die Alte Wache am Forchheimer wiederbeleben. Sein gastronomisches Konzept: Mittelmeergenüsse in die Königsstadt bringen.
Koray Yildirim wird die Alte Wache am Forchheimer wiederbeleben. Sein gastronomisches Konzept: Mittelmeergenüsse in die Königsstadt bringen. // Foto: Stephan Großmann
Forchheim – Nach Monaten ist das Geheimnis endlich gelüftet, der Forchheimer Jungunternehmer Koray Yildirim übernimmt die Alte Wache. Die Pläne des 31-Jährigen reichen weit über die Wahl der Biersorte hinaus.

Ein lauer Sommerabend, in der Luft vermischen sich die Düfte von gebratenen Garnelen mit frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Zwischen den mediterranen Pflanzkübeln schiebt sich sanfte Gitarrenmusik auf den Paradeplatz, Gläser klirren anstoßend, im Hintergrund toben Kinder durch die Wasserfontänen.

Augen wieder auf. Noch ist es die Vorstellung dessen, was Koray Yildirim in der Alten Wache in Forchheim künftig plant. Noch ist es der Traum des 31-jährigen Forchheimers. Nun wird sein Traum bald in Erfüllung gehen, denn endlich steht fest: Koray Yildirim ist der neue Betreiber der Kultlocation in Forchheims bester Lage.

Vertragsverhandlungen mit Tucher Privatbrauerei beendet

Gemunkelt worden ist der Name schon lange, doch es dauerte noch lange, bis die Tinte unter den Verträgen endlich trocken ist. Nun ist es amtlich: Koray Yildirim wird die Alte Wache gastronomisch wiederbeleben und für den langjährigen Pächter der städtischen Immobilie, die Tucher Privatbrauerei, betreiben.

Koray Yildirim, 31, neuer Betreiber der Alten Wache in Forchheim
Koray Yildirim, 31, neuer Betreiber der Alten Wache in Forchheim // Foto: Stephan Großmann

Los geht es aller Voraussicht nach im Spätsommer, wie Yildirim erzählt. Der 31-Jährige wolle die „mediterrane Lebensart“ in die Stadt holen, wie er sagt. Und, ganz wichtig, „das historische Gebäude mit modernem Touch versehen“. Dieses Konzept soll das „Café, Bar, Tapas“, wie die Alte Wache künftig umschrieben sein wird, in vollumfänglich ausstrahlen. Das geht schon bei der Optik los: Viel Grün soll seine bis zu 100 Außenplätze umranden, auch die circa 50 Plätze innen sollen in mediterranes Flair tauchen. Die Alte Wache solle zum „Herzstück“ der Stadt werden. „Und zwar für jedermann. Für Alt und Jung wollen wir einen Ort zum Zusammenkommen schaffen“, sagt er.

Alte Wache Forchheim mit mediterraner Speisekarte

Weiter zieht sich der mediterrane Einfluss seines Konzepts durch die Speisekarte. Yildirim setzt mittags und abends vor allem auf mediterrane Tapas, morgens will er verschiedene Frühstücksvariationen sowie ganztägig Kuchen anbieten. Darüber hinaus sollen eine gute bestückte Bar und eine nagelneue Kaffee-Siebträgermaschine für eine volle Getränkekarte sorgen. „Ich war sogar extra in Sevilla, um mich über die Kunst der Tapas zu informieren“, sagt er. „Das wird klasse!“

Bis zum Spätsommer soll es losgehen - dann gibt es wieder Tische, Trubel und Leckereien an der Alten Wache.
Bis zum Spätsommer soll es losgehen - dann gibt es wieder Tische, Trubel und Leckereien an der Alten Wache. // Foto: Stephan Großmann

Was sich alle Forchheimer fragen – und zwar bei allen Betreibern, seit die Tucher Privatbrauerei das Objekt für Jahrzehnte gepachtet hatte – beantwortet Yildirim mit einem Lachen: „Natürlich wird es Bier aus der Familie des Tucher-Konzerns geben“. Doch mögliche Kritiker einer forchheimfernen Zapfanlagenherkunft will Yildirim gleich beruhen: „Erstens soll die Alte Wache keine Bierkneipe werden, wir servieren auch Weine, Säfte, Cocktails und vieles mehr. Und zweitens, ich kenne einige, die nichts gegen ein Seidla der Zirndorfer Brauerei haben.“

So wird die Alte Wache geöffnet haben

Öffnen will Yildirim montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr, freitags von 10 bis 23 Uhr, samstags von 9 bis 23 Uhr und sonntags von 9 bis 21 Uhr. Am Mittwoch soll es anfangs einen Ruhetag geben. Ein ambitioniertes Ziel für den Junggastronomen, denn bis zur Eröffnung bleibt nicht mehr viel Zeit, um für die langen Öffnungszeiten ausreichend Personal zu finden. Doch er zeigt sich zuversichtlich.

Die Alte Wache wird die erste gastronomische Unternehmung des 31-Jährigen. Zwar sei er mit der Branche aufgewachsen, wie er sagt. Schon zu Abitur- und später Studienzeiten habe er immer wieder in Restaurants und Eisdielen gearbeitet. Erste einschlägige Erfahrungen dufte er jahrelang auf dem Annafest sammeln, wo er auf dem Schwanenkeller seines Onkels Haldun Yildirim die Bar mit organisierte. Doch die Alte Wache sei nun sein eigenes Ding, losgelöst von seinem in der Szene bestens bekannten Onkel.

Koray Yildirim: Hauptberuf für Gastro-Traum gekündigt

Seine Leidenschaft zur Gastronomie lässt Koray Yildirim ein großes Wagnis eingehen. Eigentlich wollte er ein Café in Erlangen eröffnen, doch dann stupsten ihn seine Freunde auf die seit Ende 2019 leerstehende Alte Wache. „Sie fragten mich, ob das nichts für mich sei. Dann habe ich gar nicht mehr so lange überlegen müssen. Mittlerweile habe ich meinen Hauptberuf gekündigt, um mir diesen Traum zu erfüllen“, sagt er. Jahrelang arbeitete er als Marketing Manager und zuletzt als Key Account Manager in großen Firmen in der Region, dort habe er „wichtige Erfahrungen in Marketing und Vertrieb“ sammeln können, sagt er.

Freude pur: Koray Yildirim übernimmt die Alte Wache am Paradeplatz in Forchheim. Zusammen mit seiner Frau Ayse hat er große Pläne für die traditionelle Location.
Freude pur: Koray Yildirim übernimmt die Alte Wache am Paradeplatz in Forchheim. Zusammen mit seiner Frau Ayse hat er große Pläne für die traditionelle Location. // Foto: Stephan Großmann

Den „großen Sprung“ von der freien Wirtschaft mit geregelten Arbeitszeiten und guten Gehältern in die Gastronomie wage er aber gerne. Auch weil ihn seine Frau Ayse, eine Anwältin aus Nürnberg, tatkräftig unterstütze. „Ohne sie würde ich es nicht machen wollen“, sagt er. Das liegt sicher auch daran, dass Koray Yildirim in der Regel selbst hinter dem Tresen stehen will. Und auch sie habe bereits angekündigt, „ab und an aushelfen“ zu wollen.

Große Pläne zur Weiterentwicklung der Alten Wache

Nun möchten die Yildirims erst einmal abwarten und die ersten Wochen kräftig anpacken. Doch der 31-Jährige hat bereits die nächsten Pläne in der Schublade. So wolle er „seine“ Alte Wache für Geburtstage und Geschäftsfeierlichkeiten anbieten. Und: Mit regelmäßigen musikalischen Veranstaltungen zum Beispiel mit DJs solle die „kulturelle Lücke in der Stadt“ geschlossen werden. Darüber hinaus kann sich Yildirim Lesungen und andere kulturelle Highlights vorstellen. „Etwa einmal im Monat sind Events geplant“, sagt er.

 

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