Chronik
Das Rathaus hält Forchheim in Atem
Sanierung des historischen Rathauses in Forchheim
Die Sanierung des historischen Forchheimer Rathauses ist ein Jahrhundertprojekt der Stadt. Aktuell beziffert das Architektenbüro die Baukosten auf 23,4 Millionen Euro.
Foto: Ronald Rinklef
Forchheim – Die Sanierung des Forchheimer Rathauses ist ein umstrittenes Jahrhundertprojekt. Der Fränkische Tag ordnet die Ereignisse ein und bleibt dran.

Mittendrin in Forchheims Stadtmitte steht das historische Forchheimer Rathaus. Das Rathaus ist nicht nur das historisch bedeutendste Gebäude der Stadt. Es ist auch zum gewaltigsten Sanierungsobjekt der Stadtgeschichte geworden.

Im Jahr 2013 wurde das Desaster offenbar, als der Stützbalken des großen Rathaussaales zerbarst. Fortan musste die Fassade von haushohen Holzstützen abgesichert werden.

Seit 2016 steht das Gebäude leer, weil es statische Probleme hat und weil eine grundlegende Sanierung nötig ist.

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Seitdem gab es vor allem im Stadtrat immer wieder heftige Diskussionen. Ab März 2017 wurden die Querelen heftiger: Die Politik stritt über die Nutzungsideen des Hauses, über angebliche Fehlplanungen und Verzögerungen – und darüber, ob Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) sogar einen Baustopp verordnet habe, was ein Großteil des Stadtrates unterstellte.

Der traurige Höhepunkt im Rathausstreit

Das Jahr 2018 markierte den traurigen Höhepunkt im Rathausstreit. Im Januar verkündete die Stadt, dass sie wegen der „Förderkulisse“ zu einer Neuvergabe gezwungen sei. Die bestehenden Verträge wurden „im Einvernehmen mit den Planern“ aufgehoben.

Entstehen soll in dem generalsanierten Gebäude nun ein „Haus der Begegnung“ mit einer Mischnutzung mit kulturellem Schwerpunkt. Es wird mehrere Veranstaltungsbereiche, ein Trauzimmer, eine Touristeninformation und einen „Biererlebniskeller“ geben.

Die archäologischen Funde im Untergeschoss sollen über Bodenfenster sichtbar gemacht werden.

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Auf rund neun Millionen Euro wurden die Gesamtausgaben für das Projekt zunächst geschätzt, rasch stiegen die Kosten auf 15,5 Millionen Euro. Mittlerweile gehen die Architekten von 23,4 Millionen Euro Euro aus.

Nach zwei Sanierungsjahren, die sich ausschließlich in den Innenräumen abgespielt hatten, fiel im August 2020 der Startschuss für die Außensanierung. Am Rathausplatz war der erste Kran zu sehen. Architekten und städtische Planer kündigten eine 40-monatige Sanierung an.

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Doch wegen archäologischer Grabungen, wegen Umplanungen und der coronabedingten Marktlage stiegen die Sanierungskosten weiter. Im September 2020 um 2,5 auf 22,7 Millionen Euro. Aktuell beziffert das Architektenbüro die Baukosten auf 23,4 Millionen Euro.

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