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Mehrere Fälle in der Region
So schützt man sich vor unseriösen Handwerkern am besten
HandwerkerForchheim & Fränkische Schweiz
Auf dem Flyer werben die Firmen mit allerlei Arbeiten rund ums Haus. // Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild
Forchheim – Immer wieder fallen Bürger in Forchheim und der Region auf zwielichtige Handwerker rein. So schützen Sie sich vor Betrügereien und erkennen die Maschen der Betrüger.

Die Masche ist immer ähnlich, simpel und dennoch sehr erfolgreich. Vermeintlich wohlgesinnte Handwerker klingeln an der Tür, verteilen Flyer oder lassen diese mit der Tageszeitung austragen. Versprochen werden dann Dach- und Malerarbeiten aller Art sowie Reinigung von fast allem rund ums Haus, Baumschnitt, Fassadensanierung und so weiter. Oftmals dann mit besonders kostengünstigen Angeboten und Rabatten. Aber wer tatsächlich auf der Suche nach einem Handwerker ist, sollte die Finger von solchen Angeboten lassen, denn die vermeintlichen seriösen Handwerker sind mehr Schein als Sein.  

Geschädigte berichten

Die Handwerker-Flyer tauchen in der Region immer wieder in verschiedenster Form auf und locken dabei oft Senioren in ihre Falle. Wie ein anonymer Geschädigter aus dem Landkreis Bamberg berichtete, stieß dieser auch auf einen der angebotsreichen Flyer. Für einen simplen Treppenaufgang heuerte er die Handwerker an, wobei das erste Treffen vor Ort auch noch recht seriös wirkte. Dabei bezahlte der Geschädigte direkt 5.000 Euro in bar für den Auftrag. 

Nach zwei Tagen wenig beaufsichtigter Arbeit fiel allerdings der Vorhang. Die vermeintlichen Handwerker hatten bereits den halben Vorgarten des Geschädigten per Presslufthammer aufgerissen. Erst ein Eingreifen der Polizei am darauffolgenden Tag konnte weitere ungewollte Arbeiten verhindern. 

„Von solchen Fällen hört man inzwischen leider immer öfter“, erklärt Maler- und Lackierermeister Erwin Held. Auch er hätte als Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung inzwischen von mehreren Geschädigten gehört. „Da die Betrüger auch immer wieder unter neuem Namen auftauchen, ist es umso schwerer, vor einer einzigen Firma zu warnen“, führt er fort. 

Per Flyer inserieren immer wieder Firmen, die viele Leistungen für wenig Geld versprechen. Meisterbetriebe und Polizei warnen.
Per Flyer inserieren immer wieder Firmen, die viele Leistungen für wenig Geld versprechen. Meisterbetriebe und Polizei warnen. // Illustration: Maximilian Arnold

„Man muss selbst aktiv werden“ 

„Wer einen ordentlichen und vor allem seriösen Handwerker sucht, muss selbst aktiv werden“, erklärt der Malermeister. Dabei sei es vor allem am wichtigsten, die teils höchst unseriösen und unrealistischen Angebote zu ignorieren. „Wer so einen Flyer bekommt, sollte diesen am besten sofort wegschmeißen und nicht weiter beachten“, führt Held fort.  

Meist findet man im Internet schnell gute Handwerker aus der eigenen Region. Internetbewertungen können dann auch helfen, den passenden Handwerker zu finden. Sollte weiterhin Unsicherheit bestehen, was einen gewissen Handwerker oder ein gewisses Angebot angeht, könne sich auch an die Kreishandwerkerschaft seines Landkreises wenden. „Hier sind nämlich alle Handwerksbetriebe gemeldet, die Handwerkerschaft kann dann auch helfen, den richtigen Betrieb zu finden“, erklärt Held. 

Gesundes Misstrauen hilft 

Auch wenn man ein möglicherweise unseriöses Handwerker-Angebot auf anderem Wege als die derzeitige Flyer-Masche erhält, sollte man vorsichtig sein. „Wenn ein Angebot zu schön, um wahr zu sein klingt, ist es das meistens auch“, erklärt Held. Ähnlich sieht das auch die oberfränkische Polizei: „Im Notfall hilft immer ein gewisses Maß an gesundem Misstrauen“, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage. 

Nicht unter Druck setzen lassen 

Oftmals versuchen die unseriösen Handwerker einen Auftrag auch per Druck quasi zu erzwingen. „Egal ob vor der Haustür oder am Telefon: Man sollte sich nicht überrumpeln oder unter Druck setzen lassen“, so Malermeister Held. Wer sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte das Gespräch beenden und die Tür schließen oder auflegen. 

Genauso sollte man sich nicht zu einer frühzeitigen Bezahlung drängen lassen. Erst mit einer vollendeten Bauarbeit und einer Rechnung sollte eine Zahlung getätigt werden. Ganz wichtig: Dabei niemals in Vorkasse gehen, auch nicht für vermeintliche Materialkosten, so die Polizei.

Bei Betrug Polizei informieren

Wer trotz dessen auf eine solche Masche hereingefallen ist, braucht sich dafür dann aber nicht zu schämen. „Viele Betroffene trauen sich dann einfach auch nicht etwas zu melden, da die „Handwerker“ teils gar nicht die Erlaubnis haben, die Arbeiten auszuführen und somit „schwarz“ angeheuert wurden“, erzählt Held.

„Wenn es zum Betrug kommt, sollte man den Vorfall unbedingt der Polizei melden“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Denn je mehr Fälle der Polizei bekannt sind, desto besser kann diese schlussendlich gegen die Betrüger ermitteln. 

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