Vielleicht. Bald. Eventuell. Später.
Wer an Informationen interessiert ist, ob und wie es mit der Nachfolge des bereits im August 2021 geschlossenen Rewe-Marktes am Paradeplatz weitergeht, bekommt aktuell nicht viel mehr als die eingangs erwähnten Worte zu hören.
Anwohner und andere Einkaufswillige in Forchheims Altstadt müssen sich stattdessen weiterhin gedulden und ihre Wocheneinkäufe anderswo besorgen.
Kein großer Nahversorger fußläufig in Innenstadt Forchheim
Zwar erfreut sich der im Dezember 2021 eröffnete Güni Supermarkt nach wie vor großer Beliebtheit, auch gibt es einige Gemüseläden. Aber für die Versorgung der kompletten Innenstadt ist deren Größe kaum ausgelegt. Und andere Einkaufsmöglichkeiten, vor allem größere Märkte oder Discounter, sind für weniger mobile Mitmenschen schwer erreichbar.
Der Rewe-Zentrale wiederum waren die Umsätze des 2013 am Paradeplatz geöffneten Geschäfts zu gering, weshalb sie vor zweieinviertel Jahren die Reißleine zog. Wie geht es nun weiter?
Stadt Forchheim: „Verhandlungen laufen“
Eine aktuelle Nachfrage bei der Stadt Forchheim bringt wenig neue Erkenntnisse. „Wir sind in Verhandlung. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein hat den Interessenten mit der Eigentümerin an einen Tisch gebracht“, heißt es aus der Pressestelle. Weitere Gespräche über die Zukunft liefen unter diesen Beteiligten „unter vier Augen“, heißt es ferner.
Wer mit wem redet, bleibt unklar.
Nur so viel: Im Gespräch mit dem FT bestätigt der Verwalter der Immobilie, die demnach einer Krankenkasse gehören soll, dass es Gespräche mit einem Nahversorger geben soll. Diese hätten aber noch nicht stattgefunden, sagt er.
Zwischenlösung Paradeplatz 13: Politischer Streitfall
Derweil ist die Causa zum politischen Streitfall geworden. Einerseits reicht es Reinhold Otzelberger (Seniorenbeauftragter und CSU-Stadtrat) nicht, in welcher Geschwindigkeit sich die Stadtverwaltung um eine Nachfolge bemüht.
Andererseits blockierten CSU, Freie Wähler und FDP im Juli im Kulturausschuss geschlossen den Vorschlag der Forchheimer Grünen Liste (unterstützt von der SPD), die ohnehin seit zwei Jahren von der Stadt teuer angemietete Ladenfläche zumindest für Kunstausstellungen zu nutzen.
Zwar scheint das städtische Ziel vorerst erfüllt zu sein, mit der Zwischenmiete des Objekts für den bald neu gestalteten Paradeplatz unerwünschte Gewerbe wie etwa einen Ein-Euro-Laden abzuhalten.
Doch bedeutet das andererseits hohe laufende Kosten für die Leer-Miete der immerhin mehr als 800 Quadratmeter großen Fläche in bester Lage. Und einkaufswillige Innenstädtler sitzen weiterhin auf dem Trockenen.
Ist Paradeplatz Grund für die Verzögerung?
Als Grund für die Verzögerungen und die zähe Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen Rewe-Markt werden gerne die Bauarbeiten am Paradeplatz angeführt. Tatsächlich ächzen viele Gewerbetreibende rund um den zentralen Platz unter der Mammutbaustelle.
So klingt es zumindest nicht unwahrscheinlich, dass sich auch potenzielle Nachmieter der Adresse Paradeplatz 13 von den Bauzäunen und den Sperrungen haben abschrecken lassen. Und es weiter tun.
Baustelle Paradeplatz im Zeitplan: „Bis Mitte 2024“
Immerhin in dieser Hinsicht bemüht man sich im Rathaus um Euphorie. Man liege im Zeitplan, sagt eine Stadtsprecherin auf Anfrage.
So seien die Arbeiten am Fontänenfeld weitgehend abgeschlossen, im November würden die Bäume geliefert und Ende November werde die Nürnberger Straße wieder für den Verkehr freigegeben; danach gelte ein Einbahnstraßen-Modus aus Richtung Luitpoldstraße in Richtung Klosterstraße.
Im Sommer 2024 soll der Umbau des Paradeplatzes fertig sein. Forchheims Innenstadtbewohner hoffen vor allem, dass spätestens bis dahin eine Lösung für den Ex-Rewe gefunden ist. Immerhin werden sie dann drei Jahre lang darauf gewartet haben.
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