Torten, Kuchen, Lebkuchen und natürlich Pralinen – alles aus eigener Herstellung. Das bietet Angelika Pieger jetzt jeden Samstag von 8 bis 14 Uhr in der ehemaligen Bäckerei in Wannbach an. Zusätzlich gibt es noch Brot und Brötchen von der Bio-Bäckerei Postler. Bisher hat Pieger ihre Produkte hauptsächlich in Schlaifhausen verkauft. Nachdem sie Anfang des Jahres ihre Produktion nach Wannbach verlegt hat (der FT berichtete), zieht sie nun mit einer zweiten Verkaufsstelle vor Ort nach.
Die Idee für das Angebot basiert auf einer Umfrage, die Pieger zu ihrem Osterverkauf in Wannbach durchgeführt hatte. Viele Teilnehmer hätten sich ergänzend Brot und Brötchen gewünscht. „Das habe ich mir zu Herzen genommen und überlegt, wie ich es umsetzen kann“, sagt Pieger.
Doch nicht nur die Backwaren sind neu. „Das Besondere, was sich hier von Schlaifhausen unterscheidet, ist, dass man in Wannbach auch einzelne Stücke der Kuchen und Torten bekommt“, erklärt Pieger. Die habe man bisher nur im Ganzen bestellen können. Jetzt dürfen sich die Kunden samstags ihr Kuchenstück fürs Wochenende direkt aus der Theke aussuchen. Zusätzlich bietet Pieger weiterhin ihren süßen Partyservice an.
Confiserie Pieger: Neun Aushilfen unterstützen
Um das alles zu bewerkstelligen, würden die acht Aushilfen, die sie beschäftigt, schon nicht mehr ausreichen, erzählt die Konditormeisterin: „Die neunte kommt jetzt dazu.“ Bei ihren Mitarbeitern legt sie Wert auf saubere Arbeit. Ob jemand bereits vom Fach sei, spiele dagegen keine Rolle. Manche Leute seien völlig branchenfremd, hätten aber ein Talent für feine Arbeiten.
„Es ist mir sehr wichtig, dass ich meinen Mitarbeitern die Zeit gebe, Fertigkeiten zu erlernen“, sagt Pieger. Mitarbeiter einzulernen, koste zwar erst einmal Geld, aber nur so sei ein hohes Niveau erreichbar.
Eine besondere Schwierigkeit sei der Saisonbetrieb. Weihnachten herrsche Hochbetrieb, im Sommer sei hingegen eher wenig los. Hier gelte es, Aushilfen zu finden, für die diese Zeiten passen.
Pieger: Nachhaltige Zusammenarbeit wichtig
Trotz allgegenwärtigem Fachkräftemangel habe sie bisher aber kein Problem, geeignete Mitarbeiter zu finden. Sie höre den Mitarbeitern zu, um herauszufinden, was ihnen wichtig ist. „Der eine braucht Zeit für seine Hunde, andere müssen ihre Kinder um 14 Uhr vom Kindergarten abholen“, sagt Pieger. Hier biete sie eine gewisse Flexibilität.
Wichtiger sei ihr vielmehr eine langfristige Zusammenarbeit. „Die Einarbeitungszeit bei uns ist sehr lang. Ich habe keine Lust, jedes halbe Jahr jemanden neu anzulernen“, erklärt die Konditormeisterin.
Selbstsständig: 80 Stunden in der Hauptsaison
Seit 1997 ist Pieger selbstständig, „Ich habe sehr jung angefangen, ich glaube, ich war um die 23“, sagt sie und lacht. „Dann habe ich ein Kind allein erzogen und den Betrieb aufgebaut“, erzählt sie weiter. Es sei nie leicht gewesen. Allein der Verwaltungsaufwand bei ihrem kleinen Betrieb koste sie 20 Stunden pro Woche.
Damit verdiene sich aber nichts. Dann müsse man schauen, wie viele Stunden man arbeiten muss, um davon leben zu können. „In der Hauptsaison hat man 70 oder 80 Stunden“, sagt Pieger. Im Januar sei es wieder ruhiger. Sie müsse dann arbeiten, wenn die Leute die Ware wollen. Urlaub sei da zu manchen Zeiten nicht drin.
Pieger ist froh, dass sie die Ergebnisse ihrer Arbeit mit der neuen Verkaufsstelle nun noch mehr zeigen kann. „Ich wollte immer köstliche Sachen zaubern“, beschreibt die Konditormeisterin ihre Motivation. „Die Leute müssen sich freuen, wenn sie eine Praline oder ein Stück Kuchen essen“, sagt Pieger.
Lesen Sie auch:















